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Teltow-Fläming Polizei fährt Betrunkene zur Ausnüchterung
Lokales Teltow-Fläming Polizei fährt Betrunkene zur Ausnüchterung
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05:49 09.01.2019
Wer kein Alkohol im Blut hat, der muss auch nicht mit einer Ausnüchterungszelle Bekanntschaft machen. Quelle: foto: imago/Jochen Tack
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Ludwigsfelde

Hartnäckig hält sich ein Gerücht in Ludwigsfelde: Das neue Polizeirevier hat keine Ausnüchterungszelle. Deshalb müssen Trunkenbolde im Einsatzwagen nach Luckenwalde zur Polizeiinspektion Teltow-Fläming gefahren werden.

„Das Revier Ludwigsfelde verfügt über keine Gewahrsamsräume“, so Polizei-Pressesprecherin Therese Franz. Fehlanzeige auch im Zossener Revier. Nur in der Polizeiinspektion Luckenwalde gibt es fünf solcher Zellen. Hier ist die Ausnüchterung im Polizeigewahrsam möglich.

Polizeigesetz ist die Grundlage

Wer beispielsweise total betrunken am Denkmalturm in Großbeeren aufgegriffen wird, der „genießt“ eine rund 38 Kilometer lange Fahrt im Streifenwagen bis zur Ausnüchterungszelle. Vom Rangsdorfer Bahnhof bis zur Polizei in Luckenwalde sind es je nach Strecke sogar zwischen 40 und 46 Kilometer. Während dieser Fahrten stehen die Funkstreifenwagen-Besatzungen für andere Aufgaben nicht zur Verfügung. Diese Tatsache dürfte bei vielen Bürgern und Polizisten für Ernüchterung sorgen.

„Ob jemand wegen seines alkoholisierten Zustandes in Gewahrsam kommt, wird von Fall zu Fall entschieden“, sagt Polizeisprecherin Franz. In der Regel fällen die mit dem jeweiligen Einsatz betrauten Polizisten diese Einzelfall-Entscheidung gleich vor Ort. Die rechtlichen Grundlagen dafür sind im Brandenburgischen Polizeigesetz verankert.

Arzt entscheidet im Zweifelsfall

Befindet sich eine Person wegen ihres Alkoholkonsums in einer willen- beziehungsweise hilflosen Lage, kann sie zur Ausnüchterung „eingeladen“ werden. Allerdings nur, wenn keine gesundheitlichen Probleme zu erwarten sind. „Sonst muss entweder ein Arzt feststellen, ob die betrunkene Person für den Gewahrsam tauglich ist. Oder die Person wird in eine medizinische Einrichtung gebracht“, so Therese Franz.

Will sich jemand mit zu wenig Blut im Alkohol hinter das Lenkrad seines Autos setzen, kann ihn die Polizei aus dem Verkehr ziehen. „Volltrunkene Menschen stellen eine Gefahr für sich und andere dar.“ Warm aber ungemütlich ist das Gewahrsam. Laut Polizeigesetz seien für die Verwahrten Matratze, Kopfkeil, Wolldecken nach Bedarf sowie Bettwäsche bereitzustellen. Von der Ausgabe dieser Gegenstände könne abgesehen werden, wenn der Verwahrte nur tagsüber oder für kurze Zeit untergebracht wird und kein besonderes Ruhebedürfnis besteht. Dies gelte auch, wenn betrunkene oder grob unsaubere Personen untergebracht werden.

Gebühren für Aufenthalt und Reinigung

Der Freiheitsentzug werde Therese Franz zufolge so lange aufrechterhalten, bis der Grund dafür weg fällt. „Also bis zur Ausnüchterung.“ Wie viele Männer und Frauen aus dem Landkreis Teltow-Fläming 2018 erst zu viel Alkohol und anschließend unfreiwillig Gastrecht bei der Polizei genossen haben, darüber gibt es keine Statistik. Allerdings wurden alle mit jeweils 50 Euro zur Kasse gebeten. Einige mussten zusätzlich 100 Euro bezahlen, weil sie in der Ausnüchterungszelle Übelkeit mit all ihren schmutzigen Folgen überkam. „Wer so eine Verunreinigung herbeiführt, der trägt die Kosten für die Reinigung der Zelle“.

Von Frank Pechhold

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