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Luckenwalde Alter Stadtplan neu aufgelegt
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18:11 16.07.2019
Der Luckenwalder Heimatforscher Dietrich Maetz präsentiert den Stadtplan Luckenwalde von 1794. Quelle: Elinor Wenke
Luckenwalde

Für Interessierte der Luckenwalder Stadtgeschichte dürfte die neue Errungenschaft im Luckenwalder Heimatmuseum eine wahre Kostbarkeit sein: Es gibt in gedruckter Form einen Luckenwalder Stadtplan aus dem Jahr 1794 – und zwar nicht schwarz auf weiß, sondern tatsächlich in Farbe. „Als Fotografie hatten wir ihn schon lange“, sagt Museumsleiter Roman Schmidt, „aber aus dem Archiv Potsdam haben wir nun ein Original bekommen.“

Eindeutige Stadtgrenzen

Schmidt ist begeistert: „Der Plan ist in Farbe und zeigt eindeutig die Stadtgrenzen. Luckenwalde begann damals erst hinter der Nuthe.“ Damit ist der Bereich östlich der Nuthe gemeint, also vom Flüsschen in Richtung der heutigen Fußgängerzone.

Namen der Hauseigentümer festgehalten

Auf dem Plan ist nicht nur jedes einzelne Kolonistenhaus eingezeichnet, sondern auch die Namen der damaligen Besitzer eingetragen. „Auf dem heutigen Volltuchgelände, auf der anderen Seite der Nuthe, stand damals ganz allein die Fabrik und noch kein Wohnhaus“, erklärt Schmidt.

Luckenwalder Hafen

Und er weist auf einen weiteren spannenden Aspekt hin: „Die Likörfabrik Falckenthal war damals noch eine Gaststätte, in der das Geschäft wahrlich boomte.“ In Höhe der heutigen Polizeiwache war damals das Stadttor. Die Gaststätte Falckenthal stand außerhalb der Stadtgrenze und sparte deshalb ordentlich Steuern ein. Das Geschäft florierte, denn ständig kamen Pferdegespanne vorbei, die dort Rast machten. „Selbst der einstige Luckenwalder Hafen – an der Nuthe in Höhe der heutigen Polizei – ist abgebildet“, sagt Schmidt.

Der Stadtplan Luckenwalde von 1794. Quelle: Archiv Potsdam

Er und der Luckenwalder Geograf Ralf Eyssen hatten die Idee, den Stadtplan zu vervielfältigen und als originelles Luckenwalder Präsent anzubieten. „Der Plan darf offiziell kopiert werden“, sagt Eyssen. Mit Marco Mehlhorn von der Werbefactory fanden sie einen geschickten Gestalter, der den Plan digital bearbeitete und ausdruckte.

Heimatforscher Dietrich Maetz hat den entsprechenden historischen Text formuliert. „Der grob nach Osten ausgerichtete kolorierte und mit den Namen der Hauseigentümer versehene Stadtplan ist ein eindrucksvolles Dokument der Stadtgeschichte“, sagt Maetz. „Er zeigt oben östlich der Nuthe die Altstadt und links westlich der Nuthe die Trebbiner Vorstadt.“

Etablissements gebaut

Die größte Veränderung zum Plan von 1600 sei die zweite Stadterweiterung südwestlich des Jüterboger Stadttores. Weil die Stadt die steigende Zahl angeworbener Handwerker nicht mehr unterbringen konnte, wurden für 180 Weber- und Spinnerfamilien sogenannte Colonisten Etablissements gebaut. Maetz verweist ebenfalls auf die Geschichte der Tuchherstellung am Haag und die Bevölkerungszahl. „1794, als der Stadtplan gezeichnet wurde, hatte Luckenwalde rund 3500 Einwohner“, erklärt Maetz.

20 Exemplare des gedruckten Stadtplanes in den Maßen 60 mal 80 Zentimeter und auf hochwertigem Papier hat Ralf Eyssen bereits verschenkt oder verkauft. „Er eignet sich auch bestens als Geschenk für ehemalige Luckenwalder“, schwebt ihm vor. Zusammen mit weiteren Plänen von 1752 bis zu DDR-Zeiten könnte eine ganze Mappe vermarktet werden. „Vielleicht findet sich dafür noch eine Möglichkeit“, hofft Eyssen.

Von Elinor Wenke

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