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Teltow-Fläming Landwirte freuen sich über Rekorderträge
Lokales Teltow-Fläming Landwirte freuen sich über Rekorderträge
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20:00 24.09.2014
Mit Vollerntemaschinen erntet die AFB Blönsdorf Kartoffeln von einem Schlag zwischen Danna und Schönefeld im Niederen Fläming.
Mit Vollerntemaschinen erntet die AFB Blönsdorf Kartoffeln von einem Schlag zwischen Danna und Schönefeld im Niederen Fläming. Quelle: Kunze
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Jüterbog

Schon zum Anfang des Sommers zeichnete sich ab: Dieses Jahr haben die Landwirte eine gute Ernte, eine sehr gute sogar. Die Zahlen aus den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald belegen das. Der milde Winter und günstige Niederschlagsverhältnisse sorgten für reiche Erträge – angefangen beim Winterraps bis hin zum Getreide. Bei Kartoffeln, Mais und Sonnenblumen, die jetzt geerntet werden, sieht es genauso gut aus.

Interview

"Noch sind die Küken nicht gezählt"

Helmut Dornbusch ist Vorsitzender des Bauernverbandes Teltow-Fläming.

Wie zufrieden sind Sie und Ihre Kollegen mit der Ernte?
Helmut Dornbusch: Mit dem Ertrag sind wir sehr zufrieden, mit den Preisen nicht. Aber noch sind die Küken nicht gezählt, insgesamt sind etwa zwei Drittel der Flächen abgeerntet. Jetzt ist Hochsaison für die Betriebe, wo Getreide nicht der Hauptschwerpunkt ist, in Blönsdorf zum Beispiel, wo auf 700 Hektar Kartoffeln angebaut werden.

Hat das gute Wetter die Knullen besonders groß werden lassen?
Dornbusch: Das wohl, allerdings liegt der Stärkegehalt, nach dem sich ja der Preis für die Stärkekartoffeln richtet, unter dem des Vorjahres. Und im Handel sind besonders dicke Speisekartoffeln nicht ohne Weiteres gefragt. Inwieweit die Krautfäule oder Pilze für Verluste sorgen, wird sich erst noch herausstellen.

Diesmal ist alles etwas früher reif. Hat das denn Auswirkungen auf die Bestellung?
Dornbusch: Dieses Jahr ist eher eine Ausnahme, denn der Vorsprung der Vegetation von zehn Tagen durch den milden Winter ist uns erhalten geblieben. Aber bei der Bestellung sind agrotechnische Termine einzuhalten. Der Erfahrung muss man vertrauen.

Die Beschäftigung von Saisonkräften in der Erntezeit hat lange Tradition. Ist das immer noch so?
Dornbusch: Ja, und für unseren Betrieb kann ich sagen, dass wir gern mit Frührentnern arbeiten. Die sind fit und erfahren. Ansonsten wird es schwieriger, Helfer zu finden. Wir bereiten uns darauf vor, ausländische Saisonkräfte einzustellen.

Die Rahmenbedingungen für die neue Agrarförderperiode ließen auf sich warten. Ist jetzt alles klar?
Dornbusch: Zu 90 Prozent. Auf Bundesebene sind vor drei Wochen Festlegungen getroffen worden, jetzt fehlen die der Landesregierung. Der Termin der Fördermittel-Beantragung steht schon fest: ab Mitte November.

Warum trotz der durchweg überdurchschnittlichen Erträge niemand von einer Rekordernte sprechen will, ist schnell erklärt: Die Preise sind nämlich nicht rekordverdächtig. Die Marktwirtschaft lässt grüßen. Außerdem drücken Wirtschaftssanktionen das Preisniveau.

Finanzielles Ergebnis etwa gleich wie im Vorjahr

Trotzdem gibt die gute Ernte Anlass zur Freude. „Bei 80, 90 oder sogar 100 Dezitonnen Getreide je Hektar haben wir allen Grund zum Feiern, denn das war noch nie da“, sagt der Leiter des Landwirtschaftsamtes Teltow-Fläming, Berndt Schütze. Er rechnet damit dass die gute Ernte ein finanzielles Ergebnis wie im Vorjahr bringt. „Die Landwirte können stolz sein, denn sie verlassen sich ja nicht auf das Wetter“, sagt Berndt Schütze, „sie haben fachmännisch gearbeitet und nun das Erfolgserlebnis.“

Überdurchschnittlich gute Getreideernte

Sein Kollege im Landkreis Dahme-Spreewald kann mit ähnlichen Zahlen aufwarten. Bei Getreide liege das Ergebnis zehn Prozent über dem Wert des Vorjahres, berichtet Manfred Schumann: „Und das war auch schon gut.“ Deshalb spricht auch Carmen Lorenz, Geschäftsführerin des Bauernverbandes Südbrandenburg, von einer überdurchschnittlich guten Getreideernte. Sie weist aber darauf hin, dass dies nicht mit einem höheren Betriebsergebnis gleichzusetzen ist. „Getreide wird heutzutage an der Börse gehandelt“, erklärt Carmen Lorenz. „Es finden weltweit Spekulationen mit Lebensmitteln statt und ein Marktüberangebot schlägt sich immer negativ im Preis nieder.“ Einer der Gründe sei ein Überschuss bei Futtergetreide, da es viele Angebote schlechter Qualität gebe.

Noch kann tierisches dazwischen kommen

In der Region Dahmeland-Fläming erwartet man nun auch beim Ernteendspurt Qualität und gute Erträge. „Wenn uns das Schwarzwild keinen Strich durch die Rechnung macht“, sagt sie, „kann beim Mais mit mehr als 350 Dezitonnen je Hektar und bei Sonnenblumen mit über 20 Dezitonnen im Durchschnitt gerechnet werden.“ Berndt Schütze bringt es auf den Punkt: „Zurzeit ernten und bestellen wir und hoffen, dass wir gut in den Winter kommen.“

Auch die Tiere profitieren von guter Ernte

Die landwirtschaftliche Nutzfläche im Kreis Teltow-Fläming beträgt 90.000 Hektar, in Dahme-Spreewald 70.000 Hektar. In beiden Kreisen ist Getreide die Hauptkultur. Die Gerstenerträge erreichten landesweit im Durchschnitt erstmals 70 Dezitonnen je Hektar bei guter bis sehr guter Qualität. Im Kreis Teltow-Fläming konnten sogar knapp 77 Dezitonnen je Hektar geerntet werden. Zum Vergleich: Im vorigen Jahr standen gut 53 Dezitonnen zu Buche.

Übrigens kommen die gefüllten Lager auch den Tieren zugute. Denn auch bei der Futterernte ist die Bilanz der Agrarbetriebe sehr zufriedenstellend.

Von Martina Burghardt

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