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Teltow-Fläming Kritik an der Bahn: Fahrrad kostet, Hund nicht
Lokales Teltow-Fläming Kritik an der Bahn: Fahrrad kostet, Hund nicht
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06:30 29.03.2017
Eberhard Ramfeldt nutzt gern das Fahrrad. Im Zug kostet das Aufpreis. Quelle: Christian Zielke
Rangsdorf

Endlich im Ruhestand. Im Dezember ist Eberhard Ramfeldt 65 geworden. Nach vielen Jahren als Schulleiter hat sich der Rangsdorfer für das Rentnerleben einiges vorgenommen. Vor allem will er die Umgebung erkunden – am liebsten umweltfreundlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Fahrrad.

Eberhard Ramfeldt überlegte, sich eine Monatskarte zu kaufen. Der Verkehrsverbund VBB preist auf seiner Internetseite das Abo 65 plus für die Zielgruppe der rüstigen Über-65-Jährigen an, die Ausflüge mit ihren Enkeln unternehmen, ins Theater oder zum Nordic Walkig wollen. Wer bei den Entdeckungsreisen durch Berlin und Brandenburg allerdings ein Fahrrad mitnehmen möchte, muss extra zahlen. 22 Euro kostet die ermäßigte Monatskarte fürs Zweirad. Hätte Eberhard Ramfeld einen Hund, könnte er diesen kostenlos mit dem Monatsticket mitnehmen.

Meist landet das Fahrrad doch im Auto

„Offenbar hat man beim VBB noch das Bild vom Rentner mit dem Dackel vor Augen“, sagt der 65-Jährige. Unter diesen Umständen lohnt sich die Monatskarte für ihn nicht. Sie kostet 51 Euro im Monat und gilt für alle Verkehrsmittel in Berlin und Brandenburg. Mit der Zusatzkarte fürs Fahrrad wären 73 Euro fällig. Dabei sprechen aus seiner Sicht viele Argumente dafür, das Radfahren zu fördern. „Es ist umweltfreundlich und es fördert die Gesundheit“, sagt er. Bis jetzt hat er auf die Monatskarte verzichtet und sich Einzeltickets gekauft oder das Rad gleich in den Kofferraum seines Kombis geladen.

Die Ungleichbehandlung von Hunden und Fahrrädern hat mit Kapazitätsengpässen zu tun. „Unsere Fahrzeuge verfügen in der Regel über keinen ausreichenden Abstellplatz, um jedem Fahrgast die Mitnahme seines Fahrrades zu ermöglichen und dabei gleichzeitig die Sicherheit der anderen Fahrgäste zu gewährleisten“, sagt Martina Förster, die Abteilungsleiterin Tarif beim VBB. Ein Hund brauche weniger Platz und könne neben oder unter dem Sitz reisen. Durch zu viele Fahrräder verlängern sich die Halte an den Bahnhöfen, wodurch Verspätungen drohen. Diese Einschränkungen betreffen auch andere Fahrgäste.

Beigeordneter Detlef Gärtner regt Preissenkung an

Grundsätzlich sind die Länder Berlin und Brandenburg auf eine umweltfreundliche Kombination von Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln bedacht. 2016 wurde hierzu das Projekt „Rad im Regio“ gestartet. Auf ausgesuchten Strecken wurden Maßnahmen finanziert und umgesetzt, um die Fahrradmitnahme in den Fahrzeugen des Regionalverkehrs für die Fahrgäste zu erleichtern.

Das Hauptaugenmerk der im VBB kooperierenden Verkehrsunternehmen liege jedoch auf der Personenbeförderung. Fahrräder seien eine Ergänzung des Nahverkehrs. „Wir halten den Preis von 22 Euro für ein attraktives Angebot“, sagt Martina Förster.

Detlef Gärtner, Beigeordneter des Landkreises Teltow-Fläming, will im Aufsichtsrat des VBB eine Vergünstigung des Fahrradtickets anregen. „Vielleicht kann man den Preis halbieren“, sagt er. Dass sich deshalb zu Kapazitätsproblemen kommt, glaube er nicht.

Von Christian Zielke

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