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Luckenwalde Brandschutzeinheit Teltow-Fläming beim zweiten Einsatz an der Elbe
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Brandschutzeinheit Teltow-Fläming beim zweiten Einsatz an der Elbe
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13:25 12.06.2013
Luckenwalde

Der Landkreis Teltow-Fläming unterstützt die Bekämpfung der Hochwasserfluten. MAZ sprach mit Kreisbrandmeister Gerd Heine, der auch Sachgebietsleiter für Brand- und Katastrophenschutz in der Kreisverwaltung Teltow-Fläming ist.
 
 MAZ: Herr Heine, wie konnten Einsatzkräfte aus unserem Kreis bisher helfen?
 Gerd Heine: Wie Sie bereits berichtet haben, ist unsere Brandschutzeinheit am Freitagnachmittag von Jüterbog aus nach Mühlberg gestartet und hat dort über das Wochenende dabei geholfen, mit Sandsäcken den Fluten Herr zu werden. Am Montag erreichte uns die nächste Anfrage. Noch am selben Abend ist die Einheit von Ludwigsfelde aus nach Rathenow im Havelland gestartet.
 
 Und wo ist sie jetzt?
 Heine: Sie ist jetzt (Dienstagnachmittag) auf dem Weg zurück, wie ich gerade erfahren habe, und sie wird heute Abend zurück erwartet.
 
 Was hat die Einheit in Rathenow genau tun müssen?
 Heine: Ich habe bisher mit dem Einsatzleiter noch nicht sprechen können.
 
 Wer ist das?
 Heine: Lothar Schwarz aus Großbeeren. Er war auch beim ersten Einsatz dabei. Bei Mühlberg drohte ein Deich zu brechen. Den haben unsere Leute gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk (THW) und Tauchern der Bundeswehr gesichert, indem eine Folie aufgebracht wurde. Die ganze Nacht über wurden dann Sandsäcke darauf ausgelegt.
 
 Woher wissen Sie, wohin sie müssen, wo Ihre Hilfe am dringendsten benötigt wird?
 Heine: Das organisiert alles das KKM beim MI?
 
 Das was bei wem?
 Heine: Das Koordinierungszentrum Krisenmanagement beim Ministerium des Innern!
 
 Ach so. Und woher wissen die, wo Hilfe gebraucht wird?
 Heine: Na, die haben doch den Überblick. Beim Hochwasser in Mühlberg beispielsweise hat der Landkreis Elbe-Elster beim Innenministerium Hilfe angefordert, weil die eigenen Hilfskräfte inzwischen schon völlig erschöpft waren.
 
 Und darauf hin bekamen Sie den Befehl, nach Mühlberg auszurücken.
 Heine: Genau. Das Innenministerium beziehungsweise das KKM fordert bei uns die Kräfte an und wir alarmieren sie über unsere Regionalleitstelle in Brandenburg/Havel.
 
 Und wen alarmieren Sie da genau?
 Heine: Jeder Landkreis muss eine Brandschutzeinheit vorhalten, die für überregionale Einsätze bereitsteht.
 
 Wie viele Feuerwehrleute sind das?
 Heine: Das sind mindestens 150 Feuerwehrleute. Sie kommen aus allen Wehren des Kreises, also jede Gemeinde ist daran beteiligt. Das ist praktisch unsere Schnelle Einsatzgruppe (SEG) wie sie auch beispielsweise von den Johannitern, dem Roten Kreuz oder der DLRG-Wasserrettung vorgehalten werden.
 
 Sind es immer die selben Personen oder wechseln die sich auch mal ab?
 Heine: Es sind nicht immer dieselben Personen, die meisten aber schon. Es ist auch keine spezielle Ausbildung dafür erforderlich. Jeder hat seine Feuerwehrausbildung und alle sind dabei, vom Zugführer bis zur Einsatzkraft.
 
 Und wie werden die zusammengestellt?
 Heine: Jede Wache muss sicherstellen, dass das Fahrzeug, das sie zur Verfügung stellen muss, voll besetzt ist. Bei kurzfristigen Anforderungen kann es schon mal schwierig werden. Dann muss man sich eben aus dem Nachbarort bedienen. Aber das Hochwasser kam ja nicht überraschend, sodass sich jeder darauf einstellen konnte, dass er demnächst gebraucht wird.
 
 Beim ersten Einsatz rückten 150 Feuerwehrleute mit 25 Fahrzeugen aus. Wie viele sind es beim aktuellen Einsatz?
 Heine: 177 Leute mit 28 Fahrzeugen. Wir haben da die Kräfte nochmal verstärkt.
 
 Werden Sie nochmal angefordert werden?
 Heine: Das ist nicht auszuschließen. Lassen wir uns überraschen!
 

Interview: Hartmut F. Reck