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Luckenwalde „Die Hoffnung, helfen zu können“
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde „Die Hoffnung, helfen zu können“
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16:15 30.12.2018
Es piekt kurz, dann kann das Blut der Spenderin entnommen werden.
Es piekt kurz, dann kann das Blut der Spenderin entnommen werden. Quelle: Antonia Engel
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Luckenwalde

 Das neue Jahr rückt näher und damit auch die guten Vorsätze. Am Sonntag konnte man im DRK-Haus des Ehrenamts Luckenwalde gleich einen davon umsetzen: Mit einer Blutspende tut man nicht nur seinem eigenen Körper etwas Gutes, sondern auch vielen anderen Menschen.

Claudia Müller aus Luckenwalde hat diesen Vorsatz schon mehrmals in die Tat umgesetzt. Seit ihrem 18. Lebensjahr spendet sie Blut. Sie kam durch ihre Eltern dazu.„Ich mache das, weil ich eine seltene Blutgruppe habe“ sagte Müller.

Ihre Blutgruppe Null negativ gilt als „Universalspender“ – alle anderen Blutgruppen können sie als Spende annehmen. Umgekehrt kann eine Person der Blutgruppe Null negativ nur ausschließlich diese empfangen. Das war auch der Grund für Ines Karsch, zu spenden, denn sie gehört auch dieser Blutgruppe an. „Es gibt mir ein gutes Gefühl und die Hoffnung, helfen zu können“ sagte sie.

Konserven sind 42 Tage haltbar

Das gesammelte Blut wird im Labor verarbeitet und in seine Bestandteile aufgespalten. Die Konserven kommen dann wieder zurück zum DRK, um von dort aus auf die Krankenhäuser verteilt zu werden. „Wir spenden quasi aus der Region für die Region“ sagte Jacqueline Hönicke vom Blutspendedienst.

Besonders Krebspatienten sind auf diese Spenden angewiesen. „Man denkt immer, das Blut wird eher für Unfallpatienten eingesetzt, aber die Chemotherapie richtet viel mehr Schaden an“ sagte Hönicke. Bei der Therapie werden nicht nur die vom Tumor befallenen Zellen zerstört, sondern auch die gesunden Zellen. Das kann vorübergehend die körpereigene Blutbildung verlangsamen.

Haltbar sind die Blutkonserven allerdings nur 42 Tage, weshalb das DRK-Haus alle zwei Wochen die Möglichkeit anbietet, Blut zu spenden. Diese Termine sind jedoch nicht immer so gut besucht wie der Sondertermin zu den Feiertagen. Vor allem im Sommer gab es Probleme, genügend Spender zusammen zu bekommen.

Vor dem Spenden muss man etwas im Magen haben

Dafür meldeten sich nun umso mehr: 115 Spender fanden sich am Sonntag im DRK-Haus ein. „Das, was wir im Sommer weniger hatten, haben wir jetzt wieder gut gemacht“ sagte Frank Bormann, der sich über den Ansturm freute. Zusammen mit Heidi Reichert übernahm der Ehrenamtler die Anmeldung, überprüfte die Daten und verteilte Fragebögen. Mit diesen und einem folgenden Hämoglobin-Wert-Test wurden gesundheitliche Risiken wie Krankheiten oder eine zu niedrige Anzahl der Blutkörperchen ausgeschlossen.

Voraussetzung für das Spenden von Blut ist nicht nur die Volljährigkeit, sondern unter anderem auch, dass die letzten Reiseaufenthalte in südlichen Ländern oder das Stechen von Piercings und Tattoos mindestens vier Monate zurückliegen. Auch ist es wichtig, „dass man vorher ausreichend gefrühstückt hat, sonst kann der Kreislauf zusammenbrechen“ sagte Hönicke.

Unter den vielen Spendern fanden sich auch acht Neuspender ein, die die Mitarbeiter des DRK-Hauses herzlich aufnahmen. „Am Ende zählt jede Spende“ sagte Hönicke.

Von Antonia Engel