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Teltow-Fläming Landwirt betreibt Kompostieranlage
Lokales Teltow-Fläming Landwirt betreibt Kompostieranlage
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03:07 08.09.2017
Der Frontlader gehört zu den Investitionen für die Kompostieranlage. Bis er sich rechnet, muss noch viel Abfall zu Humus werden.
Der Frontlader gehört zu den Investitionen für die Kompostieranlage. Bis er sich rechnet, muss noch viel Abfall zu Humus werden. Quelle: Uwe Klemens
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Gräfendorf

„Seine Gartenabfälle einfach in den Wald zu schütten, geht gar nicht“, sagt Konrad Niendorf. Denn mit dem Eintrag fremder Pflanzen werde das Mikroklima des Waldes gestört. „Das Unkraut ist stärker und lässt den Samen der Bäume keine Chance“, so Niendorf.

Ökologisches Wirtschaften ist dem 27-jährigen Landwirt, der in seinem Heimatort Reinsdorf einen eigenen Landwirtschaftsbetrieb betreibt, seit langem ein wichtiges Anliegen. „Als Bauer hat man eine ganz besondere Verantwortung für die Natur, die Grundlage unseres Lebens ist“, sagt er, „dieser Verantwortung gerecht zu werden, ist eine anspruchsvolle und zugleich schöne Aufgabe. Unter Berufskollegen, aber auch als Gemeindevertreter setze ich mich dafür ein.“

Humus aus eigener Produktion für den eigenen Acker

Mit dem Bau einer eigenen Kompostieranlage auf dem alten LPG-Gelände am Gräfendorfer Ortsrand hat Niendorf vor einem Jahr den nächsten Schritt in diese Richtung getan. Gartenbesitzer, Kommunen oder auch Gärtnereien können ihre kompostierfähigen Abfälle gegen eine geringe Gebühr entsorgen. Etwa zwei Jahre dauert es, bis nach mehrmaligem Umschichten des zwischen Betonwänden gelagerten Abfalls Humus geworden ist. Diesen kann Niendorf dann als biologischen Dünger auf seinen eigenen 800 Hektar Acker- und Grünlandflächen ausbringen und spricht somit zurecht von echter Kreislaufwirtschaft. „Wenn ich alle Kosten fürs Zerkleinern und Umschichten bedenke, ist es ein Nullsummenspiel. Aber dafür hab ich den besten Ökodünger“, sagt er.

1 000 Kubikmeter Bio-Abfall im ersten Jahr

Dass sich die Sache am Ende rechnet, hängt davon ab, wie die Kompostieranlage angenommen wird. 3000 Kubikmeter Abfall darf der Landwirt in seiner Anlage lagern. Seit dem Start vor knapp eineinhalb Jahren ist der Berg mittlerweile etwa 1000 Kubikmeter groß. Im kommenden Frühjahr kann Niendorf den ersten Humus eigener Produktion aufs Feld bringen.

Nicht zuletzt die Kompostieranlage war es, die die Juroren des für die Landwirtschaft bedeutenden Ceres-Awards beeindruckte und Niendorf nominierten. Bäuerliche Tugenden wie Mut, Ideenreichtum und Verantwortungsbewusstsein für Familie, Tiere, Natur und Gesellschaft sind dessen Kriterien. Das Ergebnis des Wettbewerbs wird Anfang Oktober in Berlin verkündet. Bereits jetzt steht fest, dass Niendorf in der Kategorie Ackerbau unter den drei Bestplatzierten sein wird.

Von Uwe Klemens