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Luckenwalde Karpfen zu Silvester: Die Tradition auf dem Teller
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Karpfen zu Silvester: Die Tradition auf dem Teller
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15:27 30.12.2019
Reinhard Freydank leitet den Betrieb der Forellenanlage Unterhammer. Kurz vor Neujahr gibt es hier auch Karpfen. Quelle: Margrit Hahn
Gottow

Die Zeit zwischen den Jahren ist die Zeit der Traditionen. Auch in Gottow ist das so. Immer am 30. Dezember stehen die Menschen Schlange. Karpfen, Forellen und Saiblinge sind die Objekte der Begierde. „Der Tag vor Silvester ist traditionsgemäß der stärkste Tag um Jahr“, sagt Reinhard Freydank.

Der Karpfen wird zugekauft

Der Chef der Forellenanlage Unterhammer weiß, was seine Kunden erwarten. Viele von ihnen kommen seit Jahrzehnten immer wieder. Verschiedene Arten Forellen, Saiblinge und Stör schwimmen das ganze Jahr über in den Wasserbecken bei Gottow. „Für das Geschäft an den Festtagen kaufen wir Karpfen dazu“, erzählt Freydank, „unser Züchter verspricht beste Qualität und hat das bis jetzt auch gehalten.“

Karpfen ist der Klassiker auf dem Festtagsteller. Quelle: Patrick Pleul/zb/dpa

Hunderte Exemplare gehen vor Weihnachten aber noch mehr vor dem Jahreswechsel in Unterhammer über die Theke, hinter die sich Freydank auch selbst stellt. Insgesamt sind es im Dezember mehrere Tonnen Fisch: ein Drei-Kilo-Karpfen hier, vier Forellen da und noch einen geräucherten Saibling dazu.

Wieder mehr Bestellungen von Gaststätten

Wesentlich mehr verlangen einige Restaurants. „In diesem Jahr ist die Nachfrage aus den Gaststätten wieder gestiegen“, berichtet Reinhard Freydank – für ihn entgegen der Vorjahre ein erfreulicher Trend. Die Nachfrage der Kunden nach regionalen Produkten scheint Bestand zu haben.

„Für die Gaststätten bereiten wir größere Mengen auf Bestellung vor“, sagt der Chef, „genauso wie Filets für jedermann.“ Wer den Fisch grätenfrei will, sollte das einen Tag vorher anmelden. Alles andere gibt es vor Weihnachten und Silvester fangfrisch, auf Wunsch auch küchenfertig.

In der Anlage in Unterhammer züchtet Reinhard Freydank hauptsächlich Forellen. Quelle: Margrit Hahn

Neben den Gastwirten sind die meisten Kunden der Forellenanlage bei Gottow älteren Semesters. Vor allem bei den Rentnern ist der klassische Silvesterkarpfen noch beliebt.

„Warum die Jüngeren nicht so vom Karpfen begeistert sind, kann ich gar nicht genau sagen“, erzählt Freydank, der das Phänomen seit mehreren Jahren beobachtet. „Noch immer hält sich ja das Gerücht, Karpfen würde moddrig schmecken“, sagt er, „aber das stimmt nicht.“

Schuppen im Portemonnaie bringen Glück

Nur eine Sache hat sich seit Jahrzehnten nicht verändert: „Viele Menschen sind noch immer abergläubig“, berichtet Reinhard Freydank. Die Schuppen vom Silvesterfisch im Portemonnaie aufzubewahren, soll Geldsegen fürs neue Jahr bringen. Der Aberglaube stammt offenbar von der münzähnlichen Form der Karpfenschuppen. Auch in Unterhammer wollen die Kunden den Fisch fast immer mit Schuppen nach Hause nehmen, zumindest vor dem Jahreswechsel.

2019 war zu warm für die Forellen

Auch Freydank hofft auf ein gutes, neues Jahr, wie es ihm so viele Kunden am verkaufsstärksten Tag des Jahres wünschen. „Die Karpfen sind schöne Exemplare mit einer guten Größe“, sagt er. Kein Wunder, immerhin wollen es die Süßwasserfische lieber warm haben.

Für die Forellen am Hammerfließ sei 2019 ein weniger gutes Jahr gewesen. Sie mögen lieber kaltes Wasser. Das ist auch der Grund, weshalb die beiden beliebten Festtagsfische nicht in einer Anlage gehalten werden können. Fischer und Forellenzüchter Freydank wünscht sich deshalb nicht noch einmal so ein warmes Jahr wie 2019 oder 2018.

Auch 2018 war bereits zu warm für die Forellen in Unterhammer. Durch die Dürre wurde der Bestand quasi halbiert. Quelle: Margrit Hahn

Bleibt nur noch eine Frage: Was isst der Chef der Forellenanlage eigentlich selbst am Silvesterabend? Lange überlegen muss Reinhard Freydank nicht: „Karpfen blau“, lautet seine Antwort. „Mit einer Meerrettich-Sauce“, fügt er noch an. Scharf muss der Silvesterkarpfen bei ihm sein.

Geheimtipp vom Fachmann: Maräne

Der Klassiker also, den viele junge Menschen nicht mehr zu mögen scheinen. „Das muss sein an Silvester“, sagt Freydank, „und das gibt es bei uns zu Hause wirklich auch nur dieses eine Mal im Jahr.“ Sonst probiert er sich an anderen Fischen. Forelle natürlich.

Wer lieber mal einen anderen Fisch essen möchte, dem empfiehlt der Fachmann Maräne. Den Süßwasserfisch aus der Familie der Lachsfische gibt es erst seit Kurzem in Unterhammer. Auch sonst ist er in der Region eher selten zu finden.

An Silvester ist die Forellenanlage Unterhammer bei Gottow von 9 Uhr bis 12 Uhr geöffnet.

Von Victoria Barnack

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