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Luckenwalde Es gibt keinen Planeten B
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17:12 15.01.2019
Tom Ritter am Dienstag bei seinem Protest vor dem Luckenwalder Kreishaus.
Tom Ritter am Dienstag bei seinem Protest vor dem Luckenwalder Kreishaus. Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde

  Tom Ritter ist Schüler am Oberstufenzentrum Teltow Fläming – und die beiden Freistunden kamen ihm am Dienstag wie gerufen. Mit einer Flagge und der Aufschrift „Es gibt keinen Planeten B“ und dem selbstgefertigten Plakat„Kimastreik“, zog er vor das Luckenwalder Kreishaus. Er wollte damit auf „Friday for Futures“, dem weltweiten Protest gegen den Klimawandel, aufmerksam machen. Normalerweise protestieren Schüler in aller Welt an Freitagen. Doch das sieht der 17-Jährige nicht so eng. Wichtig sei, dass überhaupt etwas geschieht, egal an welchem Tag. Für ihn steht fest, dass Politiker die Klimaziele nicht ernst genug nehmen.

Klima geht alle an

„Bei dem ungemütlichen Wetter ist es hier kein Vergnügen. Mir ist kalt und die Hände frieren mir. Aber ich halte die Aktion für wichtig“, sagte Tom Ritter. Er hatte seine Mitschüler gefragt, ob sie mitmachen würden. Leider habe sich niemand dazu bereiterklärt. Die meisten Jugendlichen befassen sich seiner Ansicht nach gar nicht oder nur unzureichend mit diesem Thema. „Dabei geht es uns alle an“, fügt er hinzu. Seit Dezember ist er Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen.

Lob für die Aktion

Sein Protest vor dem Kreishaus kam bei den meisten Passanten gut an. Viele, die vorbeikamen, hielten den Daumen hoch. Mitarbeiter der Kreisverwaltung, die in die Mittagspause gingen, erkundigten sich, was er erreichen will. Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Christiane Witt, lobte die Aktion: „Schön, wenn sich Jugendliche mit der Thematik befassen“, betonte sie. Sie empfahl dem Schüler, sich im Jugendforum zu engagieren und gab ihm die Telefonnummern von Mitarbeitern, die im Landkreis für Klimaschutz zuständig sind.

Unrat beseitigt

Besonders freute Tom Ritter sich über ein Buch mit dem Titel „Kleine Gase – große Wirkung. Der Klimawandel“, das er während seiner Protestaktion geschenkt bekam. Alle könnten etwas zum Klimaschutz beitragen, sagt er.

Als er kürzlich an der Fischtreppe im Luckenwalder Elsthal Plastikmüll und Flaschen entdeckte, zog er den Unrat aus dem Wasser. Auch im Wald fand jede Menge Müll. Er wünscht sich dabei Unterstützung von der Stadtverwaltung. Einmal im Jahr einen Frühjahrsputz zu organisieren, reiche nicht aus.

Weitere Aktionen geplant

„Es war eine große Überwindung mich hier allein vor das Kreishaus zu stellen. Doch wenn man auf etwas aufmerksam machen und erreichen will, muss man auch etwas dafür tun“, ist sich Ritter sicher. Deshalb will er sich künftig immer dienstags von 11.30 bis 12.30 Uhr vor das Kreishaus postieren, ähnlich wie es eine 15-jährige in Schweden getan hat.

Von Margrit Hahn