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Luckenwalde Auf den Spuren des jüdischen Großvaters
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09:36 23.08.2019
Die Australierin Angela Seymour wurde bei ihrem Luckenwalde-Streifzug von Michael Wessel (l.) und Detlev Riemer begleitet. Quelle: Elinor Wenke
Luckenwalde

14.000 Flugkilometer hat Angela Seymour auf sich genommen, um auf den Spuren ihres jüdischen Großvaters zu wandeln. Die 66-jährige Australierin ist die Enkelin von Hermann Salomon.

Der Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie hatte sich 1919 als Arzt in Luckenwalde niedergelassen, engagierte sich ehrenamtlich als Stadtverordneter und Stadtrat und war von 1930 bis 1933 Erster Bürgermeister in der Stadt Luckenwalde. Doch von den Nationalsozialisten wurde er gezwungen, sein Amt niederzulegen. Er wurde gedemütigt, verfolgt und im KZ Sachsenhausen interniert. 1937 konnte Hermann Salomon nach Jugoslawien emigrieren; später lebte er in Frankreich, wo er 1970 im Alter von 82 Jahren starb.

Zum ersten Mal in Luckenwalde: Angela Seymour, Enkelin von Hermann Salomon. Quelle: Elinor Wenke

Angela Seymour besuchte Luckenwalde am Donnerstag zum ersten Mal. Begleitet wurde sie auf ihrem Streifzug durch die Familiengeschichte von Detlev Riemer, Pfarrer im Ruhestand, und dem Luckenwalder Michael Wessel. Dessen Mutter Eva Wessel war mit Angela Seymours Tante Helen gemeinsam zur Schule gegangen.

Detlev Riemer erforscht seit Jahren jüdische Schicksale in und um Luckenwalde und hatte bereits Kontakt zu Angela Seymours Schwester.

„Ein wundervoller, freundlicher Mensch“

„Ich erinnere mich gern an meinen Großvater, den wir alle zwei Jahre in Paris besucht haben“, erzählt seine Enkelin, die sich um die Profilierung ihrer Deutsch-Kenntnisse bemüht. „Er war ein wundervoller, freundlicher Mensch und immer elegant gekleidet.“ Als Kind habe sie den kleinen Hund ihres Opas besonders geliebt. „Und auf seine Glückwunschkarten hat er sehr poetische Zeilen geschrieben“, erinnert sich Angela Seymour.

Von Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) wurde sie im Rathaus, der einstigen Wirkungsstätte ihres Opas, empfangen. In unmittelbarer Nähe befindet sich eine Stele für Hermann Salomon, die die Stadt ihm zu Ehren aufgestellt hat.

Die Villa in der Bahnhofstraße 5 in Luckenwalde, heute Awo-Zentrum. Quelle: Elinor Wenke

Weitere Stationen waren die Poststraße 24 als Geburtshaus von Angela Seymours Vater, der Boulevard und Markt, das Krankenhaus, das Stadttheater, der jüdische Friedhof, die Synagoge und die Mendelsohnhalle.

Eine Stippvisite legte die Australierin auch in der Bahnhofstraße 5 ein, dem heutigen Awo-Zentrum. „Dort hatte mein Opa seine Arztpraxis und später seine Wohnung“, erzählt die Seniorin. Weil sie in England und später in Australien im Sozialdienst gearbeitet hat, kamen ihr die Angebote und Dienste im Awo-Zentrum sehr vertraut vor.

Die Luckenwalder Stele für Hermann Salomon neben dem Rathaus. Quelle: Elinor Wenke

Luckenwalde empfindet die Weitgereiste als liebenswerte Stadt. „In Australien sind die Gebäude eher ähnlich, hier hat jedes Haus seine eigene Geschichte“, erklärt sie.

Als Resümee ihrer Reise empfindet sie vor allem Dankbarkeit. Sie ist froh, dass sie die Wirkungsstätten ihres Opas noch kennenlernen konnte. „Dass er verfolgt wurde, ist traurig, aber er hatte später in Paris ein gutes Leben und auch unserer Familie geht es heute gut“, sagt Angela Seymour.

Von Elinor Wenke

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