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Luckenwalde Brandschutz: Kontrolle in jeder zweiten Kita und Schule überfällig
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Brandschutz: Kontrolle in jeder zweiten Kita und Schule überfällig
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00:24 13.05.2019
Feuerwehrübung am Goethe-Schiller-Gymnasium Jüterbog im vergangenen Jahr. Ein Brandschau in der Schule steht seit 2017 aus. Quelle: Uwe Klemens
Luckenwalde

Jede zweite Betreuungseinrichtung in Teltow-Fläming kann keine aktuelle Brandschau vorweisen. In insgesamt 80 Kitas, Schulen und Seniorenheimen stehen die Kontrollen zum Teil seit mehreren Jahrzehnten aus. Das geht aus einer Anfrage des Kreistagsabgeordneten Dirk Steinhausen (Wir für TF) an die Kreisverwaltung hervor.

Welche Schulen in Teltow-Fläming sind mit den Brandschauen überfällig? Die Bildergalerie gibt eine Übersicht.

„Dass der Zustand dramatisch ist, lässt sich nicht wegreden“, sagt Teltow-Flämings Kreisbrandmeister Tino Gausche. Besonders deutlich wird das bei den kreiseigenen Schulen.

Nur eines von zwölf Objekten ist derzeit brandschutztechnisch geprüft – ausgerechnet jene Schule, die geschlossen werden soll: die Förderschule „Pestalozzi“ in Jüterbog. Negativ-Spitzenreiter ist die Ludwigsfelder Förderschule. Dort steht die Brandschau seit 1999 aus.

Alle drei Jahre muss kontrolliert werden

Kontrolliert werden müssen jedoch nicht nur die Schulen, deren Träger der Kreis selbst ist. Auch bei allen Tageseinrichtungen für Kinder, Menschen mit Behinderung und Senioren mit mindestens zwölf Plätzen ist die Verwaltung in der Pflicht. Dasselbe gilt für alle weiteren Schulen in Teltow-Fläming.

Denn der Landkreis ist als zuständige Brandschutzdienststelle für die Kontrollen verantwortlich. Nur Luckenwalde übernimmt die Aufgabe eigenständig. In 85 von mehr als 160 Fällen ist die Frist für die Brandschau abgelaufen. Alle drei Jahre müssen Kitas, Schulen und Co. kontrolliert werden.

Bei einer kreisweiten Feuerwehrübung simulierten Rettungskräfte vor einem Jahr den Ernstfall. Quelle: Uwe Klemens

Im Ernstfall könnte das schwerwiegende Konsequenzen haben: „Eine fehlende Rauchschutztür zum Beispiel kann Auswirkungen sowohl für die Nutzer des Objektes – sie müssen weitere Wege zurücklegen, um in einen rauchfreien Bereich zu gelangen – als auch für die Feuerwehr haben – sie muss sich erst um die Rettung kümmern und kann erst anschließend den Brand bekämpfen“, erläutert Gausche.

Fehlender Brandschutz betrifft alle Kommunen

In Niedergörsdorf ist die frisch sanierte Kita „Spielkiste“ und im Niederen Fläming die Werbiger Grundschule seit 2015 ohne Brandschau. In Nuthe-Urstromtal sind drei von fünf Kitas überfällig. In Trebbin sind sowohl Grund- als auch Oberschule ohne kontrollierten Brandschutz. Am Rangsdorfer Fontane-Gymnasium wäre die letzte Brandschau 2008 fällig gewesen. In der Gemeinde Am Mellensee hat keine einzige Kita eine aktuelle Kontrolle erhalten. Dasselbe gilt für alle Grundschulen der Stadt Zossen. In Blankenfelde ist die Grundschule „Ingeborg-Feustel“ und in Mahlow die Tschäpe-Grundschule seit zehn Jahren überfällig. In Ludwigsfelde ist neben der Stadtsporthalle derzeit auch der Hort der Fontane-Grundschule ungeprüft.

Schuld an den vielen überfälligen Brandschauen sind immer mehr Aufgaben für zu wenig Personal in der Kreisverwaltung. „Die Anzahl von abzugebenden Stellungnahmen steigt stetig an“, erklärt Teltow-Flämings Kämmerer und Beigeordneter, Johannes Ferdinand (CDU), „gleiches gilt für die Anzahl prüfpflichtiger Objekte.“

Weil so viele Gebäude Mängel beim Brandschutz haben, werden außerdem immer öfter Nachschauen nötig, die weitere Kapazitäten rauben.

Freie Stelle, aber keine geeigneten Bewerber

„Wenn man lange Zeit nur mit zwei Personen in diesem Bereich arbeitet, dann passiert genau das, was wir jetzt abgebildet bekommen“, sagt der Kreisbrandmeister. Auch externes Personal sei für die Kontrollen kaum zu bekommen. Stichwort: Fachkräftemangel.

Tino Gausche ist Kreisbrandmeister von Teltow-Fläming. Quelle: Hartmut F. Reck

Im Kreishaushalt 2019 sei zwar eine neue Vollzeitstelle für die Brandschauen vorgesehen. „Es steht jedoch zu befürchten, dass die Stellenausschreibung erneut keinen, den Anforderungen entsprechenden Bewerber hervorbringen wird“, so Ferdinand. Entlastung ist also erst in Sicht, wenn der neue Mitarbeiter die 18-monatige Fortbildung abgeschlossen hat.

Den übrigen Brandschau-Kontrolleuren im Kreis sind bis dahin die Hände gebunden. Das bestätigt auch Tino Gausche. Er will die überfälligen Gebäude nach und nach prüfen. „Wenn wir jetzt sofort losrennen würden, hätten wir in drei Jahren wieder genau dasselbe Problem“, sagt er.

Von Victoria Barnack

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