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Luckenwalde Externe Berater kosten den Kreis immer mehr Geld
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Externe Berater kosten den Kreis immer mehr Geld
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01:17 22.06.2019
In drei Jahren haben sich die Kosten für die Fremdleistungen in Teltow-Fläming fast verdoppelt. Quelle: Marc Müller/dpa
Luckenwalde

Externes Fachwissen kostet den Landkreis Teltow-Fläming immer mehr Geld. Seit 2015 sind die Kosten von 475.000 Euro auf circa 780.000 Euro gestiegen. Das geht aus einer Auflistung der Kreisverwaltung hervor.

Wehlan: „Neue Stellen nicht sinnvoll“

Warum nicht eigenes Fachpersonal einstellen anstatt fremden Beratern das Geld der Steuerzahler zu geben? Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) rechtfertigt den extremen Anstieg der Kosten für die externen Beratungen trotz politischen Gegenwindes.

In vielen Fällen sei es weder sinnvoll, neue Stellen einzurichten, noch sei es realistisch, dass sich passende Bewerber dafür fänden, erklärte sie gegenüber der MAZ.

Kornelia Wehlan (Die Linke) ist Landrätin des Landkreises Teltow-Fläming. Quelle: Hartmut F. Reck

Ein Beispiel: In den zurückliegenden drei Jahren hat der Landkreis mehrere hunderttausend Euro für Bauplanungen ausgegeben. Das Geld fließt zum größten Teil in den energetischen Ausbau der drei Gymnasien in Rangsdorf, Ludwigsfelde und Jüterbog. „Große Investitionsprojekte bedingen durch die Vielzahl der verschiedenen Fachplanungen und Aufgaben die Vergabe externer Leistungen“, sagt Wehlan.

Pro Schulgebäude sind beispielsweise zwölf unterschiedliche, freiberufliche Planungen notwendig, darunter auch der Brandschutz, Vermessungen und die Gestaltung der Außenanlagen.

Für den Erweiterungsbau des Rangsdorfer Fontane-Gymnasiums waren umfangreiche Planungsleistungen von Dritten nötig. Quelle: GSAI Galandi Schirmer | Architekten + Ingenieure GmbH

„Die Einrichtung neuer Stellen ist nicht sinnvoll“, so die Landrätin weiter. „Eine langfristige kontinuierliche Auslastung wäre nicht gewährleistet und würde den Haushalt auf Dauer zusätzlich belasten.“

Bewerber zu finden sei „unrealistisch“, sagt die Landrätin

Hinzu kommt Fachkräftemangel unter den benötigten Ingenieuren. „In Anbetracht der Arbeitsmarktsituation wäre eine Stellenbesetzung nicht realistisch“, erklärt die Verwaltungschefin.

Diese externen Beratungen kosten den Kreis besonders viel:

Eine Fachkraft für Arbeitssicherheit kostet jährlich mehrere Tausend Euro. Bis September 2017 war die Aufgabe an eine feste Ingenieurstelle in der Verwaltung gebunden. Weil sich der Aufwand und gesetzliche Rahmen änderten, wurde die Leistung ausgelagert.

Auch in der Beratung zur Umsatzsteuer holt sich die Verwaltung seit 2017 fremde Hilfe. der steuerrechtliche Berater bekommt vom Landkreis eine Vergütung über 140 Euro pro Stunde.

Auch für den Eigenbetrieb des Rettungsdienstes sind alljährlich Leistungen von Dritten notwendig. Seit 2014 waren es insgesamt 325.000 Euro. Hier sind die Kosten seit mehreren Jahren konstant.

Ähnliches gilt auch für andere Projekte, die die Beraterkosten des Landkreises zuletzt in die Höhe schnellen ließen. Fast 55.000 Euro wurden 2016 und 2018 für eine Machbarkeitsstudie zum Breitbandausbau sowie für die Fortschreibung des Nahverkehrsplanes ausgegeben. Denn in der Kreisverwaltung gibt es beispielsweise keinen ausgebildeten Verkehrsplaner.

Den nun für knapp 16.000 Euro extra neu einzustellen, hält die Landrätin für „Mittelverschwendung“. Die würde den Grundsätzen einer sparsamen Haushaltsführung entgegenstehen, die ihr der Kreistag in Zeiten der klammen Haushaltslage auferlegt hat.

Breitband: Fördermittel decken Kosten für externe Beratung

Gleiches gilt für die Breitband-Studie. Sie war Voraussetzung für das Bundesprogramm, mit dem weiße Flecken in Teltow-Fläming verschwinden sollen und wurde zu 100 Prozent gefördert.

Allein für dieses Projekt den nötigen lizenzierten Fachplaner für Telekommunikationsnetze einzustellen, sei unverhältnismäßig, so Wehlan. Im Gegenteil: Durch diese Vorgehensweise habe die Kreisverwaltung unterm Strich sogar Kosten gespart.

„Neue Impulse durch externe Betrachtung“

In einigen externen Beratungen sieht die Landrätin sogar Vorteile gegenüber einer Bearbeitung im eigenen Hause – ganz abgesehen vom finanziellen Aspekt. Beispielhaft nennt sie die Nahverkehrsplanung: „Durch die externe Betrachtung werden neue und moderne Impulse für die Organisation des ÖPNV eingebracht“, sagt sie.

Verwaltung schweigt zu beauftragten Unternehmen

An wen die tausende Euros schweren Aufträge gehen, will die Landrätin indes nicht preisgeben. „Auskünfte über die Auftragnehmer bedürfen der Zustimmung durch diese“, erklärte sie.

Im Nachbarlandkreis Dahme-Spreewald hatte es vor einigen Monaten aus diesem Grund Streit gegeben. SPD-Landrat Stephan Loge hatte Aufträge an einen Parteikollegen vergeben. Die Verwaltung in LDS rechtfertigte die Vergaben mit fehlenden personellen und fachlichen Kapazitäten.

Von Victoria Barnack

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