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Luckenwalde Auf der Suche nach dem Sterbeort
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00:25 16.06.2019
Dieses Foto von Abarkin Aleksei Grogorjewitsch haben dessen Enkel und Urenkel an einen Gedenkstein auf dem Stalagfriedhof in Luckenwalde gesteckt. Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde

 Gisela Knaak hat bei einem Besuch auf dem Stalagfriedhof in Luckenwalde ein eingeschweißtes Foto entdeckt. Die Luckenwalderin bringt öfter Blumen auf den Stalag- und den Waldfriedhof. „Mein Großvater ist im Ersten Weltkrieg gefallen. Sein Name steht an der Ehrentafel der Jüterboger Nikolaikirche. Ich lege hin und wieder Blumen an den Gedenkstätten nieder“, sagt Gisela Knaak.

Als sie vor kurzem mit ihrer Tochter auf dem Stalagfriedhof am sowjetischen Gräberfeld stand, entdeckte sie dort das Foto eines jungen Mannes, das in Folie eingeschweißt ist. Darauf steht in russischer Schrift der Name Abarkin Aleksei Grigorjewitsch. Der Mann wurde 1903 geboren und starb am 11.März 1942. Auf der Rückseite des Bildes steht: „Mit Stolz erinnern wir uns an deine Heldentat! Enkel, Urenkel und Ururenkel.“

Schokolade und Blumen für den Toten

„Ich möchte wissen, ob der Mann hier in Luckenwalde gestorben ist“, sagt Gisela Knaak. Auf den Gedenktafeln für sowjetische Kriegsgefangene ist sein Name nicht gelistet. Vielleicht haben die Angehörigen deshalb ein Foto von ihm dazugesteckt. Außer dem Foto fand Gisela Knaak auch einen Rosenstrauß und eine kleine russische Schokolade auf dem Sockel des Gedenksteins. Somit lässt sich vermuten, dass das Foto mit den Blumen und der Schokolade zusammenhängt.

An der Gedenkstelle des Friedhofes lagen auch Blumen und eine kleine Schokolade mit russischer Aufschrift. Quelle: Margrit Hahn
Gisela Knaak legt zum Gedenken Blumen nieder. Quelle: Margrit Hahn

Wie der Luckenwalder Museumsleiter Roman Schmidt auf MAZ-Anfrage berichtet, gibt es immer wieder Anfragen von Hinterbliebenen, die Dokumente gefunden haben und Nachforschungen anstellen. Darin steht oftmals, dass Vater oder Großvater im Stalag III in Luckenwalde gewesen sind. „Auch die Enkelin von Abarkin Aleksei Grigorjewitsch war hier“, sagt Schmidt. Sie schaute sich die Stalag-Ausstellung des Museums an und hatten vorher auch angefragt, ob sie nach Luckenwalde kommen könnte. Aus den Papieren, die sie dabei hatte, ging allerdings nicht konkret hervor, wie lange der Großvater in Luckenwalde war und ob er eventuell an einem anderen Ort verstorben ist.

Dokumente an den Landkreis weitergeleitet

Leider konnte die Enkelin kein Deutsch und hatte auch niemanden dabei, der ihr bei der Übersetzung hätte helfen können. Doch das Heimatmuseum ist in solchen Fällen engagiert: „Wir haben die Dokumente zur Prüfung an den Landkreis Teltow-Fläming weitergegeben. Dort soll festgestellt werden, ob der Mann in Luckenwalde gestorben ist. Wenn sich das bestätigen sollte, wird sein Name ebenfalls auf das Denkmal gesetzt“, so Roman Schmidt.

Viele Anfragen aus Russland kommen erst jetzt in Lucknewalde an, weil sich Angehörige früher nicht getraut haben, zu sagen, dass sich ihr Familienangehörigen in deutscher Kriegsgefangenschaft befunden haben. „Das war Jahrzehnte lang verpönt“, erklärt Schmidt. Insgesamt verfügt das Heimatmuseum über eine Datenbank, in der sich 3900 Karteikarten zu russischen Gefangenen befinden.

Dieser Grabstein auf dem Stalagfriedhof ist vom Sockel gefallen und liegt dort schon länger. Quelle: Margrit Hahn

Gisela Knaak sieht in dem Stalagfriedhof eine wichtige Gedenkstätte. Deshalb ärgert sie sich, dass er ein wenig stiefmütterlich behandelt wird. Der Rasen wurde seit längerem nicht gemäht und ein Grabstein liegt schon mehrere Wochen am Boden. „Wenn man einen solchen Friedhof anlegt, sollte man dafür sorgen, dass er gepflegt wird“, so die Luckenwalderin.

Von Margrit Hahn

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