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Luckenwalde 22 Kandidaten fürs Schöffenamt nominiert
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde 22 Kandidaten fürs Schöffenamt nominiert
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02:24 21.04.2018
Das Amtsgericht in Luckenwalde.
Das Amtsgericht in Luckenwalde. Quelle: Hartmut F. Reck
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Luckenwalde

Für die neue Amtszeit der Schöffen von 2019 bis 2023 muss die Stadt Luckenwalde mindestens zwölf Kandidaten benennen. Eine Liste mit 22 Bewerbern haben die Stadtverordneten jetzt mehrheitlich beschlossen. Sie soll alle Gruppen der Bevölkerung nach Geschlecht, Alter, Beruf und sozialer Stellung angemessen berücksichtigen. Die Auswahl, welcher Bewerber tatsächlich zum Schöffen ernannt wird, trifft ein Wahlausschuss beim Amtsgericht.

Während in einigen Regionen händeringend Schöffen gesucht und nicht genügend gefunden werden, hatten die Luckenwalder Stadtverordneten ein ganz anderes Problem. Sie strichen einen von der Liste: Lutz Mikolaschek.

Peinliches Prozedere

Das Prozedere bis zu dieser Entscheidung war einigermaßen blamabel. Felix Thier (Linke) brachte sein Befremden zum Ausdruck, dass die Bewerberliste öffentlich beraten und im Block abgestimmt wird. „Im Kreis ist das eine geheime Abstimmung“, sagte er. Rechtsamtsleiterin Anette Wolters erklärte: „Die Verfahrensweise ist umstritten, aber generell öffentlich möglich, denn die Bewerber wissen, dass ihre Daten öffentlich gemacht werden.“

„Es geht um ein öffentliches Ehrenamt, also muss man die Liste auch öffentlich behandeln“, so Christoph Guhlke (CDU). Jochen Neumann (Linke) wiederum verwies auf „höchst persönliche Daten“.

Liste unter Ausschluss der Öffentlichkeit beraten

Die Liste wurde kurzerhand unter Ausschluss der Öffentlichkeit beraten, um sie dann öffentlich zu beschließen. Offiziell fiel der gestrichene Name Lutz Mikolaschek nicht, aber aus der Ursprungs- und der beschlossenen Liste kann sich jeder seinen Reim machen.

Lutz Mikolaschek sieht seine Niederlage gelassen: „Ich habe mich schon dreimal beworben und bin dreimal runtergeflogen. Anscheinend passt meine direkte Art einigen nicht.“ Ein weiteres Mal werde er sich nicht bewerben, sagt er und macht seinen Frieden auf andere Art. „Seit 2004 bin ich Schöffe am Sozialgericht in Potsdam und monatlich bei einer Verhandlung dabei. Dort schätzt man offenbar meine Meinung“, so Mikolaschek.

Von Elinor Wenke

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