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Luckenwalde Landwirte übernachten auf der Durchreise zur Sternfahrt-Traktordemo in Hennickendorf
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20:45 25.11.2019
Sven Hager (2.v.r.) mit den Landwirten aus Gifhorn, die als Erste in Hennickendorf eintrafen. Quelle: Margrit Hahn
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Hennickendorf

Riesige Traktoren rollten bereits am Montagabend durch Hennickendorf. Dort blieben die Fahrzeuge bis zum Dienstagmorgen auf der Wiese in Richtung Ahrensdorf stehen. Am Dienstag setzen sich die Traktoren zwischen 6 und 6.15 Uhr in Bewegung in Richtung Berlin.

Auf Grund der derzeitigen Politik zum Thema Landwirtschaft sind Bauern und Landwirte mehr als unzufrieden. Die Bauern sehen ihre Existenz durch die schärferen Gesetze bedroht.

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„Das Agrarpaket gefährdet landwirtschaftliche Betriebe. Die erneute Verschärfung der Düngeverordnung führt zur Unterdüngung. In den so genannten roten Gebieten schadet das dem Boden mehr, als es nützt“, erklärt Johanna Mandelkow von der Initiative „Land schafft Verbindung“, die zu Demo und Sternfahrt aufgerufen hat.

Bratwürste für die Demonstranten. Quelle: Margrit Hahn

Auch das Insektenschutzprogramm wird als blinder Aktionismus gesehen. Kritisch betrachte man auch das Mercosur-Handelsabkommen. Durch Billigpreise importierte Waren sei die Versorgung mit sicheren, qualitativ hochwertigen und geprüften Lebensmitteln aus der Region gefährdet. „Deshalb wollen wir miteinander reden“, so Mandelkow.

„Wir lassen uns nicht in die Ecke drängen“

Ihren Unmut wollen Bauern und Landwirte am heutigen Dienstag mit einer Traktoren-Sternfahrt nach Berlin zum Brandenburger Tor zum Ausdruck bringen. Dazu werden aus allen Bundesländern Landwirte mit ihren Traktoren anreisen. „Wir rechnen mit 5000 Traktoren und 10 000 Teilnehmern“, fügt Mandelkow hinzu.

Einer der zentralen Sammelpunkte ist Hennickendorf. In der ehemaligen Kaserne stehen ausreichend Schlafplätze zur Verfügung. Dort haben in der Saison die Spargelhelfer ihr Quartier. „Wir können bis zu 1000 Personen unterbringen“, sagt Sven Hager, Geschäftsleiter des Obst- und Gemüsehofes in Hennickendorf. Er führt den Konvoi am Dienstag an. „Uns geht es darum, etwas zu verändern. Wir wollen mitreden und mitgestalten und nicht, dass man über unsere Köpfe hinweg entscheidet. Wir lassen uns nicht in die Ecke drängen“, so Hager.

Landwirte und Bauern kommen in Hennickendorf vor der großen Sternfahrt nach Berlin mit ihren Maschinen auf einer Wiese unter. Quelle: Margrit Hahn

Ähnlich sieht es auch Frank Nitzsche von der Bergranch in Berkenbrück. Seiner Ansicht nach ist Solidarität das Wichtigste. Es gehe nicht um den Einzelnen, sondern um das Ganze. Obwohl er in diesem Jahr etliche Rückschläge hinnehmen musste. Zum einen auf Grund der Trockenheit, zum anderen haben die Wölfe seine Tiere gerissen –und das nicht zum ersten Mal. Er hat bis zum Montagabend sämtliche Traktoren geputzt. „Wir wollen ja ordentlich aussehen, wenn wir nach Berlin fahren“, sagt Frank Nitzsche. Er hofft, dass die Düngeverordnung geändert wird.

4000 Bratwürste und 800 Portionen Gulasch

Auch Vertreter der Jüterboger Agrargenossenschaft nehmen an der Sternfahrt teil. „Die jungen Kollegen sind da bestens organisiert“, sagt Firmenchef Mario Schwanke.

Die Landfleischerei Hennickendorf kümmerte sich um die Versorgung der anreisenden Traktorfahrer. Sie hatten extra 4000 Bratwürste sowie 800 Portionen Gulasch hergestellt. „Je nach Bedarf können bis zu sechs Mitarbeiter hier vor Ort sein, um am Grill zu stehen und die Leute zu versorgen“, sagt Ralf Hagen. Robert Olejarz und Ken Sczech aus Luckenwalde schenkten im Bierwagen heiße und kalte Getränke aus.

Der Bierwagen stand am Dienstagabend für die reisenden Bauern bereit. Quelle: Margrit Hahn

Zu den Ersten, die am Montag in Hennickendorf eintrafen, gehörte Stephan Schacht aus Gifhorn. Er hatte die 230 Kilometer mit dem Traktor in fünf Stunden zurückgelegt. „Ich habe zu Hause vorher noch Kartoffeln gerodet“, so der Gifhorner. Er hofft, dass die Fahrt nach Berlin nicht umsonst ist und sich die Politiker endlich mit den Landwirten an einen Tisch setzen.

Die Fahrt von Hennickendorf führt am Dienstagfrüh über Ahrensdorf nach Trebbin und weiter in Richtung Zossen auf die B 96 nach Berlin. Die Kundgebung findet von 12 bis 16 Uhr am Brandenburger Tor statt. Berufspendler müssen bis Mittwoch mit erheblichen Beeinträchtigungen rechnen.

Aus dem Landkreis Dahme-Spreewald nehmen etliche landwirtschaftliche Unternehmen an der Demo teil – unter anderem die Bauerngenossenschaft Dahme und die Agrargenossenschaft Großräschen. Die Agrargenossenschaft Goßmar fährt mit sechs Traktoren nach Berlin. In Luckau und in Baruth werden Zwischenstopps eingerichtet. In Baruth gehen mehrere Routen ineinander über. In Kemlitz übernachten einige bayrische Landwirte. Dort stehen 50 Übernachtungsmöglichkeiten bereit.

„Mitarbeiter der Geschäftsstelle und Vorstandsmitglieder des Bauernverbandes Südbrandenburg fahren mit dem Zug“, sagt Borjana Dinewa-Zelt vom Bauernverband.

Von Margrit Hahn

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