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Teltow-Fläming Neue Geschäftsführerin im Wildpark Johannismühle
Lokales Teltow-Fläming Neue Geschäftsführerin im Wildpark Johannismühle
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00:22 18.08.2018
Lisa Westerhoff ist seit Juli Herrin über die knapp 500 Tiere im Wildpark Johannismühle, zu denen auch Bärin Brenda gehört. Quelle: Victoria Barnack
Johannismühle

Ihren beruflichen Neustart hatte sich Lisa Westerhoff entspannter vorgestellt. Seit einem Monat ist die 27-Jährige neue Geschäftsführerin des Wildparks Johannismühle bei Baruth. „Die hohen Temperaturen und die Trockenheit machen vielen Tieren zu schaffen“, sagt sie, „aber auch für die Mitarbeiter heißt es mehr Arbeit.“

Erst seit März arbeitet Lisa Westerhoff im Wildpark; im Juli löste sie den bisherigen Geschäftsführer Julian Dorsch ab. Seit einigen Wochen wohnt die gebürtige Bielefelderin in einer Wohnung auf dem Wildpark-Areal. „Gerade bei der aktuell hohen Waldbrandgefahr schläft man wesentlich ruhiger, wenn man vor Ort ist“, sagt sie. Die Freizeit kommt momentan ohnehin kurz. Bei den hohen Temperaturen gibt es mehr zu tun als in einem durchschnittlichen deutschen Sommer, der eher mild und verregnet ist.

Lisa Westerhoff ist neue Geschäftsführerin im Wildpark Johannismühle. Quelle: Privat

So haben die Mitarbeiter beispielsweise im gesamten Park zusätzliche Hinweisschilder aufgestellt, mit der Aufforderung, Zigarettenkippen nicht achtlos wegzuwerfen. Für die Gäste im Ferienhaus mitten auf dem Gelände gilt seit einigen Wochen striktes Grillverbot. „Gebrannt hat es auf dem über 150 Hektar großen Areal bisher nicht, weil wir aber nicht jede Ecke permanent kontrollieren können, mussten wir den großen Rundweg sperren“, erzählt die neue Geschäftsführerin.

Auch die tägliche Flugshow am Nachmittag fällt wegen der Mittagssonne oft aus. „Bis auf einen Wüstenbussard wollen unsere Vögel bei diesen Temperaturen nicht mehr fliegen“, sagt Westerhoff.

Mit Obst und anderem Futter locken die Mitarbeiter des Wildparks die Bären in ihren Teich, damit sich der Kreislauf normalisiert. Quelle: Victoria Barnack

Die rund 40 Tierarten im Wildpark sind dennoch uneingeschränkt für die Besucher zu sehen. „Pferde, Auerochsen und Wisente kommen mit der Hitze überraschend gut klar“, sagt Westerhoff, obwohl die meisten von ihnen als heimische Arten mildere Temperaturen gewohnt sind. „Besonders die älteren Tiere haben momentan zu kämpfen.“ Weil sie ihren Energieverbrauch herunterfahren, fressen jetzt beispielsweise die Löwen weniger.

„Bei uns kam es zum Glück noch nicht vor, aber Tierärzte berichten jetzt häufiger von einem Kreislaufkollaps bei Tieren“, erzählt Westerhoff. Die drei Braunbären bekommen ihre Erfrischung deshalb seit einigen Wochen auch mit der Nahrung: Frisches Obst wird im Teich verteilt, damit sich der Körper beim Gang ins Wasser abkühlt; an besonders warmen Tagen gibt es das Essen tiefgekühlt als „Eisbombe“.

Das Wasser im Gehege der Polarwölfe wird ständig nachgefüllt. Quelle: Wildpark Johannismühle

Schwarz-, Damm- und Muffelwild versteckt sich ab den frühen Mittagsstunden im schattigen Wald. Polarwölfe vergraben sich im kühlen Sand. „Für viele Besucher ist das enttäuschend, weil sich die Tiere nach dem Baden am Morgen schnell verziehen“, sagt Westerhoff. Die Besucherzahlen waren in den vergangenen Wochen entsprechend niedrig.

Finanzielle Auswirkungen noch nicht absehbar

Inwiefern sich die andauernde Hitze auf die Finanzen im Wildpark Johannismühle auswirkt, sei noch nicht absehbar, so Westerhoff. Futter für die Tiere musste bisher zumindest nicht zugekauft werden. Dabei sind die weitläufigen Grünflächen fast überall im Park vertrocknet. „Jetzt wäre eigentlich die Zeit, in der die Tiere am meisten zu fressen haben, aber wegen der Hitze müssen wir bereits Laub schneiden“, sagt die Geschäftsführerin. Großzügige Nachbarn und die Stadt Baruth kommen dem Park zu Hilfe. Die Mitarbeiter dürfen jetzt nach Absprache auch abseits des eigenen Areals Flächen mähen und das Futter nutzen, berichtet Westerhoff.

Bei 30 Grad und mehr verbringen Rehe und Hirsche fast den ganzen Tag im Schatten der Bäume. Quelle: Victoria Barnack

Spürbar ist derzeit auch der gestiegene Wasserbedarf, den der Wildpark mit einem eigenen Brunnen deckt. „Die Tiere stehen jetzt stundenlang im Wasser“, sagt Lisa Westerhoff. „Damit die Teiche nicht austrocknen, lassen wir vor allem nachts permanent Wasser zulaufen.“ Für die Mitarbeiter bedeutet das Mehrarbeit, die sie sonst nur aus den Wintermonaten kennen. „Wenn die Leitungen zufrieren, ist die Lage noch schlimmer als jetzt“, sagt die neue Chefin, die sich auf Erfahrungswerte des langjährigen Wildpark-Teams verlassen kann.

Lisa Westerhoff und ihre Mitarbeiter hoffen nun wie viele andere Menschen im Land auf Regen. Pflanzen und Tiere sollen sich erholen, damit die Schäden nicht auch noch im nächsten Jahr zu spüren sind. Wenn der Niederschlag endlich kommt, steht aber erneut eine Menge Arbeit an: „Der Boden ist so ausgetrocknet, dass er kaum Regen aufnimmt“, erklärt die 27-Jährige, „dann sind wir nur noch damit beschäftigt, die Wege zu halten, die das Wasser wegspült.“

Zur Person

Lisa Westerhoff wurde 1990 in Bielefeld geboren. Sie hat Biologische Diversität und Ökologie sowie Anglistik und Germanistik im Bachelor studiert.

Die passionierte Reiterin hat einen Reitstall in Bielefeld geleitet. Berufserfahrung hat sie unter anderem

in einer Wildtierauffangstation auf Costa Rica gesammelt.

Von Victoria Barnack

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