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Luckenwalde Ferienprojekt: Jugendliche drehen eigenen Umweltkrimi
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17:24 06.02.2020
Eine Woche lang bereiten die Jugendlichen ihren Dreh vor. Dabei lernen sie auch den Umgang mit der Kamera. Quelle: Victoria Barnack
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Luckenwalde

Einmal ein Filmstar sein – das wünscht sich Klara Antonia Heiner. „Mein Traum ist es, Schauspielerin zu werden“, sagt die Elfjährige. In Luckenwalde erfüllt sie sich diesen Traum derzeit. Gemeinsam mit 16 anderen Jugendliche arbeitet sie an ihrem ersten eigenen Film. Es soll ein Krimi werden, samt Entführung, Schießerei und strafbaren Umweltsünden.

Umweltkrimi entsteht in Luckenwalde und Umgebung

Dass Klara beim Projekt des Vereins „Haus der Kultur der Welten Fläming“ mitmachen darf, ist ein Geschenk für das gute Zeugnis, das sie in der vergangenen Woche mit nach Hause brachte. Noch hadert die Elfjährige allerdings ein wenig mit der Rolle als Opfer – das Mädchen, das Klara spielen wird, soll entführt werden.

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Das Drehbuch für ihren Umweltkrimi erarbeiten die Jugendlichen gemeinsam mit Regisseur James Griffin. Quelle: Victoria Barnack

Für Regisseur James Griffin ist das nicht ungewöhnlich. Der zertifizierte Eltern-Medien-Berater leitet regelmäßig Filmprojekte. „Oft stellt sich erst während des Drehs heraus, wer für welche Aufgabe gemacht ist“, sagt er. Nicht jeder, der gern Kameramann sein will, habe Talent dafür, sagt er, und nicht jeder, der vor der Kamera stehen möchte, sei gut darin.

„Dieser Effekt der Selbsterfahrung ist eines unserer großen Anliegen“, sagt Griffi. Ob die elfjährige Klara tatsächlich das Zeug zur Schauspielerin hat oder in einem anderen Bereich viel talentierter ist, wird sich erst noch zeigen.

Eine Woche Zeit für die perfekte Geschichte

Bevor die Jugendlichen mit der Kamera losziehen, ist viel Vorbereitung gefragt. Im Klassmo in Luckenwalde haben sie sich ausgebreitet. Überall liegen Kameras, Stative, Mikrofone, Laptops und Zettel herum. „Am Ende der Woche soll das Konzept stehen“, sagt Griffin. „Das Drehbuch muss dann noch nicht komplett fertig sein, aber die Geschichte in Prosa sollte klar sein und auch die Rollenverteilung.“

Zum Filmemachen gehört auch Theorie. Das lernen die Jugendlichen in dieser Woche. Quelle: Victoria Barnack

Damit ihr Krimi auch inhaltlich stimmig ist, lernen sie in dieser Woche verschiedene Experten kennen. „Am spannendsten fand ich den Biobauern“, sagt Emma Manzek. Die kreative Achtjährige hat ihre Eltern überredet, dass sie als Jüngste bei dem Filmprojekt mitmachen darf.

Biobauer Markus Röthel berichtet ihr und den anderen Filmemachern von seiner täglichen Arbeit. Auch der Grünen-Politiker Tom Ritter und Forellenzüchter Reinhard Freydank sprechen mit ihnen über die Umwelt und das Klima. Die Volkshochschule in Luckenwalde unterstützt das Projekt. Umweltbildung ist derzeit eines der großen Themen.

Beim Seife herstellen üben die Jugendlichen das Filmen. Quelle: Victoria Barnack

„Viele unserer Gäste haben zugesagt, dass wir bei ihnen drehen dürfen“, erzählt Griffin. Gemeinsam mit Dokumentarfilmerin Reucker erklärt er den Jugendlichen vorher, wie eine gute Geschichte entsteht und welche Elemente sie braucht, um spannend zu sein.

Dreharbeiten starten in den Osterferien

Sozialarbeiterin Elke Schmidt vom Jugendbüro in Nuthe-Urstromtal hat eine Nähmaschine mitgebracht. Denn auch Requisiten entstehen in dieser Vorbereitungswoche. „Elke Schmidt war schon im vergangenen Jahr ein verlässlicher Partner für unser Projekt“, erzählt Griffin.

Ihr Organisationstalent stellte sie schon beim vergangenen Projekt unter Beweis. Auch wenn die Dreharbeiten in den Osterferien endlich beginnen, wird sie wieder dabei sein. Die Jugendlichen können sich dann als Kamera- und Tonmann oder im Schneiden des Materials ausprobieren.

Die Woche der Vorbereitung dient auch zum Kennenlernen der Technik. Quelle: Victoria Barnack

„Die Kinder lernen dabei auch, wie viel in einem Film fake sein kann“, sagt Hilde Steinfurth von dem Verein, der sich der Kulturförderung im Landkreis verschrieben hat. „Wir möchten mit solchen Projekten das Medienbewusstsein junger Menschen wecken“, erklärt sie. Das Ziel: Wenn die Jugendlichen nach Hause gehen, sollen sie hinterfragen, ob alles echt ist, was sie täglich im Fernsehen und Internet sehen.

Von Margrit Hahn

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