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Luckenwalde Kein Wundermittel fürs Alter
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07:47 12.10.2018
Otto Hübner in Luckenwalde ist 105 Jahre alt geworden. Es gratulierten Kornelia Wehlan (l.) und Elisabeth Herzog- von der Heide. Quelle: Margrit Hahn
Luckenwalde

 „Ich habe zwar einige Wehwechen aber es geht mir relativ gut“, sagt Otto Hübner, der am Donnerstag seinen 105. Geburtstag feierte. Der älteste Luckenwalder nimmt kaum Tabletten und braucht nur zum Lesen eine Brille. Er wohnt noch immer in seiner Wohnung gegenüber vom Bahnhof und liebt es, bei schönem Wetter auf dem Balkon zu sitzen und die Leute zu beobachten. Einmal in der Woche werden Lebensmittel besorgt. Den Einkaufzettel schreibt er zu Hause und erst wenn er an der Kasse steht, überprüft er, ob er alles hat. Begleitet wird er beim Einkauf von seiner Nachbarin Petra Dieckmann, die für ihn die Wohnung putzt und sich auch um die Wäsche kümmert. Sie schaut jeden Abend nach dem Essen vorbei und mag es gern, mit Otto Hübner zu diskutieren.

Zum Frühstück Haferflockensuppe

Der gebürtige Luckenwalde ist sehr interessiert und weiß in der Stadt gut Bescheid. Als Landrätin Kornelia Wehlan und Luckenwaldes Bürgermeisterin Elisabeth Herzog von der Heide zum Gratulieren kamen, wusste er sofort, wer da vor ihm stand. „Ich sehe Sie sonst nur in der Zeitung und heute sind Sie persönlich bei mir. Da werde ich wohl heute Abend vor Aufregung gar nicht einschlafen können“, so Otto Hübner. Nie hätte er gedacht, mal so alt zu werden. Ein Wundermittel dafür habe er nicht, aber er verzichtet schon seit Jahren auf Alkohol. „Ich esse höchstens mal eine Weinbrandbohne mit Schokolade“, erzählt er. Ansonsten steht auf seinem Speiseplan morgens Haferflockensuppe mit Mandelmilch. Auf seine Lieblingsserie „Sturm der Liebe“ verzichtet er so gut wie nie. „Und wenn ich doch mal dabei einschlafe, schaue ich mir am nächsten Vormittag die Wiederholung an“, fügt Otto Hübner hinzu.

Seniorenmeister im Kegeln

Seine Frau Luise verstarb vor zwei Jahren, an ihrem 98.Geburtstag. Er denkt gern an die schönen Jahre mit ihr zurück. Und doch gab es in seinem Leben auch traurige Begebenheiten. Im Krieg in Russland wurde er schwer verletzt und verlor als junger Mann seinen Unterschenkel und musste sein Leben vollkommen umkrempeln. Trotz Prothese war er sportlich sehr aktiv und wurde sogar Seniorenmeister im Kegeln. „Auch wenn es jetzt zu Fuß nicht mehr so flott geht, mein Mundwerk funktioniert noch bestens“, sagt er lachend.

Otto Hübner hat seinen Humor behalten. Quelle: Margrit Hahn

Von seinen damaliger Fußballfreunden, mit denen er im Luckenwalder Ballspielverein gespielt hat, lebt heute keiner mehr. Otto Hübner hat in seinem Leben in verschiedenen Berufen gearbeitet. Er begann eine Lehre als Werkzeugmacher und merkte dann aber dass es nicht das Richtige für ihn ist. „In Luckenwalde gab es früher viel Industrie und Handwerk, da konnte man sich eine Arbeit aussuchen“, berichtet er. Und so hat er einige Jahre als Bautischler und im Großhandel im Bereich Nahrungs- und Genussmittel gearbeitet und war im Krankenhaus als Telefonist tätig.

Selbst vom Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier erhielt er ein Schreiben. „Nehmen Sie meine besten Wünsche zu diesem Festtage und für Ihr weiteres Wohlergehen entgegen“, schrieb Steinmeier.

Von Margrit Hahn

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