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Luckenwalde Großer Wahlsonntag in den Kirchen
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Großer Wahlsonntag in den Kirchen
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13:36 03.11.2019
Nach dem Gottesdienst beginnt der Andrang auf die Wahlzettel, wie am Sonntag in der Luckenwalder Jakobikirche. Quelle: Victoria Barnack
Luckenwalde

Kreuze sind in der Kirche ja wahrlich keine Seltenheit. Statt jenem Großen über dem Altar gibt es seit diesem Sonntag aber viele Kleine. Sie landen auf Zetteln in Urnen – denn im gesamten evangelischen Kirchenkreis Zossen-Fläming stehen im November die wichtigsten Wahlen an. Die Gläubigen dürfen alle sechs Jahre die Mitglieder in den Kirchenräten ihrer Gemeinden bestimmen.

Jugendliche dürfen schon ab 14 Jahren wählen

Zwischen Dahme und Bestensee gehören heute noch knapp 28.000 Menschen zur evangelischen Kirche. „Circa 25.000 von ihnen sind wahlberechtigt“, erklärt Friedemann Düring, der nicht nur Pfarrer sondern im Kirchenkreis Zossen-Fläming auch für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Friedemann Düring ist im Kirchenkreis Zossen-Fläming für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Quelle: Elinor Wenke

„Zum ersten Mal dürfen schon Jugendliche ab 14 Jahren an den Wahlen teilnehmen“, sagt er. Nach der Konfirmation gelten sie als vollwertiges, eigenständiges Gemeindemitglied. Düring freut sich über diese Änderung, die landesweit alle evangelischen Kirchen betrifft. „Wir haben so die Chance, Jugendliche nicht nur in die Gemeinde sondern auch in demokratische Prozesse hereinwachsen zu lassen“, sagt er.

Auch sonst gibt es einige Aspekte, die die kirchlichen von den politischen Wahlen unterscheiden. Beispielsweise gibt es lange nicht so viele Bewerber für die mindestens vier Plätze in jedem Gemeindekirchenrat wie beispielsweise bei einer Wahl für den Stadtrat. „In kleinen Dorfgemeinden haben wir zum Teil Probleme genügend Bewerber zu finden“, sagt Düring.

Düring: „An Wahlhelfern scheitern unsere Wahlen nicht“

Dennoch: Bei den Kirchenwahlen 2019 gibt es nur eine Gemeinde – Siethen – in der sich nicht ausreichend Kandidaten gefunden haben. „Auch an Wahlhelfern scheitern unsere Wahlen nicht“, erzählt der Pressesprecher des Kirchenkreises. Bei den Gottesdiensten, die den Wahlsonntag einläuten, sind die aktiven Gemeindemitglieder meist ohnehin vor Ort.

Auch in der Kirche gibt es die geheime Wahl. Die Stadt Luckenwalde hat für die Jakobikirche zwei Wahlurnen zur Verfügung gestellt. Quelle: Victoria Barnack

Außerdem dauert eine Kirchenwahl nicht den ganzen Tag. In kleinen Gemeinden im Süden von Teltow-Fläming sind bisweilen nur zwei Stunden für den Wahlgang vorgesehen. In größeren Orten bleibt mehr Zeit, so kann in Zossen zum Beispiel bis 17 Uhr gewählt werden.

Wahlen ziehen sich über mehrere Wochen hin

Weil es aber so viele kleine Orte in den Gemeinden gibt, wird nicht nur an einem Tag gewählt. „Am selben Sonntag ein Gottesdienst in jeder Kirche“, sagt Düring, „das ist für uns nicht machbar.“ Deshalb wird in vielen Gemeinden erst in den nächsten drei Wochen gewählt. In Dahme beispielsweise entscheiden die Gläubigen erst am 10. November über den neuen Gemeindekirchenrat, kurz GKR.

Hier wird an den nächsten Sonntagen gewählt:

In Jüterbogwurde die Wahl des Gemeindekirchenrates verschoben. Grund ist laut Pfarrer Tileman Wiarda eine „rechtliche Unklarheit im aufgestellten Wahlvorschlag“. Wann die Wahl in Jüterbog nachgeholt wird, ist noch unklar.

In den Pfarrsprengeln Borgisdorfund Oehnawerden am 17. November die beiden neuen Gemeindekirchenräte gewählt.

In den Pfarrsprengeln Bardenitz und Dobbrikow ist die Wahl über mehrere Sonntage gestreckt. Am 10. November wird in Felgentreuund Frankenfördeund am 24. November in Hennickendorfund Dobbrikowgewählt.

Die Kirchengemeinden in Woltersdorf und in Jänickendorf wählen ebenfalls in den nächsten Wochen: am 10. November in Liebätz und Ruhlsdorf, am 17. November Schönefeldund am 24. November in Woltersdorfund Schöneweide.

Die Kirchengemeinde Dahmewählt am 10. November ihren neuen Gemeindekirchenrat.

Die Pfarrsprengel im Niederen Fläming wählen auch an mehreren Sonntagen: In Werbigund Reinsdorfwird am 10. November gewählt und in Wiepersdorfund Meinsdorfam 17. November.

Aber was macht der eigentlich? „Der GKR tagt einmal im Monat“, erklärt Düring, „und entscheidet unter andere, wofür Geld ausgegeben wird, an welchen Kirchen gebaut wird aber auch über die inhaltliche Gestaltung der Gottesdienste oder wie Jugend- und Öffentlichkeitsarbeit einer Gemeinde aussehen sollen.

Da ist also doch, die Parallele zwischen politischen und kirchlichen Wahlen. Auch die GKR-Sitzungen dauern oft mehrere Stunden. Wie in Stadträten sind die meisten Mitglieder ehrenamtlich tätig.

Von Victoria Barnack

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