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Luckenwalde Originelle Mülleimer für Kinderspielplätze
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17:10 09.10.2019
Bernhard Schulz (r.) und Peter Philipp von der Firma Metallbau Schulz mit den farbenfrohen Eimern. Quelle: Elinor Wenke
Luckenwalde

Auf Luckenwalder Spielplätzen soll es künftig mehr Spaß machen, Ordnung zu halten. Denn an zwei Standorten werden farbenfrohe, originelle Abfalleimer aufgestellt. Metallbauer Bernhard Schulz hat sie in Handarbeit selbst hergestellt. Der Luckenwalder ist mit seinen 75 Jahren längst im Ruhestand und hat seinen Metallbaubetrieb vor drei Jahren an Sohn Torsten übergeben, untätig sein kann er aber nicht.

„Es macht mir Spaß, kreativ mit Metall umzugehen und mal was Besonderes herzustellen. Wenn es dann noch von der Öffentlichkeit genutzt wird, freue ich mich“, sagt Bernhard Schulz. So hatte die Firma Metallbau Schulz im Auftrag der Stadt in diesem Jahr auch den alten Büchsenbrunnen auf dem Boulevard wieder aufgemöbelt.

Die Abfalleimer mit dem dazu gehörenden Inneneimer. Quelle: Elinor Wenke

Nun unterbreitete der ehemalige Seniorchef Schulz der Stadt die Idee mit den Abfalleimern. „Am liebsten hätte ich den neu gestalteten Boulevard damit bestückt, aber die Stadt hatte schon andere Pläne“, erzählt „Benni“, wie er von vielen genannt wird.

Also werden die metallenen Kunstwerke auf Spielplätzen aufgestellt. Die Idee hatte er schon lange, die Anregung fand Bernhard Schulz in Australien. Dort hatte er einen Mülleimer als Kunstwerk mit einer montierten Schlange entdeckt.

Ein Marienkäfer ziert den Steinpilz-Hut. Quelle: Elinor Wenke

Für die Kinderspielplätze hat er Pilze als Motiv ausgesucht. „Drei Millimeter dickes Stahlblech wurde feuerverzinkt und mit leuchtenden Farben pulverbeschichtet“, berichtet der Fachmann. Der Eimer selbst ist ein grauer, konischer Zylinder; der Deckel ist jeweils als Pilzhut gestaltet. So gibt es den leuchtend roten Fliegenpilz und den braunen Steinpilz mit sichtbaren „Gebrauchsspuren“ – natürlich alles wetterfest. 40 bis 50 Liter Müll können sie schlucken.

Die Sockel sind in Form von Eichenblättern gestaltet „und oben drauf habe ich Tiere aus der Region gesetzt“, berichtet der Metallschlosser. So ziert ein Marienkäfer den Hut des Steinpilzes; ein Igel vernascht auf dem Fliegenpilz gerade einen Regenwurm. Aus dem Pilzstiel hat sich jeweils eine kleine Maus durchgefressen. „Die Tiere hab ich zum Teil selbst angemalt“, sagt Bernhard Schulz.

Ein Mäuschen hat sich durchgefressen. Quelle: Elinor Wenke

Er hatte schon immer eine kreative Ader und hatte sich seinerzeit vom bekannten Luckenwalder Werbegrafiker Gerd Gebert eine Menge abgeschaut. „Gerd Gebert ist inzwischen verstorben, aber der hätte auch seine Freude dran und noch viel bessere Ideen“, ist Schulz überzeugt.

Jeder Abfalleimer wiegt an die 30 Kilo und wird standsicher mit jeweils vier Dübeln montiert. Der Bauhof setzt dafür die Fundamente, Bernhard Schulz stöpselt das Ganze dann an. Für eine komfortable Entleerung befindet sich im Pilz noch ein Inneneimer.

Kinderschutz aus Gummi

Der Einwurfschlitz ist auffällig gestaltet und mit einem Kinderschutz aus Gummi versehen. Den Pilzhut verschließt ein Schloss, das bei der Entsorgung nur mit Hilfe eines Kantschlüssels geöffnet werden kann.

Drei Wochen lang hat Senior Schulz Hand angelegt, um die Eimer zu fertigen. „Am liebsten würde ich viel mehr machen und sie überall in der Stadt aufstellen“, sagt Schulz, „dann könnte man viele einheimische Tiere dort verewigen.“ Aber der finanzielle Spielraum der Stadt ist begrenzt.

Bernhard Schulz und seine Kunstwerke. Quelle: Elinor Wenke

Bernhard Schulz wünscht sich, dass seine bunten Eimer helfen, die Kinder und auch deren Eltern zur Ordnung zu erziehen. „Wenn man den Abfall vom Spielplatz so farbenfroh verstauen kann, macht das doch sicher Spaß“, ist er überzeugt.

Das hofft auch Astrid Mai vom Grünflächenamt der Stadt, die die künftigen Standorte bereits festgelegt hat. „Der leuchtende Fliegenpilz passt wunderbar auf den Spielplatz am Weichpfuhl“, sagt sie.

Montage noch in diesem Herbst

Der Spielplatz am Treuenbrietzener Tor hingegen hat den Charakter eines Waldspielplatzes und soll künftig den Steinpilz-Eimer beherbergen. „Dort werden auch noch neue Spielgeräte angeschafft, um den Spielplatz attraktiver zu machen“, kündigt Astrid Mai an. Die Abfalleimer sollen noch in diesem Herbst aufgestellt werden.

In der Fußgängerzone werden sie aber wohl keinen Platz finden. „Dort unterliegt alles dem Denkmal-Status und ist bereits einheitlich angeschafft“, erklärt Astrid Mai.

Von Elinor Wenke

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