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Luckenwalde Betreuungsvereine fordern mehr Geld
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Betreuungsvereine fordern mehr Geld
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01:16 12.04.2019
Mit einer Vorsorgevollmacht oder einer Betreuungsverfügung beschäftigen sich in Teltow-Fläming viele Menschen erst im Ernstfall. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Luckenwalde

Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuung durch eine fremde Person: Für viele Menschen in Teltow-Fläming sind das noch immer Tabu-Themen. „Dabei kann es jeden treffen“, sagt Gudrun Buchmann.

In der Kreisverwaltung ist sie für alle Angelegenheiten rund um die Betreuung zuständig. Für Betroffene geht es dann oft um so wichtige Angelegenheiten wie offene Rechnungen, Mietfragen oder Erbschaften. „Jeder von uns kann in die Lage geraten, seine eigenen Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln zu können“, sagt sie, „sei es durch einen Unfall oder eine Krankheit.“

Karin Schühlein ist ehrenamtliche Betreuerin beim Betreuungsverein Fläming. Sie regelt die Angelegenheiten für fremde Menschen, die das nicht mehr selbst können. Quelle: Victoria Barnack

Immer wieder plädiert Buchmann deshalb zum Beispiel dafür, schon im jungen Alter eine Vorsorgevollmacht auszufüllen. „Innerhalb der Verwaltung habe ich zuletzt im Rahmen der Personalversammlung zu diesem Thema informiert“, berichtet sie. Die Resonanz sei gut.

„Interesse leider oft gering“

Buchmann hofft deshalb, dass sich auch die breite Bevölkerung mehr mit dem Thema beschäftigt. Denn die Erfahrung zeigt noch ein anderes Bild: „Bei unserem Tag der offenen Tür in der Betreuungsbehörde ist das Interesse leider oft gering“, berichtet sie.

Einwohner und Angehörige erhalten dort Informationen und Unterstützung zur Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung.

Keine Statistiken über private Vollmacht

Wie viele solcher Dokumente es in Teltow-Fläming gibt, weiß auch Gudrun Buchmann nicht. „Eine Vorsorgevollmacht beispielsweise machen die meisten Menschen im Privaten“, sagt sie, „deshalb gibt es darüber keine Statistiken.“ Auch die Zahl der Beratungen wird nicht erfasst. „Sie finden telefonisch oder bei Hausbesuchen und oft auch über die Vereine statt.“

Der Freie Betreuungsverein Teltow-Fläming ist einer von vier im Landkreis. Quelle: Christian Zielke

Insgesamt vier Betreuungsvereine gibt es in Teltow-Fläming. Sie koordinieren die Arbeit ehrenamtlicher Betreuer sowie Vorsorgebevollmächtigter und führen Weiterbildungen durch.

Finanzielle Lage der Vereine ist schlecht

Doch die Vereine klagen zunehmend über schlechte Rahmenbedingungen ihrer Arbeit. Erst seit 2015 gibt es wieder eine finanzielle Unterstützung vom Land Brandenburg.

„Leider hat der Landkreis Teltow-Fläming seit 2013 die Förderung der sogenannten Querschnittsarbeit der Betreuungsvereine eingestellt“, erklärt Andreas Herrmann, Geschäftsführer des Betreuungsvereins Fläming aus Jüterbog.

Andreas Herrmann leitet den Betreuungsverein Fläming in Jüterbog. Quelle: Maz

Sein Verein hofft auf ein Umdenken des Landkreises. Denn in den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der zu betreuenden Personen in Teltow-Fläming auf einem hohen Niveau eingependelt.

2702 Menschen aus dem Landkreis Teltow-Fläming befanden sich zum Jahresende 2018 in einer Betreuung. Die Zahl ist seit einigen Jahren zwar leicht rückläufig, im Vergleich zum Jahr 2013 aber relativ hoch: Damals mussten 2546 Personen betreut werden.

Die vier Betreuungsvereine sind im gesamten Gebiet des Landkreises verteilt. Sie haben ihren Sitz in Zossen, Luckenwalde, Jüterbog und Dahme.

1064 Familienangehörige kümmern sich in Teltow-Fläming um die Betreuung von Betroffenen aus ihrem privaten Umfeld.

58 Menschen aus dem Landkreis betreuen fremde Personen ehrenamtlich.

Zwar finden sich in vielen Fällen noch Familienangehörige, die in akuten Fällen als Betreuer einspringen. Doch neue Ehrenamtler, die sich auch um die Angelegenheiten fremder Personen kümmern wollen, sind nach wie vor schwer zu finden.

Betreuungsvereine fordern bessere Vergütung

Andreas Hermann und seine Kollegen fordern deshalb eine Erhöhung der Betreuungsvergütung. Die ist zwar auf Bundesebene geplant, doch geht den Akteuren in TF nicht weit genug. Hermann kritisiert, die Erhöhung sei „Augenwischerei“ und „in keinem Fall kostendeckend.“

Die Stundenpauschale war zuletzt vor fast 15 Jahren angepasst worden. Wie die Zukunft der Betreuungsvereine in Teltow-Fläming aussehen wird, ist noch unklar. Anderswo haben sich ähnliche Organisationen bereits aufgelöst.

Von Victoria Barnack

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