Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Luckenwalde Seit 30 Jahren immer auf Achse
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Seit 30 Jahren immer auf Achse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
15:18 04.02.2020
Rüdiger Schönhals mit Ehefrau Ina und Sohn Hans (v.l.) mit ihren Fahrzeugen. Quelle: Margrit Hahn
Anzeige
Luckenwalde

Rüdiger Schönhals hat sich vor 30 Jahren mit seinem Taxiunternehmen selbstständig gemacht. Inzwischen es ein reiner Familienbetrieb. Nicht nur er, sondern auch Ehefrau Ina und Sohn Hans fahren Taxi.

Der 59-Jährige erinnert sich noch gut an die Anfangsjahre. In seinem erlernten Beruf als Elektromonteur standen die Chancen kurz nach dem Mauerfall nicht sonderlich gut. Zuerst wollte er auf Montage gehen, doch damit war Ehefrau Ina nicht einverstanden. Da er schon zu DDR-Zeiten nebenberuflich als Taxifahrer für den damaligen VEB Kraftverkehr tätig war und seine Frau aus einer alteingesessenen Taxifamilie stammt, stand der Entschluss fest: Er fährt Taxi — zumindest vorübergehend. Dass daraus 30 Jahre werden, hatte er nicht gedacht.

Nachfolge gesichert

Als Ehefrau Ina als Erzieherin arbeitslos wurde, stieg sie ins Taxiunternehmen ein. Sie hatte vorher schon ausgeholfen, wenn Not am Mann war. Seit zehn Jahren ist nun auch Sohn Hans im Unternehmen tätig. Er schloss vor kurzem seine Prüfung zur Unternehmensführung erfolgreich ab. Somit ist die Nachfolge gesichert.

Ina Schönhals hat einige Jahre Schüler von Woltersdorf nach Bestensee gefahren. Unterwegs wurden Märchen erzählt und Lieder gesungen. Derzeit fährt sie behinderte Kinder in Ludwigsfelde in die Kita. Zum Hauptgeschäft gehören aber Stadt- und Krankenfahrten, das heißt Patienten werden zu Ärzten, zur Dialyse oder in umliegenden Krankenhäuser gefahren. Auch zur Reha nach Bayern, an die Nord- und Ostsee und nach Flensburg wurden Fahrgäste gebracht. Wenn ein Patient vom Arzt eine schlimme Diagnose bekommen hat, muss während der Fahrt auch mal getröstet werden.

Keine Feiertage

Das Taxi-Trio schaut nach jeder Fahrt, ob etwas im Fahrzeug liegengeblieben ist. Meist sind es kleinere Dinge wie Handschuhe. Wenn es auf der Rücksitzbank klingelt, sehen sie zu, wie sie das Handy wieder zum Besitzer bekommen. Seit 30 Jahren feiert die Familie weder Weihnachten noch Silvester, weil alle unterwegs sind. „Als unsere Kinder noch klein waren, haben wir es an den Feiertagen bedauert, ein Taxiunternehmen zu haben“, so Ina Schönhals. Am Heiligabend 2019 waren die Autos bis Mitternacht unterwegs. Morgens um 5 Uhr wurden die ersten Patienten zur Dialyse gebracht.

Oftmals müssen Einkäufe und Koffer der Fahrgäste bis in die Wohnung getragen werden. Seit eine ältere Dame nicht mehr selbst einkaufen gehen kann, arbeitet Ina Schönhals deren Einkaufsliste alleine ab.

Taxi als Umkleidekabine

An manche Einsätze erinnert sich Rüdiger Schönhals genau. So sollte er einmal eine Braut vom Hotel abholen und zur Kirche nach Jüterbog bringen. Am Hotel angekommen, war die Visagistin völlig aufgelöst. Die Brautmutter hatte die Bänder fürs Hochzeitskleid in der Tasche und saß damit in der Kirche. Die Braut stieg mit offenem Kleid ins Auto. In Jüterbog diente das Taxi dann als Umkleidekabine.

Zwei Mädchen hatten in Berlin vor lauter Schnattern verpasst, aus dem Zug zu steigen. In Luckenwalde suchte sie nach einem schnellen Taxi, um ihren Flug nicht zu verpassen. „Sie haben ihren Flieger pünktlich bekommen und ich wenige Tage später eine Urlaubskarte“, berichtet der Luckenwalder.

Geld und Dankesbrief

Sohn Hans griff kürzlich nachts eine Frau auf, die kein Geld dabei hatte. Er hatte Mitleid und chauffierte sie trotzdem zu ihrem Ziel. Sie versprach, dass Geld zu schicken. Tatsächlich erhielt er wenige Tage später das Geld samt Dankesschreiben.

Auch brenzlige Situationen kennt Rüdiger Schönhals zur Genüge. Als ihm ein Geisterfahrer nachts um 3 Uhr auf der B 101 entgegenkam, entschieden Zehntel-Sekunden über Leben und Tod. „Ich wollte grad einen Lkw überholen, das hätte böse ausgehen können“, fügt er hinzu.

Von Margrit Hahn

Magnus Thure Gossa aus Berlin stellt in der Luckenwalder Buchhandlung Kaim sein erstes Buch vor. Dabei geht es auch um Themen wie Diskriminierung und Mobbing.

04.02.2020

Langsam werden die Kreistagspolitiker ungeduldig: Ein Jahr ist es her, dass sie die Kreisverwaltung mit einer Studie zur Schülerbeförderung beauftragt haben. Weil sich bisher nichts getan hat, gibt es nun einen unkonventionellen Vorschlag.

04.02.2020

Am Sonntagnachmittag prallte ein Pkw in einer Kurve der B 101 gegen eine Leitplanke. Die 42-jährige Fahrerin wurde schwer verletzt und musste von Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht werden.

03.02.2020