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Teltow-Fläming Krimi-Autor lebt in Nonnendorf
Lokales Teltow-Fläming Krimi-Autor lebt in Nonnendorf
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06:15 29.10.2019
Ralph Bohn in seiner gemütlichen Wohnküche seines Hauses in Nonnendorf, das er seit einem halben Jahr bewohnt. Quelle: Uwe Klemens
Nonnendorf/ Werbig

Der 2004 gemeinsam von der Stiftung Lesen, der Deutsche-Bahn-Stiftung und der Zeitschrift Die Zeit initiierte, bundesweite Vorlesetag gilt schon lange aus Erfolgsgeschichte. Mehr als eine halbe Million Vorleser beteiligten laut Initiative im vergangenen Jahr an der Aktion, die als öffentliches Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens gedacht ist und Kinder und Erwachsene gleichermaßen für Geschichten und fürs Lesen begeistern soll.

Sieben auf einen Streich

Seit Jahren einen festen Platz im Programm des Vorlesetages hat auch die Werbiger Ludwig-Achim-von-Arnim-Grundschule. Seit Schuljahresbeginn wurde sondiert, wer bei der nunmehr 16. Auflage des Aktionstages als Vorleser gewonnen werden könnte. Zu den sieben Akteuren zählen diesmal Bürgermeister Matthias Wäsche und Hohenseefelds Ortsvorsteherin Sandra Klimaschewski, Wiepersdorfs ehemalige Künstlerhaus-Direktorin Anne Frechen, Heimatforscher Reinhard Anders aus Meinsdorf, Museumsmitarbeiterin Roswitha Karbaum und Werbigs ehemalige Ortsvorsteherin Angela Schulze, die auch als „Lese-Oma“ an der Schule wirkt. Bereits zum dritten Mal dabei sein wird auch der Buch- und Drehbuch-Autor Ralph Bohn aus Nonnendorf, dessen neunjähriger Sohn Karl die Schule besucht.

Buchautor zu werden und Drehbücher nicht nur zu schreiben, sondern sie als Regisseur in Szene zu setzen, ist schon früh der Traum des heute 64-jährigen gewesen, der aus dem badischen Freyburg stammt und im damaligen Westberlin sein Philosophie-Studium zu Ende brachte. Da sich damit beruflich nicht besonders viel anfangen ließ, wechselte der auch an Mathematik und Naturwissenschaften Interessierte ins Filmgeschäft, wo er eine umfassende Ausbildung in praktisch allen Gewerken, für die Arbeit am Set absolvierte.

Gruselgeschichte wurde zum ersten Erfolg

Bereits der erste, auf dem Hofer Kunst-Filmfestival gezeigte Streifen, eine Gruselgeschichte über ein unbekanntes Wesen, für die er das Drehbuch schrieb, wurde ein Erfolg und öffnete Ralph Bohn die Türen in den Südwest-Funk Baden-Baden.

Bei der Entwicklung vieler Krimi-Formate, wie „Wolfs Revier“ oder „Ein Fall für zwei“, aber auch bei der Familien-Serie „Die Fallers“ hat Bohn mit seinen Ideen Pate gestanden. Nicht nur die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, sondern auch die privaten Kanäle gehörten zu den Abnehmern seiner Drehbücher, bei deren Verfilmung er später zum Teil auch als Regisseur die Verantwortung trug.

Trotz des Erfolgs hatte Ralph Bohn, inzwischen zweifacher Vater, genug vom Filmgeschäft, das er zugunsten anderer, ihm wichtigerer Dinge an den Nagel hängte. Auch der immer größer werdende Druck, schnell und günstig und manchmal eben auch auf Kosten der Qualität „Filme von der Stange zu liefern“, wie er sagt, spielte bei der Entscheidung eine wichtige Rolle. Der Tatort „Eine ehrliche Haut“, in dem Bohn versucht auszuloten, wie sich ein im Wesen ehrlicher Politiker Stück für Stück in den Zwängen des politischen Tagesgeschäfts verstrickt und am Ende als Bösewicht dasteht, war sein letzter, fürs Fernsehen geschriebener Krimi.

Die Ruhe und das Familienleben genießen

Als Freunde von ihm in Kossin ein buddhistisches Zentrum gründeten, fand Bohn das Projekt spannend und zog 2013 hierher. „Meditieren und Zeit für die Kinder zu haben, ohne dass man sie wegschicken muss, weil man keine Zeit hat, waren mir plötzlich viel wichtiger geworden“, sagt Bohn, der diesen Schritt jederzeit wieder machen würde.

Langeweile ist für den Autor, der die Berge, das Wandern, Lesen und die naturwissenschaftlichen und psychologischen Zusammenhänge liebt, noch immer ein Fremdwort. Sofern er nicht irgendwo allein oder mit der Familie die Welt erkundet, arbeitet er als Lektor und bringt seine eigenen Gedanken über das Erlebte zu Papier.

Seine Zuhörer am Vorlesetag nimmt Bohn mit in die tibetische Sagenwelt und in die Zeit, da man weder Handy noch Computerspiel kannte, sondern sich am Lagerfeuer noch die Geschichten erzählte.

Von Uwe Klemens

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