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Teltow-Fläming Letzter VW aus dem Mercedes-Werk
Lokales Teltow-Fläming Letzter VW aus dem Mercedes-Werk
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06:57 15.12.2016
Die baugleichen Transporter-Zwillinge Crafter von VW und Sprinter von Mercedes. Aus Ludwigsfelde kommen die offenen Baumuster.
Die baugleichen Transporter-Zwillinge Crafter von VW und Sprinter von Mercedes. Aus Ludwigsfelde kommen die offenen Baumuster. Quelle: privat
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Ludwigsfelde

Jetzt verlässt der letzte VW-Transporter vom Typ Crafter die Mercedes-Werkhallen in Ludwigsfelde. Jahrelang fertigte der Betrieb den baugleichen Zwilling des Mercedes-Erfolgsautos Sprinter als Auftragsproduktion für den Konkurrenten.

Der hatte die Nichtverlängerung seines Auftrags lange angekündigt, er produziert den Crafter inzwischen selbst. Wann genau dessen Herstellung in Ludwigsfelde genau endet, mochte niemand sagen. Ein Mercedes-Sprecher in Stuttgart sagte „Mitte Dezember“, bei VW in der Pressestelle erklärte ein Sprecher: „Unser Auftrag lautete Crafter-Produktion. Wo und bis wann Mercedes die Fahrzeuge in seinen beiden Sprinter-Werken fertigt, wissen wir gar nicht.“ Die MAZ erfuhr: Diese Woche verlässt hier der letzte Crafter die Halle. Der VW-Auftrag machte für Ludwigsfelde rund ein Viertel der Jahresproduktion aus. Von dort kommen die offenen Baumuster des Transporters, die geschlossenen Fahrzeuge kommen aus Düsseldorf. 2015 hatten rund 2000 Mercedes-Beschäftigte in Ludwigsfelde mehr als 53 000 Fahrzeuge gefertigt. Seither meldet die Konzernzentrale in Stuttgart in jedem Quartal Produktionsrekorde. Wie berichtet war deshalb nach der Sommerpause in Ludwigsfelde eine dritte Schicht eingeführt worden. Die solle auch nach dem Wegfall der Crafter-Produktion vorerst beibehalten werden, wie der Sprecher in Stuttgart sagt; „sie wird auf absehbare Zeit benötigt, um das anspruchsvolle Produktionsprogramm beim Sprinter zu stemmen.“

Umstellung auf Produktion des neuen Sprinters ist aufwendig

Am 23. Dezember beginnt beim größten Arbeitgeber der Stadt die jährliche Betriebsruhe, bis zum 16. Januar steht die Produktion. „Die Zeit wird genutzt, um notwendige Instandsetzungsmaßnehmen durchzuführen“, so der Sprecher. Zum anderen werde das Werk weiter modernisiert und intensiv auf die Produktion der nächsten Sprinter-Generation vorbereitet, erklärt der Daimler-Mann in Stuttgart. Der Produktionsstart des neuen Sprinters erfordert in allen Produktionsbereichen versetzt eine Umbauphase von rund zwölf Wochen. Deshalb und wegen des Crafter-Wegfalls wird 2017 eine Produktion von etwa 45 000 Fahrzeugen in der Summe angepeilt, sowohl bisherige als auch neue Sprinter -Modelle.

Relativ gelassen sieht man den Wegfall der Auftragsproduktion wegen der guten Nachfrage auch bei der Gewerkschaft. Der hiesige IG-Metall-Chef Tobias Kunzmann sagt: „Auslastungsprobleme sehen wir zurzeit nicht. Aber wir machen uns nach wie vor Sorgen um die Zeit, wenn der VS 30 (Arbeitstitel des neuen Sprinters, d.Red.) angelaufen ist. Was dann aus der Hybrid-Schicht wird, müssen wir sehen.“ In der Nachtschicht arbeitet weniger Personal als in den Tagschichten, die Bänder laufen langsamer.

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Von Jutta Abromeit