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Teltow-Fläming Zukunft des Produktionsstandortes weiter unklar
Lokales Teltow-Fläming Zukunft des Produktionsstandortes weiter unklar
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18:26 29.04.2019
Das Werk des Backwarenherstellers Dahlback in Dahlewitz, seit 2014 „Lila Bäcker“. Quelle: Christian Zielke
Dahlewitz

Die Beschäftigten in der Dahlewitzer Großbäckerei des „Lila Bäcker“ sind derzeit wohl nicht zu beneiden. Verunsicherung sei noch eine milde Beschreibung für das vorherrschende Gefühl, sagt Birgit Weiland von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). „Die Stimmung schwankt zwischen Fassungslosigkeit, Lachen und Weinen.“

In der vorigen Woche hieß es erst, der ganze Standort stehe vor dem Aus. Dann hieß es, die Produktion werde geschlossen. Wie es tatsächlich in Dahlewitz weitergeht, ist aber nach wie vor unklar. Eine für Dienstag anberaumte Betriebsversammlung, bei der sich die Geschäftsführung zur Zukunft des Standortes äußern wollte, wurde nach MAZ-Informationen kurzfristig abgesagt. „Auf Nachfrage des Betriebsrats bei der Geschäftsführung hieß es, der Termin finde nicht statt“, sagt Birgit Weiland.

Kette will Standort in Dahlewitz verkleinern

Die insolvente Bäckereikette hatte in der vorigen Woche angekündigt, den Standort Dahlewitz zu verkleinern, aber als Logistik- und Distributionsstandort zu erhalten. Derzeit werden in Dahlewitz noch Brot und Brötchen für viele Lila-Bäcker-Filialen gebacken, das wäre damit wohl hinfällig. Betroffen davon wären laut NGG etwa 60 Bäcker. Insgesamt arbeiten in Dahlewitz früheren Angaben zufolge rund 120 Beschäftigte. Das Unternehmen will sich zum aktuellen Stand nicht äußern. Es handele sich um einen Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist, heißt es. Zahlen und Verhandlungsstände wolle man deshalb weder bestätigen noch dementieren.

Fest steht aber, dass sich die insolvente Bäckereikette grundsätzlich verkleinern will. Vor knapp zwei Wochen war bekannt geworden, dass der „Lila Bäcker“ 70 bis 75 seiner rund 400 Filialen schließen will, um den Betrieb wieder wirtschaftlicher zu gestalten. Aus internen Kreisen hieß es bereits damals, der Standort Dahlewitz – immerhin neben Pasewalk einer der beiden Hauptsitze der Kette – stehe komplett vor dem Aus. Das hatte das Unternehmen später aber relativiert.

Backtradition seit 1974

Der Standort Dahlewitz hat eine durchaus respektable Backtradition. 1974 wurde dort die „Großbäckerei Dahlewitz“ gegründet, aus der später das Unternehmen Dahlback hervorging, das mit 135 Filialen zu den größten Bäckereien der Region Berlin-Brandenburg gehörte. 2006 stieg erst ein Finanzinvestor in das Unternehmen ein, 2010 fusionierte Dahlback dann mit der Unser Heimatbäcker GmbH, die unter dem Namen „Lila Bäcker“ auftritt. Die Verantwortlichen sprachen damals von „zwei gesunden Unternehmen“, die aus Wachstumsgründen fusionieren. Von Dahlewitz aus wurden weiterhin Filialen mit Brot, Brötchen und Kuchen beliefert.

Vor rund einem Jahr hatte der „Lila Bäcker“ in der Region aber für Unmut gesorgt, weil das Unternehmen die Kuchenproduktion aus Dahlewitz auslagern und dafür 40 Beschäftigten kündigen wollte. Von der NGG heißt es, die Beschäftigten seien nach einer gerichtlichen Einigung wieder eingestellt worden.

„So etwas ungeordnetes noch nicht erlebt“

Im Januar dieses Jahres hatte die Kette Insolvenz angemeldet. Betroffen davon sind in Dahlewitz sowie in den rund 20 Verkaufsfilialen in Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming laut Schätzungen rund 300 Beschäftigte. Diese hatten drei Monate lang Insolvenzgeld erhalten, die Geschäfte laufen bislang aber weiter.

Das Management des anstehenden Betriebsumbaus ruft zumindest in Dahlewitz Kopfschütteln hervor. „Ich habe schon vieles erlebt, aber so etwas ungeordnetes noch nicht“, sagt Birgit Weiland.

Von Oliver Fischer

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