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Teltow-Fläming Bauern sind „gedämpft optimistisch“
Lokales Teltow-Fläming Bauern sind „gedämpft optimistisch“
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06:27 01.07.2019
Die Gerste-Ernte hat begonnen. Quelle: Enrico Kugler
Dahmeland-Fläming

So richtig schimpfen wollen die Landwirte in diesem Jahr nicht über das Wetter, obwohl sie wahrscheinlich, wenn man frühere Sommer dagegen hält, Grund genug hätten. Es war trocken, der Juni wird zudem einer der heißesten in der Geschichte sein, und eine Rekordernte wird es deshalb wohl nicht geben. Aber immerhin läuft die Gersten-Ernte nach zwei desolaten Jahren derzeit in einem halbwegs normalen Rahmen.

„Wir sind gedämpft optimistisch“, sagt der Vorsitzende des Bauernverbands Südbrandenburg, Thomas Goebel, deshalb auch. Und der Baruther Landwirt Helmut Dornbusch geht zwar von einer „Ernte im unteren Durchschnitt“ aus, schiebt aber gleich hinterher, dass es „so schlecht wie im vorigen Jahr jedenfalls nicht wird“. Das ist das Mantra auf den Feldern. Sicher könnte es besser laufen. Aber immerhin erlebt die Landwirtschaft kein zweites Dürrejahr infolge.

Kühler Mai entspannt die Situation

Das war die große Angst: Ein weiteres Jahr mit verdorrtem Mais auf den Feldern, mit miserablen Ernte-Ergebnissen, Futterknappheit und endlosen Anträgen auf Dürrehilfen. Im April blieb es tatsächlich weitgehend trocken – aber dann kam der Mai und brachte das rechte Wetter zur rechten Zeit, sagt Silvia Fuchs, Vorsitzende des Kreisbauernverbands Teltow-Fläming. „Der Mai war kühl,  das war von Vorteil. Und ein bisschen Regen ist auch runtergekommen.“ Dadurch stünden die Feldkulturen derzeit gut. Auf die Wiesen konnte zum Teil schon zum zweiten Mal Grünfutter geerntet werden, viele Silos seien deshalb schon jetzt gut gefüllt, was die Lage für den Winter entspannt.

Die Ernte der Gerste liegt inzwischen in den letzten Zügen und sieht – zumindest nach erster grober Einschätzung – nicht ganz schlecht aus. Zwar sei man eine Woche früher auf dem Feld als üblich, aber der Winter war mild, entsprechend konnte sich das Getreide auch etwas früher entwickeln. „Im Moment sind wir jedenfalls zuversichtlich“, sagt Silvia Fuchs.

Kaum Raps auf den Feldern

Verluste gibt es natürlich trotzdem. Der erste war der Raps, was allerdings kaum überraschte. Der Raps wird im August für das Folgejahr gesät, und schon da verzichteten viele Landwirte darauf, weil angesichts der Trockenheit hohe Einbußen programmiert waren. Andere säten zwar, gruben die Flächen aber später wieder um, weil nicht genügend Pflanzen aufgingen. „Dadurch hatten wir im Frühjahr auf deutlich weniger Flächen Raps.“

Die Hitze bekomme auch dem Gemüse nicht sonderlich, sagt Helmut Dornbusch. „Meine Sorge ist, dass die Kartoffelblätter verbrennen“. Und wenn es Regenschauer gab, dann fielen regional sehr unterschiedlich aus. „Einige Ecken haben mehr abbekommen, andere überhaupt nichts“, sagt Silvia Fuchs. Entsprechend könnten sich dann auch die Erntebilanzen in den jeweiligen Betrieben relativ stark unterscheiden.

Thomas Goebel hat auf Feldern, die wenig Regen abbekamen, schon erste Hitzeschäden beobachtet. „Die Flecken mit trockenem Mais werden dort immer größer“, sagt er. Und teilweise sei auch die Qualität des Getreides unbefriedigend, das Korngewicht gering. „Wir können nur hoffen, dass die Kulturen wie Mais, die noch viel Wasser benötigen, im Sommer auch noch etwas abbekommen.“

Bauern drängen auf Dürre-Versicherung

Helmut Dornbusch hat bei Besuchen im Landkreis Elbe-Elster auch trockene Felder gesehen. „Bei meinen Kollegen in Jessen ist die Situation fast wie im vorigen Jahr, weil die Regenschauer dort vorbeigezogen sind und der Wasserhaushalt im Flämingboden nicht annähernd gedeckt ist“, sagt er. In Baruth hingegen fiel schon etwas mehr Regen. Leider habe er es dabei auch mit einem schweren Gewitter zu tun gehabt, sagt Dornbusch. „Wir haben einen Hagelschaden auf 300 Hektar. Die Blätter vom Mais sind weg, Rote Beete und Sommergerste gab es dort nicht mehr. Das war doppelt bitter.“

Mit solchen Zwischenfällen können die Landwirte allerdings besser umgehen als mit Dürre. „Gegen Hagel sind wir versichert“, sagt Thomas Goebel. „Gegen Dürreschäden gibt es aber bisher keine Versicherung.“ Deshalb habe man beim Bauerntag auf ein finanzierbares Versicherungspaket gedrängt, dass Dürre einschließt. Sonst stehen wir nach einem Dürresommer wie dem letzten immer als Bittsteller da.“

Im Gegenzug hätten sich die Bauern aber auch auf die neuen Bedingungen eingestellt, sagt Goebel. „Wir verwenden Züchtungen, die resistenter gegen Trockenheit sind, und wir bearbeiten den Boden so, dass die Feuchtigkeit länger drin bleibt“, sagt er. „Deshalb halten unsere Pflanzen Trockenheit jetzt auch deutlich besser aus als noch vor einigen Jahren.“ Manchmal, sagt Goebel, sei er selbst ganz erstaunt, wie die Pflanzen mit dieser Witterung zurecht kommen.

Von Oliver Fischer

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