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Luckenwalde Familienbetrieb repariert Autoscheiben
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13:26 03.04.2019
Der Familienbetrieb mit Ralf, Maik und Ingo Hasenjürgen (v.r.) feiert im April sein 25-jähriges Bestehen. Quelle: foto: Privat
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Luckenwalde

Weil es seinen damaligen Arbeitsplatz in der Forstwirtschaft nicht mehr gab, hat Ralf Hasenjürgen sich im April 1994 selbstständig gemacht und in Stülpe seinen kleinen Betrieb Wintec Autoglas gegründet. In dieser Woche blickt er bereits auf das 25-Jährige Bestehen zurück. Der heute 63-Jährige war damals als Kranführer auf dem Holzplatz in Schönefeld beschäftigt. Doch der wurde abgewickelt. Ralf Hasenjürgen ließ sich schulen und konzentrierte sich fortan auf die Reparatur und Erneuerung von Autoscheiben. Das deutschlandweit agierende Franchise-Unternehmen Wintec ist spezialisiert auf Steinschlag-Reparaturen an Fahrzeugen, Neuverglasungen und Folienbeschichtungen.

Inzwischen arbeiten seine Söhne Ingo (38) und Maik (39) im Familienbetrieb mit. Sohn Heiko (43) hilft aus, wenn Not am Mann ist. Ehefrau Angelika Hasenjürgen (63) kümmert sich um Büro und Abrechnung. „Wir sind schon als Stifte mit in die Werkstatt reingewachsen“, berichtet Ingo Hasenjürgen, „nach der Schule haben wir unserem Vater oft geholfen.“

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Stülpe ohne Festnetz

Dabei waren die Arbeitsbedingungen zu Beginn denkbar schlicht. „In Stülpe gab es damals noch nicht mal ein Festnetz“, erinnert sich Ingo Hasenjürgen. „Unser Vater hat sich ein teures D1-Handy mit Kabel und Verlängerungs-Antenne angeschafft, um überhaupt Kontakt zu den Kunden zu kriegen.“

Heute herrscht im Betrieb Hightech vor. „Ohne modernste Elektronik und Auslesegeräte geht nichts mehr“, sagt Ingo Hasenjürgen. In Stülpe war der kleine Betrieb nur in einer Garage und einem Carport untergebracht. Weil er aus allen Nähten platzte und die komplexen Scheibensysteme dort nicht mehr zu handhaben waren, zogen Hasenjürgens vor drei Jahren mit ihrer Firma nach Luckenwalde um. „Wir haben unsere Fläche verzehnfacht“, schätzt der Junior.

Auftragslage schwer berechenbar

„700 bis 800 Kunden kommen jährlich zu uns“, sagt Ingo Hasenjürgen. Da der Betrieb in einem Notfallsektor arbeitet, ist die Auftragslage schwer berechenbar. „An die Schwankungen haben wir uns gewöhnt“, meint der Scheiben-Experte. Außer Pkw werden auch Mähdrescher, Bagger oder Radlader mit neuem Glas ausgestattet.

Ein Viertel der Arbeiten sind Reparaturen, der Rest Neuverglasungen. Bei einfachen Scheiben ist das Malheur meist von einem Tag zum anderen behoben; in anderen Fällen dauert es länger. „Bei einer eingeschlagenen Heckscheibe auf offener Straße sind wir auch schon mal am Feiertag losgefahren“, berichtet Ingo Hasenjürgen. Er ist froh, dass der Vater als Chef „immer noch das letzte Wort hat“, auch wenn die Söhne inzwischen einen Großteil erledigen. Nachwuchs ist auch schon in Sicht. Die zweijährige Tochter von Ingo Hasenjürgen spielt beim Werkeln schon gern den Handlanger.

Das silberne Betriebsjubiläum soll im Spätsommer bei einem Tag der offenen Tür mit Kunden und Geschäftspartnern gefeiert werden.

Von Elinor Wenke