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Teltow-Fläming Luckenwalde ist Teltow-Flämings Knöllchen-König
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde ist Teltow-Flämings Knöllchen-König
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00:19 24.11.2013
Immer ärgerlich, oft teuer: das Knöllchen Quelle: dpa

Es ist dieser gemeine Zettel. Er klemmt hinter dem Scheibenwischer, man weiß sofort, was man verbrochen hat – die Parkuhr schlicht vergessen oder hoch gepokert und auf den Parkschein verzichtet. Den Politessen ist das egal. Wer nicht richtig parkt, der bekommt ein Knöllchen verpasst. Und wenn wir ehrlich zu uns sind: Unschuldig sind wir in den wenigsten Fällen.

Das Fehlverhalten der Autofahrer ist für Kommunen aber kein Grund für Traurigkeit. Bedeutet doch jeder Strafzettel auch eine Einnahme. Doch welche Stadt in Dahmeland-Fläming verdient am meisten dank der Knöllchen? Und wo werden die meisten davon ausgestellt?

Zwar nicht auf Platz eins, aber dennoch ganz vorne mit dabei ist Wildau. 78.000 Euro haben die Strafzettel in diesem Jahr bereits in die Stadtkasse gespült. Bisher sind schon mehr als 4000 der teuren Papierchen an Autoscheiben angebracht worden. Häufigster Grund: Falschparken. „Einen Schwerpunkt bildet dabei das A10-Center“, sagt Hartmut Schliemann von der Stadtverwaltung.

Von Summen im fünfstelligen Bereich ist Mittenwalde weit entfernt. 771 Knöllchen sind dort seit Beginn des Jahres an den Autofahrer gebracht worden, die Stadt rechnet bis Ende 2013 mit Einnahmen in Höhe von 5400 Euro.
Am sparsamsten verteilt die Clauertstadt Trebbin die ungeliebten Verwarnzettel. In diesem Jahr wurden 200 Ordnungswidrigkeiten in Sachen Parken geahndet – für die Stadt sind das Einnahmen von etwa 3000 Euro. In der Clauertstadt geht man etwas zurückhaltender mit den Knöllchen um. Dieses Jahr habe man mit rund 200Bürgern das Gespräch gesucht und an sie appelliert, künftig die Autos ordnungsgemäß zu parken, berichtet Beate Rantzsch von der Stadtverwaltung. Die Ermahnten kamen also erst einmal günstig davon.

Denn je nachdem, was man beim Parken falsch macht, kann es teuer werden. Bei zehn Euro beginnt das bundesweit einheitliche Ordnungsgeld für Falschparker. Wer aber seine Parkzeit ordentlich überzieht oder sich unrechtmäßig auf einen Behindertenparkplatz positioniert, der muss bis zu 35 Euro berappen.

Dass das so manchen richtig wurmt, erlebt Gabriela Kaiser regelmäßig. „Abzocker“ und andere Nettigkeiten muss die Sachgebietsleiterin des Jüterboger Ordnungsamts unter „Verwendungszweck“ der Überweisungen des öfteren lesen. Sie nimmt das aber mit Humor. In diesem Jahr sind bisher rund 3000 Strafzettel verteilt worden. 30.000 Euro sollen laut Haushaltsplan die Knöllchen dieses Jahr einbringen. „Man kann das aber nicht auf den Heller genau planen. Unsere Überwachungskräfte müssen schließlich kein Pensum erfüllen“, sagt Gabriela Kaiser.

Etwas mehr Verwarnungen als in Jüterbog gab es in den vergangenen elf Monaten in Zossen. Dort zählte man rund 3600 verteilte Knöllchen. Vor allem in der Innenstadt, aber auch vor der Schule in Dabendorf ertappen die Mitarbeiter des Ordnungsamts regelmäßig Falschparker. Durch die bundesweite Anhebung der Verwarngelder Anfang des Jahres verdient die Stadt sogar mehr als geplant an den Autofahrern: 40000 waren im Haushalt einkalkuliert – tatsächlich liegen die Einnahmen schon jetzt bei 60.200 Euro.

