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Teltow-Fläming Künstler ist Mongolei-Koordinator
Lokales Teltow-Fläming Künstler ist Mongolei-Koordinator
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02:29 23.04.2018
Karsten Wittke ist für zwei Jahre internationaler Projektkoordinator für die Stadt Baruth und kümmert sich um die Arbeit mit Murun. Quelle: foto: Jutta AbromeitF
Baruth

Mal wieder nimmt Karsten Wittkes Leben eine unerwartete Wende: Der in Baruth wohnende Malerei-Meisterschüler hat nach Stationen in Wuppertal, Bayern, einem New-York-Stipendium und Berlin-Aufenthalten seit Jahren den Weinbau im Urstromtal mit aufgebaut. Jetzt ist er für vorerst zwei Jahre bei der Stadt beschäftigt  – als internationaler Projektkoordinator. Bereits sechs Mal war der 59-Jährige ehrenamtlich mit in Murun, der mongolischen Partnergemeinde. Wie berichtet bauen die Baruther dort ohne eigenes Geld, aber mit viel Enthusiasmus und Wissenstransfer ein Schulungszentrum.

Für Bürgermeister Peter Ilk ist kommunale Entwicklungszusammenarbeit gelebte Außenpolitik: „Krankenwagen, Feuerwehren oder uns kann man anfassen, das ist greifbarer als jeder Vertrag, der eine pure Absichtserklärung ist.“ Weil für beide Orte Holz und Wasser Schwerpunktthemen sind, passe es einfach, so Ilk. „In Hauptstädten gibt es alles an Infrastruktur und Versorgung. Aber nicht im ländlichen Raum, das ist bei uns nicht anders als in der Mongolei“, sagt er.

Wabau-Mitarbeiter Steffen Nitsche schult mongolische Arbeiter an einem Gaswarngerät für Unterwasser-Aarbeiten Quelle: Stadt Baruth

Dieser partnerschaftliche Aufbau des gemeinsamen Projektes in der mongolischen Provinzhauptstadt übersteigt aber inzwischen die ehrenamtlichen Kräfte. Da kommt eine in ostdeutschen Kommunen weitgehend unbekannte 90-Prozent-Förderung vom Bund gerade recht: Beim Entwicklungsministerium gibt es die Servicestelle „Kommunen in der einen Welt“. Sie beschäftigt sich mit Partnerschaften zu den 17 Entwicklungszielen für global nachhaltige Kommunen. Baruth konzentriert sich auf vier. Karsten Wittke koordiniert den Wissenstransfer nach Murun, er organisiert gegenseitige Reisen, alles mit Dolmetscher Enkhbold Delgerbayar vom Zescher Gasthof New Nomads.

„Unser Wasserverband hat 2016 einen Workshop in Murun geleitet“, berichtet Wittke als Beispiel. Dabei ging es auch darum, wie der in der Region einzige Süßwassersee erhalten werden kann. Und er sagt: „Unser Schulungszentrum ist nachhaltiger Hausbau und soll eine fachlich hochwertige Ergänzung zur dort vorhandenen Bildung sein.“

Diese Partnerschaft sei übrigens reiner Zufall, erzählt Bürgermeister Ilk: „Es hätte für uns auch eine Kommune in Afrika oder Lateinamerika sein können. Aber bei der Sanierung des Alten Schlosses war ein Archäologe dabei, der mit der Tochter des ehemaligen Bürgermeisters von Murun verheiratet ist.“

Gruppenfotos aus Murun, Workshop zu den SDG.s (sustainable development goals) 12.04.2018, Verwaltungsmitarbeiter der Kommune Murun Bildrechte: Stadt Baruth/Mark Quelle: Stadt Baruth

Nicht nur Ilk freut sich über diese so zufällige Partnerschaft. Auch Wabau-Werkleiter Frank Zierath, Koordinator Wittke und die anderen Partnerschaftsenthusiasten haben noch viele Pläne. „Es geht zum Beispiel um das Müll-Problem“, sagt Wittke. „Dieses Nomadenvolk ist in den vergangenen 100 Jahren von einem sehr ressourcenorientierten Leben ins moderne Industriezeitalter katapultiert worden, mit allen Risiken und Nebenwirkungen wie Städtebau, Abwasserreinigung oder eben Müll.“

Der Deal an dieser Partnerschaft sei die Nachhaltigkeit. „An diesen Zielen arbeiten auch wir hier in Baruth ganz intensiv“, so der vielfach Engagierte. Bei jedem Mongolei-Besuch profitiert auch seine Malkunst; „die asiatischen Einflüsse haben mich schon immer interessiert“, erklärt er, „es gibt ja verschiedene Hochkulturen.“

Von Jutta Abromeit

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