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Luckenwalde Feier zu 100 Jahren VHS
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Feier zu 100 Jahren VHS
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20:26 11.08.2019
VHS-Chefin Andrea Staeck bedankte sich in ihrer Ansprache unter anderem bei Kurs-Teilnehmern und Dozenten. Quelle: Gerald Bornschein
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Luckenwalde

Die Volkshochschule (VHS) in Luckenwalde wurde am 9. Juli 1919 gegründet und entwickelte sie sich schnell zu einem Zentrum der politischen und kulturellen Bildung. Großen Anteil hatte sie bei der Einführung des konzertanten Lebens und des Musiktheaters in der Stadt. In Rückbesinnung auf diese Tradition wurde das Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen unter das Motto „Die VHS tanzt und singt“ gestellt und mit einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm in der Dessauer Straße gefeiert.

Den lautstarken Auftakt vollzog das Kreismusikschul-Ensemble „Trommelfieber“ unter der Leitung von Steffen Klämbt. Das Programm solle Lust auf mehr wecken und gern auch interessierte Teilnehmer gewinnen, begrüßte VHS-Leiterin Andrea Staeck die zahlreichen Gäste, darunter Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) sowie viele aktive und ehemalige Kursteilnehmer und Dozenten. Auch der Kreativbereich war im Vorfeld aktiv und hatte einen Geschenketisch mit „tollen Gebilden und Bildern“ gestaltet.

Trommelfieber dürfen bei einer Feierstunde der VHS natürlich nicht fehlen. Quelle: Gerald Bornschein

Jetzt ist die VHS Teltow-Fläming eine Einrichtung des Landkreises und so oblag es dem Beigeordneten und Kämmerer Johannes Ferdinand (CDU), das Grußwort zu sprechen. Auch wenn man sich ein wenig mit fremden Federn schmücke, da die Schule 1919 als Stadteinrichtung gegründet wurde, sei man sehr stolz auf die VHS. Das jährliche Gesamtbudget von rund 1,5 Millionen Euro werde vom Landkreis mit einer halben Million Euro unterstützt. Er dankte dem Team für die „immer engagierte Arbeit“, das Geld sei für die Erwachsenenbildung gut angelegt.

Dank an Teilnehmer und Dozenten

Das Lob gab Andrea Staeck gleich weiter: „Die Volkshochschule ist nichts ohne Teilnehmer und noch viel weniger ohne unsere Dozenten.“ Das Alter der Teilnehmer reiche von Mitte Zwanzig bis hoch in die achtziger Jahre. Das mache das Bild der VHS aus, das Verwaltungsteam schaffe die nötigen Rahmenbedingungen. Dazu zähle das 2012 erstellte moderne Gebäude, neu angeschaffte Keramik-Brennöfen oder die umfassende Digitalisierung. Neben zahlreichen Smart- und Whiteboards gibt es nur noch eine Kreidetafel für die Kinder. Und noch eine Neuigkeit hatte sie zu verkünden: In Kürze zieht die Geschäftsstelle der VHS aus dem Kreishaus in die Dessauer Straße, laut Plan sollen alle damit verbundenen Arbeiten im Oktober abgeschlossen sein.

Erinnerung an das Bauhaus

Eine Reminiszenz an die Gründungszeit brachte der nächste Akt auf die Bühne. Das triadische Ballett aus der Collage „100 Jahre Bauhaus“ (Regie: Doris Ullrich) wurde von Schülerinnen der Friedrich-Ludwig-Jahn-Oberschule zu Musik von den „Einstürzenden Neubauten“ aufgeführt. Die Mädchen aus dem Schwerpunktkurs Kunst hatten gemeinsam mit ihrer Lehrerin Karsta Scherneck extra einen Tanzworkshop an der Akademie der Künste in Berlin besucht. Als Symbol des Friedens ließ Wolfgang Staeck im Anschluss 15 weiße Tauben aufsteigen, „denn nur im Frieden kann man lernen“, sagte Andrea Staeck.

Auch das Trio Lion hatte bei der 100-Jahr-Feier seinen Auftritt. Quelle: Gerald Bornschein

Auf der Bühne wurde das Publikum nun von einer lebhaften Tango-Vorführung mitgerissen. Debra Ferrari und Emiliano Giménez aus Buenos Aires arbeiten seit 1994 gemeinsam als Tänzer und Tanzlehrer, seit 2016 unterrichten sie Anfänger und Fortgeschrittene im argentinischen Tango an der VHS in Luckenwalde. Für das Herbstsemester sind noch Plätze frei, wurde den beeindruckten Zuschauern mitgeteilt. Mit Pan Panazeh ging es anschließend auf eine gezeichnete, gedichtete und teils gesungene Safari. Sebastian David nahm in seiner Rolle „Urstromtaler“ die Eigenheiten der Tierwelt aufs Korn.

Orientalisch und sinnlich

Mit orientalischem Tanz führte die Frauengruppe unter Leitung ihrer Dozentin Manuela Weiske das Programm auf sinnliche Weise fort. Seit 2014 gibt es den Kurs am Standort Wünsdorf, wie man sehen konnte mit Erfolg. Den Schlusspunkt als Live-Act setzte die junge Band Lion mit Cover-Songs in einer typischen eigenen Interpretation. Rosalie Wisniewski, Corona Bellin-Cajon und Samuel Meininger proben seit November 2018 gemeinsam. Nach dem Einsatz bei der Luckenwalder Music-Session am Vorabend war dies erst ihr zweiter öffentlicher Auftritt. Er wurde von den Zuschauern begeistert aufgenommen. Umrahmt wurde das musikalische Portfolio des Nachmittags und Abends von Gunter und Fabian Pappe, die als Sound-Mix-Duo Lieder aus 100 Jahren Musikgeschichte zu Gehör brachten.

Der Beigeordnete Johannes Ferdinand (CDU) überbrachte die Glückwünsche des Landkreises. Quelle: Gerald Bornschein

Das Jubiläum wurde von den Gästen als gelungene Veranstaltung wahrgenommen, die die Verankerung der Volkshochschule in der Region zeigt. Die Luckenwalderin Gerda Rommel holte dort vor 35 Jahren erfolgreich ihren Schulabschluss nach, später hat sie einen Schneider-Kurs besucht und sich dort einen Rock genäht, erinnert sie sich. Sie ist von der VHS begeistert. Damals hatte sie in Russisch eine Eins, nun würde sie gern Polnisch lernen, die Sprache des Landes, in dem sie geboren wurde und aus dem sie flüchten musste. Sie fühlte gleich einmal vor, ob vielleicht ein Kurs eröffnet wird. Auch Agnes Brocke fühlt sich im Lernstudio der VHS gut aufgehoben. Die Teilnehmerin im Grundbildungskurs überreichte Andrea Staeck stellvertretend für das Team eine eigens gestaltete große Glückwunschkarte.

Von Gerald Bornschein

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