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Luckenwalde Jazzer sorgen für Stille im KlassMo
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Jazzer sorgen für Stille im KlassMo
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13:59 26.01.2020
Beifall ist des Künstlers Lohn und beflügelte im KlassMo auch Warnfried Altmann und Conny Bauer zu immer abenteuerlicheren Experimenten. Quelle: Uwe Klemens
Luckenwalde

„Wir spielen überall dort, wo man uns und unsere Musik hören will“, sagt Jazz-Saxophonist Warnfried Altmann. Zusammen mit seinem Posaunen-Kollegen Conny Bauer, der schon vor der Wende auf beiden Seiten der Mauer als Jazz-Größe galt und auch zu seinen Vorbildern gehörte, begeisterte der 62-Jährige am Samstagabend im Luckenwalder KlassMo das Publikum.

Karten schon Monate im Voraus gesichert

Die Karten für den Auftritt der beiden, die überwiegend in Deutschland aber auch darüber hinaus als Solisten und in verschiedenen Besetzungen zu erleben sind, als Duo aber nur ein bis zwei Mal im Jahr zu hören sind, hatten die meisten der etwa 30 Zuhörer bereits vor Monaten vorbestellt, um sich die Plätze zu sichern. „Wir haben Warnfried Altmann schon in unserer Kirche mit dem Percussionisten Hermann Naehring erlebt und kennen auch Conny Bauer, nun waren wir auf den gemeinsamen Auftritt der beiden gespannt“, erzählt Jazz-Liebhaber Heinz Krause, dem mit seiner Frau Carla selbst die Anreise aus Seelow nicht zu weit war.

Knapp drei Stunden lauschen nicht nur Krauses fast atemlos den fantasievollen, selten vorhersagbaren Klängen, die Bauer seiner Bass-Posaune und Altmann seinem Bariton- und Sopran-Saxofon entlocken. Die Töne, die an diesem Abend durchs KlassMo strömen, stehen mit Sicherheit in keinem Lehrbuch für klassische und Bigband-Musiker. Fauchend, jauchzend, röchelnd, heiser und schrill parieren die Akteure die Experimente ihres Partners.

Einladung zum Dialog

Der so zwischen den Musikern entstehende Dialog ist eine Einladung, nicht nur musikalische Konventionen hinter sich zu lassen, die, gemessen am Beifall und den Bravo-Rufen zwischen den Stücken, auch an diesem Publikum wunderbar funktioniert.

„Ohne so ein tolles Publikum wäre das hier heute alles nichts“, weht Altmann bescheiden ab, als der Applaus mal wieder kein Ende nehmen will. Keine Frage: Der Funke ist übergesprungen, ganz so, wie es Bauer und Altmann erhofft haben. „Die Männer sind Musik“, gibt Carla Bauer das Kompliment zurück.

„Für mich sind die beiden Klang-Visionäre“, freut sich auch Hausherrin Hilde Steinfurth, die zusammen mit ihrem Mann Thomas Grieser vor fünf Jahren aus Ulm nach Luckenwalde zog, um hier das KlassMo als Café und Kulturwerkstatt zu eröffnen. Die Liebe zum Jazz haben die beiden mitgebracht und laden mehrmals im Jahr namhafte Jazzer nach Luckenwalde ein.

Mehr Anfragen als freie Termine

„Dass es so schnell gehen würde, dass sich ein Stammpublikum dafür findet und dass sich in Musiker-Kreisen herumspricht, wie toll unser Publikum ist, sodass alle gerne hier spielen, hätte ich nicht gedacht“, sagt Steinfurth, die mehr Musiker-Anfragen bekommt, als der Terminkalender hergibt. „Jazz ist für mich eine Haltung. Wenn die Musiker gut sind, kann man spüren, dass da nicht einfach irgendwas reproduziert wird, sondern dass es von innen kommt“, sagt die Wahl-Luckenwalderin.

„Schon als 15-Jähriger habe ich im Jazz-Konzert gesessen und Leuten wie Conny Bauer gelauscht, der ja 15 Jahre älter ist als ich und schon damals eine Größe war“, erinnert sich Altmann an die eigenen Anfänge. „Dem Saxofon zu Hause habe ich dann all meinen Kummer und all mein Glück anvertraut, habe es weinen, jubeln und schreien lassen, wenn meine Stimmung so war – und das ist, abgesehen vom ersten Liebeskummer, den man nur einmal haben kann, bis heute so“, erzählt der Musiker.

Mutiger Ausflug wird zum Glanzlicht

Sein mutiger Ausflug ins Gesangsfach, den der 62-Jährige mit dem lyrischen „Es liegt etwas auf den Straßen“ des Dichters Börries von Münchhausen unternimmt, ist eines der Glanzlichter des Abends und zugleich ein tiefer Blick in die Seele des Künstlers.

Von Uwe Klemens

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