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Luckenwalde Konkrete Pläne fürs Krankenhaus sind weiter unklar
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Konkrete Pläne fürs Krankenhaus sind weiter unklar
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17:57 19.03.2019
Noch ziert das DRK-Logo das Krankenhaus in Luckenwalde. Seit gestern gehört es jedoch den KMG Kliniken. Quelle: Margrit Hahn
Luckenwalde

Nach der Nachricht von der Übernahme des Luckenwalder DRK-Krankenhauses durch die KMG Kliniken am Montag sind Details zu dem Verkauf weiter unklar. Eine Nachfrage der MAZ an das Gesundheitsunternehmen mit Sitz in der Prignitz blieb am Dienstag unbeantwortet.

So ist auch nach der Rettung des Krankenhaus-Standortes in Teltow-Fläming bisher nicht klar, ob alle Personalstellen und Betten erhalten bleiben werden.

14 Stellen und 60 Betten könnten gestrichen werden

Anfang des Jahres hatte ein Wirtschaftsunternehmen ein Sanierungskonzept für die Krankenhausgesellschaft erarbeitet. Es sollte potenziellen Käufern als Masterplan dienen. Darin ist vorgesehen, 14 Mitarbeiter zu entlassen und langfristig 60 Betten in Luckenwalde zu streichen. An das Konzept ist der neue Investor aber nicht gebunden.

Im Luckenwalder Krankenhaus stehen 253 Betten für junge und alte Patienten zur Verfügung. Quelle: Margrit Hahn

Die Politiker aus Teltow-Fläming fordern weiterhin den Erhalt aller 500 Arbeitsplätze und der über 250 vollstationären Betten in Luckenwalde. Parteiübergreifend ist außerdem der vehemente Wunsch nach einer Möglichkeit zur Beteiligung.

CDU und Linke fordern: Kreis soll mitbestimmen dürfen

Der CDU-Abgeordnete Danny Eichelbaum spricht sich für ein wirksames Beteiligungsgremium des Kreistages aus. Das alte Kuratorium sei „ein zahnloser Tiger ohne Kompetenzen“.

Auch der Kreisverband der Linken fordert, dass der Kreis künftig mitbestimmen darf. „Wir haben die Erwartung an die KMG, dass die Entscheidungen, die den Versorgungsauftrag des Luckenwalder Krankenhauses betreffen, mit dem Landkreis und nicht einseitig getroffen werden“, erklärt der Vorsitzende Felix Thier.

Er fordert „klare regionale Strukturen und Aufsichtskompetenzen“ und keine Krankenhausleitung von Thüringen aus.

Im Dezember trafen sich Politiker und Verwaltung zum Krisentreffen im Krankenhaus. Quelle: Elinor Wenke

Während der Verhandlungen hatten sich auch Land, Kreis und die Kommune für eine Solitär-Lösung – den Einzel-Verkauf des Luckenwalder Krankenhauses – ausgesprochen.

Sie konnten auf die nun gefallene Entscheidung offensichtlich aber nicht einwirken. „Bei den Verhandlungen saßen wir am Katzentisch“, erklärte Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) nach Vertragsabschluss. „Es gab keine Stellen, an denen wir Einfluss hätten nehmen können.“

Finanzielle Beteiligung des Landkreises steht in den Sternen

Ob sich der Landkreis künftig finanziell am Krankenhaus beteiligen kann, ist unklar. Die KMG erklärte zunächst, man wolle „sämtliche Geschäftsanteile an der Gesellschaft übernehmen“.

Stefan Eschmann ist der Vorstandsvorsitzende der KMG Kliniken. Quelle: Claudia Bihler

Vom Versorgungsauftrag, den das Krankenhaus erfüllt, sind mehrere Bereiche konkret betroffen: In der landesweiten Krankenhausplanung war Luckenwalde zuletzt beispielsweise als einer von fünf neuen Standorten für eine geriatrische Fachabteilung aufgenommen worden.

Auch im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin wurde dank positiver Entwicklungen im Haus wieder eine eigene Fachabteilung in Luckenwalde ermöglicht.

Betten dürften kurzfristig nicht abgebaut werden

Ähnliches gilt für die Anzahl der Betten, über die es zumindest kurzfristig keine Diskussionen geben dürfte. Exakt 253 vollstationäre Betten sind laut Plan des Landes in Luckenwalde festgeschrieben. Als Besonderheit in Luckenwalde ist zudem der Betrieb der Schule für Gesundheitsberufe vermerkt, in der Pfleger in verschiedenen Bereichen ausgebildet werden.

Die Überarbeitung der landesweiten Krankenhausplanung ist für 2020 anvisiert.

KMG-Vorstand am Dienstag in Luckenwalde vor Ort

Unterdessen hat ein Teil des Leitung der KMG Kliniken am Dienstag zum ersten Mal offiziell das Luckenwalder Krankenhaus besucht. Wie das Unternehmen mitteilte, waren der Vorstandsvorsitzende Stefan Eschmann und Vorstandsmitglied Jennifer Kirchner-Bauer vor Ort. Sie stellten Chefärzten, dem Betriebsrat und weiteren Mitarbeitern das nordwestbrandenburgische Gesundheitsunternehmen vor, das in Zukunft Eigentümer des Krankenhauses sein wird.

Dabei betonten sie, dass es Unternehmensphilosophie der KMG Kliniken sei, „im Wissensaustausch eng mit den anderen Einrichtungen des KMG-Verbundes zusammenzuarbeiten“. Ansonsten wolle man aber auf das vor Ort in Luckenwalde vorhandene Know-How setzen.

Von Victoria Barnack

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