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Teltow-Fläming Lösung für Osdorfer Straße in Sicht
Lokales Teltow-Fläming Lösung für Osdorfer Straße in Sicht
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00:20 03.12.2017
Die Osdorfer Straße in Großbeeren sorgt seit Jahren für Streit zwischen den Großbeerenern und dem Land Brandenburg.
Die Osdorfer Straße in Großbeeren sorgt seit Jahren für Streit zwischen den Großbeerenern und dem Land Brandenburg. Quelle: Foto: Christian Zielke
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Großbeeren

Im Dauerstreit um die Osdorfer Straße scheint nach Jahren eine Lösung in Sicht. Das Land Brandenburg hat sich bereit erklärt, den Ausbau der wichtigen Pendlerstrecke zwischen der B101, Heinersdorf und Berlin finanziell zu unterstützen. Wie der SPD-Landtagsabgeordnete und Großbeerener Gemeindevertreter Helmut Barthel am Donnerstag mitteilte, sei eine Förderung von mindestens 75 Prozent möglich. Das Geld stammt aus dem kommunalen Investitionsprogramm (KIP) des Landes.

Nun ist die Großbeeren am Zug. „Ich plädiere dafür, das Angebot zu prüfen und anzunehmen“, sagte Barthel, auch wenn er sich angesichts der Bedeutung der Osdorfer Straße eine 100-Prozent-Förderung gewünscht hätte. Dennoch sei er über die jüngsten Entwicklungen in Sachen „außerordentlich froh und zuversichtlich“. Die Gemeindevertretung solle den Eigenanteil in den Haushalt für das kommende Jahr einplanen und schnellstmöglich den Förderantrag beim Land einreichen. Barthel regt zudem an, das bisherige Lkw-Verbot nach dem Ausbau beizubehalten.

Trotz Förderung muss Großbeeren rund eine Million Euro zahlen

Großbeerens Bürgermeister Carl Ahlgrimm (CDU) wollte das Angebot des Landes zunächst am Donnerstagabend mit den Gemeindevertretern diskutieren. Trotz der 75-Prozent-Förderung bleibe für die Gemeinde ein Eigenanteil von rund einer Million Euro übrig. Die Gesamtkosten für den Bau der Straße schätzt Carl Ahlgrimm auf bis zu 5,5 Millionen Euro. „Das zahlen wir nicht mal so eben aus der Portokasse“, sagte er.

Seit Jahren streiten sich die Gemeinde und das Land Brandenburg um die Osdorfer Straße. Erst kürzlich hatte Bürgermeister Carl Ahlgrimm angedroht, den Abschnitt zwischen der Osdorfer Scheune und der Berliner Landesgrenze für den Autoverkehr zu sperren und dort einen Geh- und Radweg auszuweisen. Schon jetzt ist das Teilstück, aufgrund seiner geringen Breite von nur 4,65 Metern für Lkw gesperrt, was die Fahrer jedoch gerne ignorieren (siehe Bild).

Land lehnt Übernahme der Straße ab

Die von der Gemeinde angesichts des Verkehrs mit mehr als 10 000 Fahrzeugen am Tag geforderte Heraufstufung von einer Kommunal- zur Landesstraße hat die Landesregierung bislang stets abgelehnt. „Das Verkehrsaufkommen allein ist kein Kriterium“, sagte Steffen Streu, der Sprecher des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung (MIL). Wenn dem so wäre, müssten sämtliche Straßen im Speckgürtel künftig in Landesstraßen umgewidmet werden. „Dafür gäbe es in der Prignitz oder Uckermark dann gar keine Landesstraßen mehr“, sagte Streu. Dennoch sei dem MIL bewusst, dass es einen dringenden Bedarf gebe, die Osdorfer Straße auszubauen. Dazu habe das Land den Großbeerenern immer wieder Unterstützung angeboten. „Bisher ist kein Förderantrag eingegangen“, sagte Streu.

Erschwert würden die Diskussionen auch durch das Land Berlin, das die Osdorfer Straße auf seinem Stadtgebiet nur als sonstige Straße führt, was einer Gemeindestraße in Brandenburg entspricht. Eine Heraufstufung zur Straße zweiter Ordnung, die einer Landesstraße gleich kommt, plant Berlin nicht.

Von Christian Zielke