Zwar liegt Luckenwalde bei den Einnahmen hinter Zossen, dafür wurden dort aber mehr Strafzettel verteilt – knapp 5000 sind es in diesem Jahr. „Am häufigsten ausgestellt werden Verwarnungsgelder auf dem Parkplatz Saarstraße und bei Behinderung der Kehrmaschine“, weiß Luckenwaldes Pressesprecherin Sonja Dirauf zu berichten.

Bleibt nur noch der Knöllchen-König des Städtevergleichs: Königs Wusterhausen. Mit bis zu 100.000 Euro an Einnahmen rechnet die Stadtverwaltung in diesem Jahr. Mehr als 10000 Ordnungswidrigkeiten wurden im Bereich der Straßenverkehrsordnung begangen, teilt Pressesprecherin Katrin Dewart-Weschke mit. Die Mitarbeiter des Ordnungsamts verteilen die Zettelchen nicht nur in der Innenstadt; auch in den sieben Ortsteilen wird patroulliert. Der häufigste Grund für ihre Botschaften an der Frontscheibe ist die vergessene Parkscheibe, die meisten Knöllchen verteilen sie am Parkplatz des Kreisverkehrs am Königs Wusterhausener Bahnhof.

Es ist also egal, in welcher der hiesigen Städte man seinen fahrbaren Untersatz abstellen will, die Knöllchen-Gefahr herrscht überall. Wer also keine ungeliebten Nachrichten unterm Scheibenwischer entdecken will, sollte eins bedenken: Parkscheibe gut sichtbar hinlegen oder Kleingeld in die Parkuhr rieseln lassen. Und natürlich pünktlich zurück sein.

Von Nadine Pensold

Die Strafzettel-Statistik auf einen Blick

Platz 1: Königs Wusterhausen: Hier werden die meisten Knöllchen an die Autofahrer gebracht. Im vergangenen Jahr waren es rund 7600, dieses Jahr sind es bereits 10300. Bis Ende des Jahres sollen so bis zu 100.000 Euro in die Stadtkasse gespült werden.
Platz 2: Luckenwalde: Knapp 5000 Strafzettel wurden dieses Jahr bereits verpasst, im Jahr 2012 waren es 4793. So kamen in diesem und im vergangenem Jahr mehr als 100.000 Euro zusammen.
Platz 3: Wildau: Für aktuell rund 4000 Strafzetteln gibt es Bronze im MAZ-Vergleich. Ginge man nach den Einnahmen, würde die Stadt Wildau sogar auf dem Silbertreppchen stehen: Allein dieses Jahr kamen schon 78000 Euro durch Verwarngelder zusammen, 2012 waren es 89.000 Euro.
Platz 4: Zossen: Mit bisher rund 3620 Strafzetteln in diesem Jahr landet Zossen an vierter Stelle. Zusammen mit weiteren 697 Bußgeldbescheiden kamen so schon 60.200 Euro an Einnahmen zusammen. 2012 gab es 3583 Knöllchen in Zossen.
Platz 5: Jüterbog: Vergangenes Jahr hat die Stadt Jüterbog rund 36000 Euro mit Strafzettel verdient. 3793 Stück wurden damals ausgestellt, dieses Jahr wurden schon 3095 verteilt.
Platz 6: Mittenwalde: Nur 194 Knöllchen gab es dort im Jahr 2012. Dieses Jahr sind es da schon einige mehr: 771. Für 2013 hat die Stadt 5400 Euro Einnahmen eingeplant.
Platz 7: Trebbin: Schlusslicht bei den Knöllchen-Verteilern ist Trebbin. 2012 gab es 188, dieses Jahr bisher 200 Zettel-Botschaften vom Ordnungsamt. Für die Stadtkasse bedeutete das 2013 schon mehr als 2800 Euro Einnahmen.
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