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Luckenwalde Weniger Arbeitslose im Landkreis Teltow-Fläming
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Weniger Arbeitslose im Landkreis Teltow-Fläming
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16:09 30.09.2019
Marko Naue und Anke Lehmann leiten die Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit in Luckenwalde und Zossen. Quelle: Victoria Barnack
Luckenwalde

Es ist ein Kommen und Gehen. Arbeitslose melden sich neu an, suchen Beratungsgespräche; wieder andere melden sich ab, weil sie inzwischen einen Job gefunden haben. Dabei könnte man aufgrund der reinen Statistik denken, dass bei der Agentur für Arbeit in Teltow-Fläming weniger los ist als anderswo. Immerhin liegt die Arbeitslosenquote auf einem wünschenswert niedrigen Niveau. Im September ist sie erneut von 4,4 auf 4,3 Prozent gesunken.

Beispiel Zossen: Viel Bewegung am Arbeitsmarkt

Doch dass weniger Arbeitslose auch gleich weniger Aufwand für die Arbeitsagentur bedeutet, ist ein Trugschluss. Die Leiterin der Zossener Geschäftsstelle, Anke Lehmann, kann ein Lied davon singen. Die Arbeitslosenquote liegt dort sogar nur bei 3,4 Prozent. „Was die Statistik nicht auf den ersten Blick verrät: Bei uns ist die Fluktuation besonders hoch“, sagt Anke Lehmann.

Die monatliche Arbeitslosenstatistik offenbart auch, dass hier besonders viele Stellen frei sind und wie viele Menschen sich seit dem Jahresbeginn an- oder abgemeldet haben: 5378 Zugänge stehen 5264 Abgängen bei den Arbeitslosen gegenüber. Seit 1. Januar gab es außerdem über 3600 neue Stellen.

In Teltow-Fläming werden Arbeitslose an mehreren Standorten betreut, unter anderem beim Jobcenter in Luckenwalde. Quelle: Victoria Barnack

Zum Vergleich: In der Luckenwalder Geschäftsstelle liegt die Arbeitslosenquote mit derzeit 5,9 Prozent zwar deutlich höher. Dort meldeten sich seit Jahresbeginn aber nur 4798 Menschen arbeitslos; 4835 Menschen wurde ein Job vermittelt. Neue Stellen gib es seit 1. Januar aber gerade einmal 1161. Im Schnitt melden sich in Zossen also täglich zwei bis drei Menschen mehr an oder ab.

Vom starken Norden profitiert auch der Süden

Kein Wunder, dass Anke Lehmann mehr Mitarbeiter zur Verfügung hat als ihr Luckenwalder Kollege. Marko Naue leitet die Geschäftsstelle in der Kreisstadt. Trotz klar getrenntem Kundenkreis: An den Grenzen machen die Arbeitslosen nicht Halt.

Davon, dass es im Norden von TF viel mehr Jobs gibt als im Süden, profitieren alle Regionen. „Jemand aus Trebbin, der in Luckenwalde beraten wird, macht natürlich lieber den kurzen Arbeitsweg nach Ludwigsfelde“, sagt Anke Lehmann.

Auch ein Aspekt der September-Statistik: Viele junge Menschen starteten eine Bildung. Für Unentschlossene gab es Ausbildungsmessen, wie hier in Luckenwalde. Quelle: Björn Ole Müller

Im Gegensatz zum Vorjahr gibt es in Teltow-Fläming im September insgesamt weniger Arbeitslose. „Das ist nur dadurch möglich, dass wir unsere Kunden jetzt engmaschiger betreuen als früher“, sagt Marko Naue. Fast 300 Menschen haben es beispielsweise aus der Langzeitarbeitslosigkeit heraus geschafft.

Weniger Bedarfsgemeinschaften in TF

Ein positiver Nebeneffekt: Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften in TF ist dadurch ebenfalls gesunken – also jene Familien, die ihren Lebensunterhalt nicht aus dem eigenen Einkommen bestreiten können.

Während es vor zwölf Monaten noch knapp 5400 solcher Bedarfsgemeinschaften gab, sind es inzwischen nur noch knapp 4870. „Ein sehr positives Signal“, resümiert Naue, „das vor allem für die Kinder gut ist, die in diesen Haushalten leben.“

Ziel für den Rest des Jahres: Gute Quote halten

Für das Restjahr haben sich Lehmann und Naue ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Sie wollen die ohnehin niedrige Arbeitslosenquote in TF halten. „Wenn die Herbstbelebung vorüber ist, wird das eine große Herausforderung“, sagt Marko Naue. Sprünge nach unten erwartet er nicht mehr. In den kommenden Monaten gelte es viel mehr, die erwartbaren neuen Arbeitslosen aufzufangen.

Mit dem Ende der warmen Jahreszeit und der Ernte betrifft das beispielsweise Mitarbeiter in der Landwirtschaft. „Darauf, wie groß die Herausforderung tatsächlich für uns wird, hat auch das Wetter großen Einfluss“, sagt Anke Lehmann. Ein milder Winter würde vor allem Mitarbeitern in der Baubranche zugute kommen.

Von Victoria Barnack

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