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Luckenwalde Vogelnester unterbrechen Fassadensanierung
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Vogelnester unterbrechen Fassadensanierung
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16:38 12.06.2019
Daniel Jonelat überprüft mit einer Spezialkamera die Löcher in der Fassade des Gebäudes. Quelle: Margrit Hahn
Luckenwalde

Die Luckenwalder Wohnbaugenossenschaft lässt die Fassaden zweier Wohnblöcke in der Weichpfuhlstraße auf Vordermann bringen. Die Mieter waren ziemlich erstaunt, als nach der Hälfte plötzlich die Arbeiten abgebrochen und das nächste Gebäude in Angriff genommen wurde.

Wie Ramon Wittich, technischer Vorstand der Wohnbaugenossenschaft mitteilt, weist das Mauerwerk etliche Löcher auf. Als die Maßnahme im Winter geplant wurde, war man davon ausgegangen, dass es sich um Löcher handelt, die von Spechten verursacht wurden. Nachdem mit den Bauarbeiten begonnen wurde, haben sich Mieter an die Untere Naturschutzbehörde gewandt. Sie befürchteten, dass es sich um Mauersegler oder Stare handeln könnte, die dort nisten. Daraufhin wurde entschieden, die Arbeiten vorerst abzubrechen.

In Absprache mit dem Naturschutzbund sollten die Tiere erst zu Ende brüten und die Wohnbaugenossenschaft andere Nistmöglichkeiten schaffen. Erst danach sollen die Löcher geschlossen und die weitere Vorgehensweise der Arbeiten abgeklärt werden.

Vögel in Leipzig eingemauert

Die Luckenwalder Wohnbaugenossenschaft hat die Sache sehr ernst genommen: Kürzlich hatte es in Leipzig-Grünau einen schwerwiegenden Vorfall von Tierquälerei gegeben. Dort wurden bei Bauarbeiten Löcher an einer Hausfassade mit einer klebrigen Substanz verschlossen, obwohl die Anwohner darauf hingewiesen hatten, dass dort Vögel nisteten. Der gerade geschlüpfte Nachwuchs in den Nestern konnte trotz schnellem Eingreifen durch die Feuerwehr größtenteils nur noch tot geborgen werden. Bei einigen Tieren waren die Schnäbel regelrecht zugeklebt. Die Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelt aktuell in diesem Fall.

Daniel Jonelat, Mitarbeiter des Landkreises Teltow-Fläming, schaute sich die Löcher in der Weichpfuhlstraße deshalb ganz genau an. „Wenn es sich um Stare handelt, ist die Brutzeit fast beendet. Mauersegler brauchen länger. Und es gibt momentan auch keinen Nachweis auf Fledermausbesiedlung“, so der Artenschützer.

Er kletterte auf das Gerüst, untersuchte das Loch mit einer Spezialkamera und konnte dabei Reste von einem Ei erkennen. Wie Jonelat am Mittwoch auf MAZ-Anfrage bestätigte, wurde bei der Kontrolle auch ein Nest gefunden. „Die Wohnungsbaugenossenschaft hat mittels Wildkamera in den vergangenen Tagen jedoch ausschließen können, dass das Nest noch bebrütet wird. Deshalb darf es jetzt entfernt und das Loch verschlossen werden“, so Daniel Jonelat.

Für den Verlust der Nistmöglichkeit ist mit der Genossenschaft abgestimmt worden, dass ein Ersatznistkasten angebracht wird. Wie Ramon Wittich betont, werden die Sanierungsarbeiten, nachdem die Löcher verschlossen sind, in der Weichpfuhlstraße 10 in Kürze fortgesetzt.

Die Fassadenarbeiten in der Weichpfuhlstraße werden in Kürze fortgesetzt. Quelle: Margrit Hahn

Von Margrit Hahn

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