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Luckenwalde 90 Jahre Bergsiedlung und Siedlerverein
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde 90 Jahre Bergsiedlung und Siedlerverein
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15:35 29.10.2019
Ein Blick von oben auf die Bergsiedlung in Luckenwalde Quelle: privat
Luckenwalde

Die Luckenwalder Bergsiedlung besteht seit 90 Jahren. Das Jubiläum wird mit einem Themenabend im Januar gefeiert. Bis dahin soll eine neue Broschüre gedruckt sein. Unter Leitung von Wolfgang Bohmann arbeitete eine Arbeitsgruppe die Geschichte der Bergsiedlung und des Siedlervereins noch einmal auf. Zwei Jahre lang recherchierte man, wurden Fotos gesammelt und Interviews geführt.

Stadt übernahm Druckkosten

Zunächst war ein einmaliges Exemplar vorgesehen, dass aktualisiert werden sollte. Doch davon kam man schnell wieder ab. Die Stadt Luckenwalde erklärte sich bereit, die Druckkosten für die Broschüre zu übernehmen. Allerdings wird es nur eine geringe Stückzahl davon geben. „90 Jahre Bergsiedlung ist ansonsten ja nichts besonderes. Es gibt andere Siedlungen in der Stadt, die ebenso alt oder noch älter sind. Allerdings wurden Bergsiedlung und Verein zur selben Zeit gegründet“, sagt Wolfgang Bohmann.

Wolfgang Bohmann hat zwei Jahre an der Chronik gearbeitet. Quelle: Margrit Hahn

 

Der Berliner Maurermeister Hermann Habedank hatte im Juni 1929 im Auftrag des Grundstückseigentümers, des Landwirts Louis Ebel aus Frankenfelde, eine Fläche von 110 Morgen übernommen, um diese zu parzellieren. Mit der Gemeinde Frankenfelde wurde ein Siedlervertrag geschlossen indem sich Habedank verpflichtete, Straßenbau, Bewässerung und Elektroanschluss sicherzustellen. Aus einem Kaufvertrag vom 10. Juni 1929 geht hervor, dass der Grundstückspreis damals bei 45 Pfennige pro Quadratmeter lag und in bar bezahlt wurde. Da die Arbeitslosigkeit sehr hoch war, haben sich etliche Siedler Geld borgen müssen, um ein Grundstück kaufen zu können.

Verein gegründet

Die Siedler befürchteten seinerzeit, dass eine Lawine an Kosten für Straßenbau, Brunnenbohrung und Elektrizitätsanschluss auf sie zukommen würde und dass Habedank tüchtig daran verdienen könnte. Deshalb gründeten 20 von ihnen im November 1929 den Verein „Vereinigte Frankenfelder Siedler“. Es wurde vereinbart, dass Habedank nichts ohne Zustimmung des Siedlervereins veranlassen durfte.

Geschichten aufgespürt

Wolfgang Bohmann hat mit einigen Bewohnern der Bergsiedlung gesprochen und schöne Geschichten aufgespürt. So wurde ihm unter anderem berichtet, dass die Straßen von der Stadt zur Bergsiedlung damals nicht befestigt waren. Um ihre Tante, die schlecht laufen konnte, am Sonntag zum Kaffee in die Bergsiedlung zu bekommen, wurde sie kurzerhand im Handwagen transportiert. Noch Jahre später beklagten sich die Kinder darüber, dass sie fast jeden Sonntag dazu verdonnert wurden, nun die Tante zu holen.

Kein Wasser, kein Telefon

Das größte Problem bestand in all den Jahren allerdings darin, dass es in der Bergsiedlung kein Wasser gab. Im Jahr 1929, als die Siedlung entstand, wurde ein Brunnen gebohrt. Mit Wasser aus der Gießkanne wurde dann gemauert. Erst 1951 wurde ein Wasseranschluss gelegt. Doch bereits ein Jahr später im Sommer war der Wasserdruck so gering, und es gab tagsüber wieder kein Wasser aus der Leitung. Waschmaschinen liefen in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden und die Betriebe erlaubten den Mitarbeitern verspätet zur Arbeit zu kommen, um ihre Wäsche zu waschen. Erst 1990 war das Wasserproblem endgültig gelöst. So berichtet Wolfgang Bohmann auch über die Arbeit der Feuerwehr und wie sie es geschafft hat, ohne Wasser und Telefon Brände zu löschen.

Von Margrit Hahn

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