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Luckenwalde Frankenfelder feiern fröhlich Fasching
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19:48 16.02.2020
Beim Zempern waren in Frankenfelde Kostüme nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Quelle: Privat
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Frankenfelde

Zeltfastnacht, Zempern, Zeltfastnacht. In dieser Reihenfolge feierten die Frankenfelder am Wochenende ihren Karneval. Dabei geht es bei ihnen etwas anders zu als andernorts. „Unsere Fastnachtsfeiern sind keine Karnevalsveranstaltungen im herkömmlichen Sinn“, sagt Matthias Neumann. Deshalb trage man auch keine Kostüme, sondern eher Schlips und Kragen statt Pappnase und Narrenkappe. Für den kostümierten Karneval seien die Luckenwalder zuständig, berichtet Matthias Neumann, der gemeinsam mit Michael Prinz jedes Jahr die Frankenfelder Zeltfastnacht auf dem Hof der örtlichen Feuerwehr, also hinter dem Gemeindehaus organisiert.

Das passiert in diesem Jahr schon zum 19. Mal. Früher war die Fastnacht eine Sache der örtlichen Gaststätte. Sie hatte die Frankenfelder Faschingsfeiern durchgeführt. Aber als sie geschlossen wurde, schlief diese Tradition ein und die Frankenfelder mussten andernorts feiern. „In Feldheim haben wir gesehen, wie die das machen“, berichtet Neumann, „da haben wir uns gesagt: Das probieren wir auch mal.“

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Gesellschaftlicher Höhepunkt

Seitdem ist es die Angelegenheit der Dorfjugend – wobei deren Altersspanne etwas weiter gefasst ist – dieses Fest zu organisieren. Und seitdem gilt die Zeltfastnacht auch als einer der gesellschaftlichen Höhepunkte im Dorfleben des Luckenwalder Ortsteils. So erscheint man also nicht verkleidet, sondern schick gekleidet. Vertreten sind alle Altersstufen. Vor allem die älteren Gäste gehören zu den ersten Besuchern, um sich schon mal die besten Plätze im Zelt zu sichern.

Das etwa 200 Gäste fassende Festzelt mieten sich die Frankenfelder von der Stadt Treuenbrietzen. Der Bauhof der Stadt Luckenwalde sorgt dafür, dass es eine Woche vorher abgeholt und danach wieder zurückgebracht wird. Der Auf- und Abbau des Zeltes wiederum liegt in den Händen der Dorf-„Jugend“, zu deren reiferen Vertretern auch Jörg Schneider gehört. Er ist seit Anfang an dabei und baut jedes mal mit auf und am Sonntag wieder ab. „Am Anfang haben wir eine Woche zum Aufbauen gebraucht“, erinnert sich Jörg Schneider, „inzwischen schaffen wir das an einem Tag.“

Gemütlich und gut geheizt

Das Zelt ersetzt den Festsaal, den es in Frankenfelde nicht gibt. Aber mit der neuen Dekoration wirkt es drinnen sehr gemütlich und die Beheizung funktioniert vorzüglich.

Am Freitagabend ging es los. Dabei durfte der Auftritt der Frankenfelder Showgarde nicht fehlen, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiert. Die Existenz dieser Tanzgruppe ist unmittelbar mit der Frankenfelder Fastnacht verknüpft. Dabei wird alljährlich das neue Programm uraufgeführt, dem dann Auftritte zu Jubiläen, Hochzeiten, Dorffesten oder Geburtstagsfeiern folgen. Außerdem ist sie schon mehrmals im Filmpark Babelsberg aufgetreten und nahm auch an der „Rockoper 2.0“ beim Sound-City-Festival in Luckenwalde teil. Auch ist sie immer wieder beim Luckenwalder Turmfest zu sehen. Ihr aktueller Schautanz steht unter dem Leit-Thema „Männerschnupfen“.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte am Freitagabend eine Party-Band aus Treuenbrietzen, die auch das Gesangsduo Sandy und Angelique aus Frankenfelde begleitete.

Getränke, Geschenke und Geldspenden

Am Samstagmorgen folgte das traditionelle Zempern, bei dem man sich natürlich auch in Frankenfelde kostümierte und durch den Ort zog. Mit musikalischer Begleitung gab die lustige Truppe kleine Ständchen vor den Häusern und heimste Getränke, Geschenke oder Geldspenden für den Jugendklub ein. Der Samstagabend wurde wieder gemeinsam im Faschingszelt begangen. Dort spielte die Band In Flagranti aus Wittenberg zum Tanz auf.

Von Hartmut F. Reck