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09:09 08.02.2020
Gabriele Tiedt-Müller machte sich vor Ort ein Bild der Einrichtung für Waisenkinder. Quelle: Privat
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Thyrow

Gabriele Tiedt-Müller kann es kaum erwarten, wieder nach Tansania zu kommen. Sie möchte dort ihre Patenkinder wiedersehen und Ostafrika noch besser kennenlernen. In der kommenden Woche geht sie auf Reisen.

Die gebürtige Berlinerin wohnt seit 2012 in Thyrow. Sie hatte ehrenamtlich das Management einer irischen Band übernommen und nach Auftrittsmöglichkeiten gesucht. So ist sie auf die Kulturscheune und auf Gertrud Klatt gestoßen. „Mir hat Thyrow sofort gefallen. Da ich eh umziehen wollte, hat es gepasst“, sagt die 63-Jährige.

Dieses Tuch hat sich Gabriele Tiedt-Müller im vergangenen Jahr aus Afrika mitgebracht. Quelle: Margrit Hahn

Vor zwei Jahren erhielt sie eines Tages von einem Tierarzt aus Tansania eine Freundschaftsanfrage über Facebook, der in dem sozialen Netzwerk auch mit einer ihrer Bekannten befreundet ist. Sie kam mit dem Mann ins Gespräch, der ihr von seiner Heimat berichtete. Über einen weiteren Kontakt stieß Gabriele Tiedt-Müller dann auf die Furahia Mtoto Foundation. Das ist ein Kinderheim in Tansania, in dem elternlose Kinder und Halbwaisen betreut und versorgt werden. „In Tansania gelten Kinder als Waisenkinder, auch wenn sie noch ein Elternteil haben. Da sie keine finanzielle Unterstützung bekommen, ist es als alleinerziehende Person kaum möglich, die Familie zu versorgen“, berichtet die Thyrowerin.

Über das soziale Netzwerk tauschte sich Gabriele Tiedt-Müller ein ganzes Jahr lang mit einem Betreuer der Einrichtung aus, der ihr über die Zustände und auch über die finanziellen Sorgen des Kinderheims berichtete. Die Fotos von den Kindern, die sie zu Gesicht bekam, ließen in der Wahl-Thyrowerin den Wunsch reifen, sich für sie einzusetzen. „Ich habe sie sofort ins Herz geschlossen“, erzählt Tiedt-Müller. Auch über Videochats baute sie eine nähere Verbindung zu den Kindern auf, die sie am Bildschirm wiedererkannten und sie mit „Mzungu“ begrüßten – dem Suaheli-Wort für „Weiße“.

Alleine auf Reisen

Doch wie könnte man sich engagieren? Um sich ein Bild von der Situation vor Ort zu machen, entschloss sich Gabriele Tiedt-Müller auf eine Einladung der Furahia Mtoto Foundation hin, nach Afrika zu reisen und dort die Einrichtung zu besuchen. Sie reist für ihr Leben gern, und die Kinder gingen ihr nicht mehr aus dem Kopf. Da ihr Mann nicht so weit reisen wollte, entschied sie sich, das Abenteuer alleine zu wagen.

Im Januar 2019 flog sie also von Berlin über Amsterdam nach Tansania. Tour-Guide Filbert holte sie vom Flughafen ab. Sprachschwierigkeiten gab es nicht. Gabriele Tiedt-Müller spricht perfekt Englisch, denn sie hatte als Kind lange in England gelebt. Die erste Nacht verbrachte sie unter einem Moskitonetz in einem kleinen Hotel. Dann nahm Filbert sie mit zu seiner Mutter. „So habe ich Land und Leute richtig kennengelernt, trotzdem die Mutter kein Wort Englisch gesprochen hat“, berichtet sie.

Unterstützung auch von Freunden

Auf die Reise hatte sie sich gut vorbereitet und aus ihrem Umfeld dafür viel Unterstützung bekommen. Ihre Freundin Gabi aus Ludwigsfelde hatte 25 Mützen gestrickt, denn das Kinderheim liegt am Fuße des Kilimandscharo und dort wird warme Kleidung gebraucht. Eine weitere Freundin und eine Nachbarin hatten ebenfalls Kleidung zur Verfügung gestellt. „Zum Glück durfte ich 46 Kilogramm Freigepäck mitnehmen“, so Tiedt.-Müller.

Verstehen sich prächtig, obwohl Frau Ruhimbi, die Mutter von Filbert, kein Wort Englisch spricht. Quelle: Privat

Auch den Tierarzt, den sie kennengelernt hatte, konnte Tiedt-Müller vor Ort treffen, der ihr sein Zuhause zeigte. Einer Schule spendete die 63-Jährige Schulmaterialien und Schuluniformen. Die Kinder im Heim konnte sie endlich auch persönlich kennenlernen. Sie sind zwischen zwei und sechs Jahren alt. Viele verlieren ihre Mütter und Väter durch Aids.

Die Begegnung mit einer HIV-infizierten Frau, die zweimal Zwillinge bekommen hatte, erschütterte die Besucherin aus Deutschland zutiefst: „Der Mutter ging es sehr schlecht und sie hat mich gefragt, ob ich mich um ihre Kinder kümmern würde, wenn sie stirbt. Das war der schlimmste Besuch meines Lebens. Ich habe danach nur geheult“, erzählt sie.

Patenschaft für vier Kinder

Die Mutter erlag wenig später wie befürchtet der Krankheit und hinterließ ihre vier Kinder. Gabriele Tiedt-Müller hat deshalb für die Geschwister eine Patenschaft übernommen und unterstützt sie, so gut sie kann. Den Tierarzt bat sie darum, Blumen auf das Grab ihrer Mutter zu legen. In der kommenden Woche fliegt Gabriele Tiedt-Müller nun zum zweiten Mal nach Afrika. Viele Leute der Ludwigsfelder Malschule im Waldhaus unterstützen ihre Hilfsaktion. Dieses Mal bleibt sie vier Wochen vor Ort, trifft viele liebgewonnene Menschen und will außerdem an die Küste des Indischen Ozeans reisen.

Das sind die Zwillingspärchen mit ihrer Pflegemutter, für die Gabriele Tiedt-Müller die Patenschaft übernommen hat. Quelle: privat

Von Margrit Hahn

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