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Luckenwalde Start der Badesaison ist auf Mitte Juli verschoben
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Start der Badesaison ist auf Mitte Juli verschoben
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13:01 17.05.2020
Das Baden ist trotz verkürzter Saison nicht verboten. Kontrolliert werden die Seen aber erst ab Juli. Quelle: Victoria Barnack
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Teltow-Fläming

Die ersten Mutigen waren schon drin. Dabei haben die meisten Seen in Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald noch nicht einmal 15 Grad. Doch auf den Start der offiziellen Badesaison müssen sie noch warten. Normalerweise hätte sie am Wochenende begonnen. Doch der Start wurde vom 15. Mai um zwei Monate auf den 13. Juli verschoben, berichtet Ines Götze, die im Gesundheitsamt TF für die Kontrollen der Gewässer zuständig ist.

Wegen der Coronakrise hat das Land Brandenburg die radikale Kürzung der Badesaison verordnet, die normalerweise mehr als vier Monate dauert. „Die Badesaison 2020 endet mit Ablauf des 6. September 2020 – normalerweise wäre das erst am 15. September der Fall“, erklärt Ines Götze.

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Ines Götze ist in Teltow-Fläming für die Wasserproben zuständig. Quelle: Margrit Hahn

In diesem Jahr dauert die offizielle Badesaison also nur knapp acht Wochen und beginnt erst mitten in den Sommerferien. Die gute Nachricht: Das Baden ist trotzdem erlaubt.

Gleichzeitig gelten aber die Regeln der Eindämmungsverordnung mit Mindestabstand und nur wenigen sozialen Kontakten. Auch die üblichen Kontrollen der offiziell ausgewiesenen Badestellen entfallen mehrere Monate lang.

Den Gesundheitsämtern kommt das ganz recht. Denn mit der Coronakrise und den damit verbundenen Aufgaben wie die Übermittlung der aktuellen Fallzahlen, der Verfolgung von Infektionsketten und der Kontrolle der Eindämmungsverordnung haben sie momentan alle Hände voll zu tun.

Normalerweise werden ab Mai alle vier Wochen Proben aus den Seen genommen. Quelle: Victoria Barnack

Die übliche Überprüfung der Badestellen entfällt also vorerst. Denn damit ist ein großer Aufwand verbunden: Spätestens alle vier Wochen müssen während der Badesaison an den Seen die Wassertemperatur und Sichttiefe gemessen werden. Die Kontrolleure nehmen auch Proben aus den Gewässern. Sie werden dann in ein Labor geschickt und auf verschiedene Bakterien und Krankheitserreger getestet. Sind die Werte zu hoch, stehen sofort neue Tests an. Alle gemessenen Ergebnisse müssen außerdem vor Ort ausgehangen und im Internet veröffentlicht werden.

Lesen Sie auch: So laufen die Kontrollen an den Badeseen ab

In Teltow-Fläming versichert Ines Götze trotz anhaltender Belastung durch die Coronapandemie: „Die Überwachung ist kurz vor und während der Badesaison sichergestellt.“ Die ersten Tests hätten sie und ihre Kollegen eigentlich schon vor einigen Wochen erledigt.

„Voraussichtlich wird mit der ersten Beprobung der Badegewässer im Landkreis Teltow-Fläming nun in der 27. Kalenderwoche begonnen“, erklärt sie. Also zwischen dem 29. Juni und dem 5. Juli, damit die ersten Werte pünktlich zum Start der verkürzten Badesaison eine Woche später vorliegen.

LDS testet am 7. Juli zum ersten Mal

Auch in Dahme-Spreewald hat das Gesundheitsamt bereits die neuen Termine für die Entnahme der Proben aus den über 30 Badestellen im Landkreis festgelegt. Statt mindestens fünf gibt es in diesem Jahr nur drei Termine: den 7. Juli, den 4. August und den 1. September.

Das Strandbad in Neue Mühle ist normalerweise eine der beliebtesten Badestellen in LDS. Quelle: Andrea Müller

Dass trotz der kürzeren Saison regelmäßig die Qualität des Wassers geprüft wird, ist auch für die nächsten Jahre wichtig. „Die Badegewässer werden jährlich nach von der EU-Kommission vorgegebenen Prädikaten eingestuft und bewertet“, erklärt Ines Götze. In einen Teil dieser Bewertung fließen Testergebnisse aus den letzten drei Jahren ein. Fehlen diese Werte, wird die Einstufung zum Problem.

In TF und LDS haben fast alle offiziellen Badestellen den Höchstwert von drei möglichen Sternen. Die Wasserqualität ist hierzulande an vielen Stellen also „ausgezeichnet“.

Probleme nur an wenigen Seen

Einige Sorgenkinder gibt es dennoch unter den Seen. Der Kliestower See bei Trebbin ist einer davon. Zum Ende der Badesaison 2019 gab es von dort so schlechte Wasserstandsmeldungen, dass der Landkreis sogar in Betracht zog, ihn gar nicht mehr als offizielle Badestelle auszuweisen. Dasselbe Schicksal drohte dem Körbaer Teich bei Dahme.

Der Körbaer Teich bei Dahme ist verlandet und verschlammt. Quelle: Uwe Klemens

In beiden Fällen haben das Amt beziehungsweise die Stadt aber beschlossen, dass die Seen weiter als Badestellen betrieben und die Wasserqualität vor Ort regelmäßig kontrolliert werden sollen, teilte Ines Götze auf MAZ-Nachfrage mit.

In TF bleibt es 2020 also bei 19 offiziellen Badestellen. Auch in LDS hat sich an der Anzahl nichts verändert. Hier sind es mehr als 30.

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Ob es mit dem verspäteten Start der Badesaison in der Coronakrise zusätzliche Auflagen für die Badenden geben wird, ist noch unklar. Ines Götze erklärt, das sei vor allem davon abhängig, was die Eindämmungsverordnung im Juli vorgibt. Am Gottower See (Nuthe-Urstromtal) beispielsweise ist die offizielle Badestelle derzeit gesperrt, weil sich dort zu viele Menschen zum Grillen und Feiern getroffen haben.

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„Was sich auf alle Fälle ändert: Wegen der verkürzten Badesaison werden die aktuellen Informationen des Gesundheitsamtes auf den Info-Tafeln an den Badegewässern nur vom 13. Juli bis 6. September 2020 zu finden sein“, berichtet Ines Götze schon jetzt.

„Auch die traditionelle Ausstellung zum Thema Badestellen im Foyer der Kreisverwaltung ist nur in diesem Zeitraum geplant“, erklärt die Hygienekontrolleurin, „sofern das Kreishaus dann wieder für den Publikumsverkehr geöffnet sein wird.“ Derzeit gibt es den Zutritt dort nur nach telefonischer Terminvereinbarung.

Von Victoria Barnack