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Teltow-Fläming Leidenschaft mit Federvieh seit 50 Jahren
Lokales Teltow-Fläming Leidenschaft mit Federvieh seit 50 Jahren
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05:03 13.01.2017
Reinhard Prill hat täglich mindestens zwei Stunden lang mit den Vögeln zu tun. Er sieht sofort, wenn es einem nicht gut geht. Quelle: Margrit Hahn
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Dobbrikow

Die Kälte macht den Piepmätzen nicht so viel aus. Reinhard Prill muss nur aufpassen, dass die Vögel bei eisiger Kälte mit den Füßen nicht in den Trinknapf geraten. Das ist vor Jahren mal passiert. Ein Königssittich ist mit nassen Füßen an einem Draht festgefroren, hat versucht, sich mit Gewalt loszureißen und ist verblutet. Als es Reinhard Prill mitbekommen hatte, war es zu spät. Seitdem gibt er dem Federvieh bei Minusgraden kein Trinkwasser, sondern Schnee, den sie aufpicken.

Der 64-Jährige stammt aus Gräbendorf in der Lausitz. Den Ort gibt es heute nicht mehr, er wurde dem Kohletagebau geopfert. Als Kind galt seine Liebe erst den Fischen, doch das ständige Gemansche mit kaltem Wasser, machte ihn krank. Mit zehn Jahren bekam er seinen ersten Kanarienvogel bekam. Seitdem kann er sich ein Leben ohne Vögel nicht mehr vorstellen.

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Schnäbeln ist typische für Wellensittiche. Quelle: Margrit Hahn

Als er zur Jugendweihe eines Freundes eingeladen war, interessierte er sich mehr für Nachbars Vögel als für die Feier. „Der Freund hatte bemerkt, dass ich so begeistert war und schenkte mir 20 Mark von seinem Jugendweihegeld“, berichtet Reinhard Prill. Überglücklich kaufte er sich davon ein Wellensittichpärchen. Später kamen Nymphensittiche, Diamanthäubchen und andere hinzu. „Ich mag alles, was Federn hat “ sagt Reinhard Prill.

Mehr als 80 Vögel in Volieren auf dem Hof

Inzwischen zwitschern in den Volieren auf dem Hof in Dobbrikow mehr als 80 Vögel. Ins Haus kommt nur, wer aufgepäppelt werden muss. Die Rotlichtlampe steht immer bereit. Seit der gelernte Tiefbauer in Rente ist, hat er endlich mehr Zeit für sein Hobby. Schon am Gezwitscher erkennt er, um welchen Vogel es sich handelt.

Er kümmert sich nicht nur um seine Ziervögel und Exoten, sondern auch um Wildvögel und bedauert, dass es davon immer weniger gibt. „Der Buchfink singt so schön, aber ich mag auch gern die Amsel und die Nachtigall, die im Frühjahr trällert“, fügt Prill hinzu.

Täglich zwei Stunden Vogel-Betreuung

Mindestens zwei Stunden investiert er täglich in die Tiere. Eine Hauptaufgabe ist dabei das Füttern. Er weiß genau, welcher Vogel welches Futter bekommen muss. Er pflückt sogar die Blütenköpfe von Butterstauden, denn das ist das beste Aufzuchtmittel. „Wenn die Vögel Junge bekommen, weiß man, dass man alles richtig gemacht hat“, sagt er. Einmal gab es fast gleichzeitig in allen Volieren Nachwuchs, darüber freute er sich besonders.

Hin und wieder hilft er dem Glück seiner gefiederten Freunde etwas nach. Als eine Taube ein Ei fallen ließ, sperrte er sie kurzzeitig in den Nistkasten und am nächsten Tag noch mal, bis sie den Brutkasten aufsuchte. Letztendlich brütete sie freiwillig und bekam fünf Junge.

Die Vögel haben Platz zum Fliegen in den Volieren. Quelle: Margrit Hahn

Hin und wieder büxt ein Vogel aus. Aber Reinhard Prill gelingt es fast immer, einen Ausreißer wieder einzufangen.

Zu DDR-Zeiten hat sich der Vogelzüchter öfter an Wettbewerben beteiligt und wurde mit einem Rosellasittich sogar Bezirksmeister in Potsdam. Heute fährt er hin und wieder zu Vogelbörsen, verkauft Tiere und bringt neue mit.

Von Margrit Hahn

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