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Luckenwalde Unterrichtsausfall: Probleme beim Brandschutz an Schulen in Teltow-Fläming
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18:15 17.02.2020
Bisher war der Ernstfall nur eine Übung: 2018 simulierten Feuerwehren und Rettungsdienst einen Brand am Jüterboger Gymnasium. Quelle: Uwe Klemens
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Luckenwalde

Immer wieder gibt es in Teltow-Fläming Probleme mit dem Brandschutz in Schulen und Kitas. In der Kreismusikschule in der Luckenwalder Ackerstraße mussten deshalb nun sogar Unterrichtsräume gesperrt werden. Das geht aus einer Anfrage des Kreistagsmitglieds Nadine Walbrach (CDU) hervor. So musste unter anderem der Schlagzeugunterricht umziehen.

„Zweiter Rettungsweg bereitet uns Kopfzerbrechen“

„Gemeinsam mit dem benachbarten Gymnasium haben wir eine gute, temporäre Lösung gefunden“, berichtet Karsten Dornquast, der Leiter des Amtes für Bildung und Kultur in Teltow-Fläming. Im November 2019 war die Kreismusikschule brandschutztechnisch geprüft worden.

Karsten Dornquast ist Leiter des Amts für Bildung und Kultur der Kreisverwaltung Teltow-Fläming. Quelle: Hartmut F. Reck

„Der zweite Rettungsweg bereitet uns Kopfzerbrechen“, sagt Dornquast über das Ergebnis. Genau der fehlt nämlich für die Kellerräume, in denen bisher der Schlagzeugunterricht stattgefunden hat. Im Friedrich-Gymnasium dienen nun normale Unterrichtsräume als vorübergehendes Ausweichquartier.

Brandschutzkonzept fehlt ebenfalls

In der Kreismusikschule fehlt aber nicht nur der vorgeschriebene, zweite Rettungsweg. Für die weitere Nutzung müsse man bis Juli ein komplettes Brandschutzkonzept erstellen, teilte Landrätin Kornelia Wehlan (Die Linke) auf die Anfrage von Nadine Walbrach mit.

Lesen Sie auch: Brandschutz: Kontrolle in jeder zweiten Kita und Schule überfällig

Die Luckenwalder Musikschule ist bei weitem kein Einzelfall in Teltow-Fläming. Dornquast berichtet von weiteren, kreiseigenen Schulen, in denen die Brandschau längst fällig ist. Am Rangsdorfer Gymnasium beispielsweise wolle man warten, bis die Bauarbeiten beendet sind. In der Jüterboger Musikschule fehlt ebenfalls ein zweiter Rettungsweg. Auch hier wurde Unterricht zum Teil bereits ausgelagert.

Am Jüterboger Gymnasium gibt es viel Nachholbedarf beim Brandschutz. Das fängt bereits bei den Holztüren an. Quelle: Uwe Klemens

Am Jüterboger Gymnasium gibt es ähnlich gravierende Mängel. Die Brandschau steht noch aus. Immerhin weiß der Landkreis um die konkreten Probleme. Beispielsweise sind in dem Gymnasium schwenkbare Flügeltüren aus Holz eingebaut, die heute nicht mehr zulässig sind.

Beide Hauptgebäude der Schule mit über 400 Schülern stehen allerdings unter Denkmalschutz. „Hier stehen wir vor besonderen Herausforderungen“, so Dornquast.

Kleine Mängel am Gymnasium in Ludwigsfelde

In Ludwigsfelde wurden im Oktober am Gymnasium nach einer Brandschau kleinere Mängel festgestellt. Dornquast berichtet, dass es beispielsweise um die Beschilderung von Rettungswegen geht. Ein Brandschutzkonzept liegt für das Gebäude bereits vor.

Anders ist der Stand an der Förderschule in Groß Schulzendorf. „Hier haben wir einige Hausaufgaben zu erledigen“, sagt Dornquast. Seit zehn Jahren steht die Kontrolle des Gebäudes aus. Ein Brandschutzkonzept wurde nun in Auftrag gegeben.

Brandschutztüren und Feuerlöscher sind nur zwei Aspekte, die bei der Brandschau eine Rolle spielen. Quelle: Uwe Klemens

Zuletzt bestätigte der Landkreis den Nachholbedarf bei den Brandschauen im Mai 2019 gegenüber der MAZ. Eine Anfrage des ehemaligen Kreistagsmitglieds Dirk Steinhausen (Wir für Großbeeren) hatte offen gelegt, dass die obligatorische Brandschau an jeder zweiten Betreuungs- und Bildungsstätte überfällig ist.

Kreis stellte zusätzliches Personal ein

Kreisbrandmeister Tino Gausche erklärte damals, das Problem sei auch personeller Art. Kurzfristig war Ende 2019 eine zusätzliche Stelle beim Landkreis geschaffen worden. „In der Zwischenzeit ist Personal eingestellt und qualifiziert worden“, sagt Dornquast.

Er berichtet von einer guten Zusammenarbeit zwischen dem Brandschutz, den Schulträgern und den Nutzern. „Wir sind überall lösungsorientiert unterwegs, um eine Nutzungsuntersagung zu verhindern“, erklärt er.

In der ehemaligen Pestalozzischule in Jüterbog wurde eine Feuertreppe angebracht, damit dort weiter unterrichtet werden darf. Quelle: Hartmut F. Reck

Deshalb häufen sich nun die Meldungen aus den Brandschauen. Aus dem personellen Problem könnte nun bald ein finanzielles werden. Denn in mehreren Fällen hat der Landkreis die Kosten für das Nachrüsten beim Brandschutz gar nicht im Haushalt eingeplant.

Kreiskämmerer und Beigeordneter Johannes Ferdinand (CDU) erklärte: „Für diese Mehrausgaben müssen wir eventuell noch einmal in den 300-Millionen-Haushalt für 2020 eingreifen.“ Das wäre beispielsweise über einen neuen Beschluss des Kreistags möglich, oder über Reserven des Landkreises.

Von Victoria Barnack

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