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Luckenwalde Hermann Koebe wünscht Koebe-Straße
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07:06 07.08.2018
Bessere Umbenennungschancen sieht Hermann Koebe bei der Poststraße.
Luckenwalde

  In Luckenwalde gibt es weder einen Koebe-Weg noch eine Koebe-Straße. Das bedauert Hermann Koebe IV. sehr.

Magirus, Metz und Koebe waren zu ihrer Zeit die drei führenden Feuerwehrtechnik-Pioniere. „In Ulm gibt es eine Magirus-Straße, in Karlsruhe eine Carl-Metz-Straße und in Luckenwalde keine Erinnerung an den einstigen Hersteller für Feuerwehrpumpen und -fahrzeuge. Durch das ehemalige Koebe Werk 1 führt der Volltuchweg. Dass ist doch merkwürdig“, sagt Hermann Koebe.

Poststraße als Wiege der Firma

Er schlägt vor, wenn schon nicht den Volltuchweg, dann doch die Poststraße, die Wiege der Firma Koebe, in Hermann-Koebe-Straße umzubenennen, weil es dort keine Post mehr gibt. „Und wie ehemals Wilhelmstraße, nach Kaiser Wilhelm benannt, muss sie ja nicht wieder heißen“, fügt er scherzhaft hinzu.

Seiner Ansicht nach ist es in Luckenwalde politisch schwierig, den DDR-Volltuchweg umzubenennen. „Aus der Treuenbrietzener Straße Nummer 79, wo sich das Koebe-Werk 2 befand, wurde in Null Komma nix die Rudolf-Breitscheid-Straße, benannt nach einem SPD-Politiker. Das ging doch auch“, so Koebe.

Abfuhr erteilt

Er hat sich an die Bürgermeisterin gewandt und ihr seine Vorschläge unterbreitet. Doch diese hat ihm, wie er sagt, am Telefon eine Abfuhr erteilt. „Sie sagte mir wortwörtlich, dass der Volltuchweg Hermann-Koebe-Weg wird, können Sie sich abschminken“, so Koebe.

Elisabeth Herzog- von der Heide (SPD) betont, dass sie mit Hermann Koebe in Kontakt stehe, seit er vor etlichen Jahren in der Kunsthalle vor großem Publikum über den Weg des Familienunternehmens Koebe von einer kleinen Kupferschmiede zum in alle Welt exportierenden Feuerwehrgerätehersteller referierte, Innovationen und Patente erläuterte und die 130 Jahre umspannende Familiengeschichte erzählte. Sie hatte damals in einem Grußwort die Bedeutung der Firma für die industrielle Entwicklung Luckenwaldes gewürdigt und sich über die Erinnerung aus erster Hand an eine Familie gefreut, die Stadt- und Feuerwehrgeschichte mitgeschrieben hat. Seitdem telefonieren Koebe und die Bürgermeisterin von Zeit zu Zeit.

Erinnerung wachhalten

„Es ist Herrn Dr. Koebe stets ein Anliegen, der Erinnerung an das bedeutende Unternehmen wachzuhalten. Schon öfters äußerte er den Wunsch, den Volltuchweg in Hermann-Koebe-Weg umzubenennen“, sagt Herzog- von der Heide. Der Volltuchweg führt auf das Gelände, auf dem sich an der Wilhelmstraße 9/10 – jetzt Poststraße – das Werk I entwickelte. Später kam noch das Werk II am Treuenbrietzener Tor hinzu. Die dortige Koebe-Halle ist heute noch Teil der Feuerwehrtechnikproduktion, wenn auch unter einem anderen Label. 

Stele für Koebe

„Ich verweise auch gegenüber Herrn Dr. Koebe darauf, dass wir in unserem Heimatmuseum und in unseren Merkzeichen-Stelen an bedeutende Luckenwalder Fabrikanten als Teil der Industriegeschichte Luckenwaldes erinnern. Dem Firmengründer Hermann Koebe ist eine Stele gewidmet. In der Merkzeichen-Broschüre ist er ausdrücklich erwähnt und mit Bild abgedruckt. Ich sehe das als wirkungsvolle Beiträge einer Erinnerungskultur an“, sagt Herzog- von der Heide. Sie weiß, dass sich Hermann Koebe ein stärkeres Engagement wünscht, das sich etwa in der Straßenumbenennung ausdrückt.

Keine Umbenennung des Volltuchwegs

 „Ich vertrete aber den Standpunkt, dass das Areal des Werkes I nach und nach größere Bedeutung als Volltuch-Gelände erlangte. Die Volltuchproduktion war ebenfalls ein bedeutender Produktionszweig in Luckenwalde“ sagt die Bürgermeisterin. Mit der Bezeichnung Volltuchweg soll nach der Umnutzung in ein Wohngebiet an den bis zur Wende strukturbestimmenden Betrieb erinnert werden. „Daran möchte ich festhalten und habe deshalb Herrn Dr. Koebe mehrfach mitgeteilt, dass ich keine Initiative zur Umbenennung des Volltuchwegs ergreifen werde“, so Herzog- von der Heide.

Von Margrit Hahn

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