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Teltow-Fläming Leistungsschau der Kunst-Stipendiaten
Lokales Teltow-Fläming Leistungsschau der Kunst-Stipendiaten
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14:47 24.08.2014
Susanne Stock spielt, Tobias Klich kniet und hält die Notenblätter fest, die der Wind immer wieder wegwehen wollte. Quelle: Gertraud Behrendt
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Wiepersdorf

Der Zeus steht in Stein gehauen am Ende des Parks und hatte am Sonntag einen Vogelbauer auf dem Kopf. Die Installation von Paul Melzer und Tobias Klich mit Vogelgezwitscher erklang aus mehreren Käfigen, selbstverständlich ohne echte Vögel.

Förderung ohne bestimmten Zweck

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Auch Martin Gorholt (SPD), Staatssekretär im Wissenschaftsministerium Brandenburg, und Norbert Baas, Vorsitzender des Freundeskreises Schloss Wiepersdorf, wurden während ihrer Reden von der Sonne beschienen. Baas umwarb das Publikum auf sympathische Art, Förderer zu werden. Gorholt dankte ihnen und der Stiftung Denkmalschutz, die das Haus 2006 übernommen hat. Das Besondere an dieser Einrichtung sei, dass sein Ministerium in Wiepersdorf Kunst ohne einen bestimmten Zweck fördere, also ohne die Zahl der Touristen steigern zu wollen. In Wiepersdorf gehe es nur um den Künstler.
Das wollten die Künstler dann zeigen. Doch Susanne Stock hatte nur für das von Tobias Klich komponierte Stück „Ins Herz buchstabiert“ die volle Aufmerksamkeit des Publikums. Als sie ihre eigene Auswahl auf dem Akkordeon vortragen wollte, fing es zu tröpfeln an. Bald steigerte sich der Regen zum Wolkenbruch. Auch die Wetterfestesten ergriffen die Flucht in die Orangerie, das Gotteshaus oder ins Museum.

Wunsch: Stipendium auch für Instrumentalisten

Der Komponist Tobias Klich ist seit Anfang Juli in Wiepersdorf und bleibt bis Ende Oktober. Er stammt aus Bremen und ist das erste Mal in der Region. „Es ist sehr einladend, hier mit dem Rad herumzufahren.“ Auf die Frage, ob er von seiner Kunst leben kann, sagt er lachend: „Bis jetzt hat es geklappt“ und fügt hinzu: „Ohne Kunst kann ich nicht leben.“ Susanne Stock kennt er schon vom Studium und hat sie für den Auftritt nach Wiepersdorf eingeladen. Sie ist aber keine Stipendiatin. „Es wäre sehr schön, wenn es das auch für Instrumentalisten gäbe“, sagt sie.

Zur Einrichtung

Das Land Brandenburg fördert 18Plätze für Stipendiaten; bis 2012 waren es zehn.

Gleichzeitig können 20 Stipendiaten im Künstlerhaus arbeiten. Ihr Aufenthalt wird für zwei bis sechs Monate gefördert. Die Nachfrage steigt. 2011 bewarben sich 52 Künstler, 2014 waren es bereits 257 Bewerbungen.

Zu den Förderern zählen Kulturstiftungen oder Kultusministerien der Länder Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen, das Bundesbildungsministerium, Finnland sowie der Freundeskreis.

20 Künstler haben derzeit das Glück. 18 von ihnen zeigten ihre Werke gestern beziehungsweise brachten sie musikalisch oder bei Lesungen zu Gehör. Die meisten Programmteile waren von vornherein in den Häusern vorgesehen. Manche Künstler warteten auf Neugierige vor ihren Ateliers. Damit niemand etwas verpasste, gab es Rundgänge, auch mit fachkundiger Führung von Susanne Hinrichs, Kunsthistorikerin und Kuratorin aus Bremen

Vater fotografiert, Sohn staunt

Wer auf eigene Faust lieber schneller durch die Ateliers eilen wollte, hatte schon beim Einlass ein Infoblatt erhalten und fand beispielsweise zu den Werken der Bildenden Künstler Vroni Hammerl, Stephan Dill, Uta Hünniger, Mara Diener, Juliane Duda und Joachim Starke-Liebe. Christel Wieseke aus Jüterbog war eigens wegen der Werke von Joachim Starke-Liebe gekommen. „Er war mal mein Kollege“, sagte sie und arbeitete sich mit ihrem Mann durch die Räume. Juri Starke aus Potsdam zählte eindeutig zu den jüngsten Gästen. Der Zehnjährige war nicht das erste Mal in Wiepersdorf und begründete das so: „Vati war Stipendiat von März bis Ende Juni. Mit Mutti hab ich ihn ab und zu besucht.“ Während der Vater fotografierte, interessierte sich der Sohn fürs Schauspiel. Den Park findet er sehr schön. 

Stände rundeten das Angebot ab. Nicht nur an Kaffee und Kuchen sowie Deftigeres war gedacht. Auch frische Kräuter, Honig, Likör und Produkte aus Aroniabeeren gab es zu kaufen. Auch Mitarbeiter der Bücherstadt Wünsdorf hatten einen Stand aufgebaut.

Von Gertraud Behrendt

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