Luckenwalde: Das afghanische Mädchen Zainab wurde dank vieler Spenden erfolgreich operiert
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Luckenwalde: Das afghanische Mädchen Zainab wurde dank vieler Spenden erfolgreich operiert

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20:04 21.10.2021
Zainab hat die Operation erfolgreich überstanden und läuft nun an Krücken.
Zainab hat die Operation erfolgreich überstanden und läuft nun an Krücken. Quelle: Privat
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Luckenwalde

Zainab, das neunjährige Mädchen aus Afghanistan, das derzeit in Luckenwalde betreut wird, ist erfolgreich operiert worden. Die Hüft-OP wurde an einer Kinderklinik in Dortmund vorgenommen und dauerte vier Stunden. „Nun haben wir Zainab wohlbehalten wieder zu Hause in Luckenwalde“, sagt Viola Adam, die mit ihrer Familie das Mädchen vor Monaten aufgenommen hat.

Erkrankung vor drei Jahren in Luckenwalde behandelt

Zainab hatte sich in ihrer Heimat bei einem Treppensturz ein Bein gebrochen und eine chronische Knochenentzündung zugezogen; damals drohte sogar eine Amputation. Vor drei Jahren war die Entzündung in Luckenwalde erfolgreich behandelt worden. Doch durch das verkürzte Bein war die Hüfte fehlgestellt, wodurch eine weitere Operation notwendig wurde.

Großzügige Spenden auch der MAZ-Leser

Die OP-Kosten von rund 12.300 Euro wurden durch großzügige Spenden aufgebracht – auch dank der MAZ-Leser. Denn 2000 Euro kamen aus der Spendenaktion „Sterntaler“ des MAZ-Regionalverlags Dahmeland-Fläming in Kooperation mit dem DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald. „Am Ende fehlten nur noch 200 Euro“, erzählt Viola Adam glücklich, die von der Spendenbereitschaft in der Region überwältigt ist.

In der Kinderklinik Dortmund – Zainab war schon kurz nach der OP guter Dinge. Quelle: Privat

Ohne die OP, so die Meinung der Mediziner, hätte Zainab in Zukunft nicht mehr schmerzfrei laufen können. „Die Operation war wohl aufwendiger als ursprünglich geplant“, berichtet Viola Adam, denn die Fehlstellung der Hüfte hatte sich in den letzten Monaten rapide verschärft. „Die Ärzte sagten, es war nur eine Frage der Zeit, bis die Hüfte gebrochen wäre“, so Viola Adam. „Doch aus Sicht der Ärzte ist die OP gut verlaufen und auch die ursprüngliche dicke Narbe ist besser geworden.“

Sechs Wochen muss Zainab sich nun mit zwei Krücken fortbewegen, nach 14 Wochen darf sie Hüfte und Bein vorsichtig belasten. Sie hat noch Schmerzen, wirkt aber schon mobiler als früher, als sie sich beispielsweise nicht im Schneidersitz postieren konnte. „Das Bein fühlt sich jetzt besser an“, sagt die Neunjährige.

Die Luckenwalder Mitschüler vermissen Zainab

Viele haben ihr für die OP die Daumen gedrückt. „Leute, die gespendet haben, erkundigten sich nach ihrem Befinden“, berichtet Viola Adam. Die Klasse 2b der Luckenwalder Friedrich-Ebert-Grundschule samt Klassenlehrerin Tina Pempelfort hat ihr einen aufmunternden Brief geschrieben. Darin heißt es: „Wir wünschen dir alles Gute und wir vermissen dich sehr. Komm bald wieder!“.

Die Klasse 2b der Ebert-Grundschule hat ihr einen Brief geschrieben. Quelle: Privat

Denn Zainab darf seit Schuljahresbeginn in Luckenwalde zur Schule gehen. Sie spricht inzwischen nicht nur fließend Deutsch und ist eine pfiffige Schülerin; sie ist bei ihren Klassenkameraden beliebt und bei Lehrern willkommen, denn die Neunjährige betont immer wieder ihre Dankbarkeit, dass sie überhaupt zur Schule gehen darf.

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Zainab kann es kaum erwarten, ihre Mitschüler wiederzusehen. Trotz Krücken besucht sie nach den Herbstferien ab Montag wieder den Unterricht.

Kontakt zu den Eltern in Afghanistan wieder unterbrochen

Sorgen macht sich Zainab um die Entwicklung in ihrer Heimat. „Sie hat mitbekommen, welche Zustände in Afghanistan herrschen, seit die Taliban an der Macht sind“, sagt Viola Adam. Der Kontakt zu ihren Eltern war vorübergehend unterbrochen. Zwischendurch waren sie telefonisch erreichbar, derzeit aber wieder nicht. „Von Zainabs Cousine haben wir lediglich erfahren: Die Familie ist zurzeit in Sicherheit, was immer das heißt“, so Viola Adam.

Auch wenn Zainab gern in ihre Heimat zurück möchte, um dort Ärztin zu werden, wird es wohl ein langer Weg. Zunächst benötigt das Mädchen noch physiotherapeutische Behandlungen, auch dafür wird noch Geld benötigt.

Wer für Zainab spenden möchten, wendet sich per Mail an Viola Adam unter Violaadam@gmx.de

Von Elinor Wenke