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Teltow-Fläming Ausstellung mit Landschaften in Glashütte
Lokales Teltow-Fläming Ausstellung mit Landschaften in Glashütte
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14:18 04.02.2020
Die Ribbeck-Birne Fontanes mal anders: Karen Ascher hat sich zu diesem Objekt inspirieren lassen. Quelle: Karen Grunow (2)
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Glashütte

Diese Birne ist nicht saftig, aber schlau: „Uns gehört nur die Stunde. Und eine Stunde, wenn sie glücklich ist, ist viel“, steht da auf der grün-gelben Frucht neben anderen sinnigen Aussprüchen Theodor Fontanes. Das riesige Keramik-Objekt ist Teil der Ausstellung „Wanderungen durch die Mark – Brandenburger Künstler auf den Spuren Fontanes“ in der Galerie Packschuppen im Baruther Museumsdorf Glashütte.

Noch bis zum 25. März ist diese Schau, die in Landschaften schwelgt, zu sehen. Ein kleiner – und feiner – Nachschlag zum großen Fontane-Jahr 2019, als der 200. Geburtstag des reiselustigen Schriftstellers allerorten gewürdigt wurde. Und ein guter Grund, mal wieder Glashütte anzusteuern, das so allmählich aus der Winterruhe erwacht und wo derzeit auch ein Ferienprogramm angeboten wird.

Feldstein als Kunstobjekt

Zuallererst springt wohl das fröhliche Gesicht mit dem ausufernden Schnauzbart in den Blick; Fontane höchstselbst, verewigt auf einem Feldstein, den Bernhard Gowinkowski aufgelesen hat. „Fontane ist unbezahlbar“, hat er das tatsächlich unverkäufliche Stück genannt. „Eigentlich, erzählt Galeristin Gabriele Klose, „wollten wir diesmal einfach nur brandenburgische Landschaften.“ Und diese in Form von Gemälden oder Zeichnungen und Grafiken. Doch einige der zur Gruppenausstellung eingeladenen Künstler hatten sich vom Thema der Wanderungen durch die Mark so sehr inspirieren lassen, dass doch das eine oder andere dreidimensionale Objekt eingeliefert wurde. Darunter eben der Feldstein und die Birne von Karen Ascher. Von solchen Dingen angeregt, kramte Andreas Klose noch zwei ältere Arbeiten hervor, die wie Mini-Modelle eines Dorfes aussehen. Ein kleiner Spiegel in großem Rahmen wurde dafür zum von kleinen, bauklotzartigen Häuschen umstellten Dorfteich. Klose ist geradezu prädestiniert für die Ausstellung, denn Landschaften sind das große Thema des in Glashütte lebenden Künstlers, der auch mehrere seiner die Zeit festhaltenden Gemälde zeigt. Über sanft gewellte Felder streift der Blick des Betrachters.

Arbeiten von 22 Künstlern

Enorme Unruhe, Dynamik und Kraft dagegen strahlt Bernd Winklers „Flügel“ aus; er hat die auf dem platten Brandenburger Land verteilten Windrad-Heere vor grellem Abendrot festgehalten. Oder ein Feld voller Sonnenblumen, die ihre tellergroßen Köpfe in sengender Hitze senken.

22 Künstler sind dem Aufruf des Kunstvereins Glashütte gefolgt, ihre eigenen Fontane-Landschaften einzuschicken. „Es wurden ziemlich viele, vor allem neue Arbeiten“, so Gabriele Klose. Sabine Fiedler zum Beispiel hat Beschreibungen Fontanes zu Neuruppin oder Wustrau auf Millimeterpapier geklebt und dazu jeweils sehr eigene Ansichten verschiedener Orte hinzugefügt. Das strenge Raster im Hintergrund gibt den Blättern den Anschein, Teile einer Inventarisierung zu sein. Gleichwohl: Ihr herrliches Fluggefährt etwa, das wie ein Walfisch aussieht und einen großen Propeller vorne hat, dürfte weder in der Mark noch anderswo je gesichtet worden sein.

Bernhard Gowinkowski verführt mit Sommerblütenträumen „Am Teupitzer See“, so der Titel des Bildes. Quelle: Karen Grunow

Nicht nur Karen Ascher dachte bei Fontane prompt an die Birnen des Herrn von Ribbeck, auch andere – etwa Ute Weckend – griffen das als Motiv ihrer Arbeiten auf. In Mischtechnik auf Papier entstanden die Flurstücke von Conrad Panzner aus Oehna. Dietrich Oltmanns zeigt Fotos, etwa von dünnem Eis in morastigem Wald. Irritierend und so gar nicht den nostalgischen Blick befeuernd: Marie Luise Fabers fotografische Ausflugsskizze von in dunkler Folie verpackten Ballen. Verhüllt ist auch der Kahn auf Ronald Paris’ Spreewald-Kanal. Unter dräuenden Wolken glitzert die Elster in Bernd Gorks kleiner Landschaft. Ihn und Bernd Winkler kennen Kloses lange. „Wir waren in Senftenberg zusammen in einer Künstlergruppe“, so Gabriele Klose.

Sie selbst arbeitet schon intensiv an ihrer eigenen Ausstellung, die am 30. August im Packschuppen beginnen wird. „60 Sachen“ soll sie heißen. Gabriele Klose wird damit nicht nur ihren runden Geburtstag begehen, sondern will eben tatsächlich 60 Arbeiten zeigen.

Spannendes Ausstellungsjahr im Packschuppen

Vorher aber wird Daniela Franz ihre Malerei und Grafik vorstellen; ab dem 29. März wird diese Ausstellung zu sehen sein. Danach, ab 14. Juni, kommt Volker Scharnefsky. Und im Spätherbst, am 8. November, startet wieder eine Gruppenausstellung. „Durch die Blume“ soll sie heißen. „Das ist total offen, wir wollen das Thema gar nicht so genau festlegen“, sagt Gabriele Klose nur. Sie möchte einfach von all den teilnehmenden Kollegen wieder genauso überrascht werden wie aktuell bei den „Wanderungen“.

Die Galerie ist dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Von Karen Grunow

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