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Luckenwalde Krankenhaus: Alle Arbeitsplätze und Betten sind sicher
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Krankenhaus: Alle Arbeitsplätze und Betten sind sicher
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01:15 24.03.2019
Die Lichter bleiben an: Der Käufer des Luckenwalder Krankenhauses will weder Betten noch Stellen abbauen.
Die Lichter bleiben an: Der Käufer des Luckenwalder Krankenhauses will weder Betten noch Stellen abbauen. Quelle: foto: Margrit Hahn
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Luckenwalde

Aufatmen für Angestellte und Patienten in Luckenwalde: Auf MAZ-Nachfrage hat der neue Betreiber, die KMG Kliniken, nun bestätigt, dass alle Arbeitsplätze erhalten bleiben werden.

„KMG wird selbstverständlich keine Betten in Luckenwalde abbauen“, erklärte Pressesprecher Franz Christian Meier wenige Tage nach der Unterzeichnung des Vertrages, „auch ein Personalabbau ist nicht geplant.“

Alter Insolvenzplan sah Kündigungen vor

Am Montag hatten die KMG Kliniken den Vertrag zur Übernahme aller Krankenhäuser und Tochterunternehmen der insolventen DRK Krankenhausgesellschaft Thüringen-Brandenburg unterschrieben.

Noch während der Verhandlungen mit verschiedenen Bietern war ein Insolvenzplan vorgestellt worden, der eine große Anzahl von Kündigungen und einen Abbau von Betten vorgesehen hatte. In Luckenwalde wären davon langfristig 14 Arbeitsplätze und 60 Patientenbetten betroffen gewesen.

Von diesen Plänen will der neue Betreiber nun offenbar absehen. An die Maßnahmen, die ein Wirtschaftsunternehmen ausgearbeitet hatte, waren die KMG Kliniken nicht gebunden.

Geriatrie soll ausgebaut werden

„Das Krankenhaus Luckenwalde ist bereits heute sehr gut aufgestellt mit einem sehr guten medizinischen Leistungsspektrum“, erklärte Konzernsprecher Meier weiter.

Anstatt das Luckenwalder Krankenhaus wegen der zuletzt schlechten finanziellen Lage schrumpfen zu lassen, bekennt sich die Käufergesellschaft sogar zu Investitionsplänen aus der Vergangenheit. „KMG wird kurzfristig insbesondere in die Planungen für die noch anstehenden Baumaßnahmen wie etwa der Geriatrie einsteigen“, sagte Franz Christian Meier.

Stefan Eschmann ist Vorstandsvorsitzender der KMG Kliniken. Quelle: Claudia Bihler

Neben der KMG hatten mehrere andere Unternehmen am Bieterwettbewerb um die DRK-Krankenhäuser teilgenommen. Das Konzept der KMG sei vor allem deshalb ausgewählt worden, weil es vorsieht, die vier Häuser „in eine solide Zukunft zu führen, in der Medizin für die Menschen in der Region auf hohem Niveau angeboten werden kann“, heißt es von Seiten des bezuschlagten Konzerns.

Landkreis pocht weiter aufs Mitspracherecht

Die von zahlreichen Lokalpolitikern geforderte Beteiligung des Landkreises steht derweil weiter offen. „KMG befindet sich aktuell in den finalen und angenehmen Gesprächen mit dem Landkreis Teltow-Fläming über die Ausgestaltung der Zusammenarbeit“, erklärte Sprecher Meier.

Stadt, Landkreis und Land setzen sich seit Wochen gemeinsam für ein Mitspracherecht auf kommunaler Ebene ein. Quelle: Elinor Wenke

Auch Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) beschreibt den ersten Kontakt zum KMG-Vorstandsvorsitzenden Stefan Eschmann als angenehm. Die bisherigen Gespräche seien „sehr sachlich und bezogen auf die aus unserer Sicht notwendigen Dinge“, erklärte sie und setzt sich weiterhin dafür ein, dass der Landkreis künftig in wichtige Entscheidung über das Krankenhaus miteinbezogen wird.

„Die alte Struktur ,Krankenhauskuratorium’ bietet diese Möglichkeit nicht“, so Wehlan. KMG-Chef Eschmann habe sich sehr aufgeschlossen gegenüber den Wünschen des Landkreises gezeigt. Details werden aber erst in der nächsten Woche besprochen.

Von Victoria Barnack