Luckenwalde: Diese Tipps helfen gegen Waschbär und Marder in Garten oder unterm Dach
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Luckenwalde Infotag in Luckenwalde: Was tun, wenn der Waschbär Probleme macht?
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Luckenwalde: Diese Tipps helfen gegen Waschbär und Marder in Garten oder unterm Dach

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18:05 10.11.2021
Marderhunde, Waschbären und Minke kommen in Teltow-Fläming sowie in ganz Brandenburg immer häufiger vor.
Marderhunde, Waschbären und Minke kommen in Teltow-Fläming sowie in ganz Brandenburg immer häufiger vor. Quelle: dpa (2)/Udo Böhlefeld
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Luckenwalde

Waschbär, Marderhund und Mink: Eigentlich klingt der Titel der Tagung ganz putzig. Gäbe es nicht so viele Probleme mit den tierischen Neubürgern in Brandenburg: Sie durchwühlen Müll, übertragen Krankheiten und hinterlassen Schäden an Gärten und Wohnhäusern. „Betroffene Bürger rufen regelmäßig bei den Landkreisen an und bitten um Hilfe“, berichtet Carsten Leßner, der Leiter der Obersten Jagdbehörde des Landes Brandenburg.

Informationsveranstaltung in Luckenwalde

Er hat am Mittwoch zu einer Informationsveranstaltung nach Luckenwalde eingeladen. „Wir wollen die neuesten Wissensstände vermitteln und in der Diskussion gemeinsam darüber reden, welche Lösungen es gibt und wie wir Bürger besser informieren können.“

Jäger und Mitarbeiter von Behörden aus ganz Brandenburg kamen für die Informationsveranstaltung nach Luckenwalde. Quelle: Victoria Barnack

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Eine überraschende Erkenntnis gab es für Leßner und seine Kollegen aus den einzelnen Landkreisen bereits am Vormittag: Die Jagd ist nicht das beste Mittel, um einer Waschbär-Plage in städtischen Gebieten beizukommen. Biologe Frank-Uwe Michler von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde berichtet von einer Studie, die zeigt: Je mehr die Tiere bejagt werden, desto mehr weibliche Waschbären bekommen als Reaktion darauf Nachwuchs. „In urbanen Gebieten funktioniert das Bejagen nicht effektiv“, erklärt er. „Den Bürgern erweist man damit einen Bärendienst.“

Doch wie soll man den Tieren entgegentreten, die spätestens dann Probleme machen, wenn sie sich unter den Dächern von Wohnhäusern niederlassen? Experte Michler empfiehlt vorbeugende Maßnahmen – allen voran: Bürger informieren. Bei einer Studie in Kassel, das von Waschbären seit Jahren besonders geplagt ist, gab es an einem Seniorenheim Auffälligkeiten, berichtet er. Eine Nachfrage in dem Heim ergab, dass die Anwohner sich einen Teil ihres eigenen Essens aufsparten, um es den Waschbären zu geben und sie abends beim Fressen zu beobachten. „So etwas kommt häufiger vor, als man denkt“, sagt Michler.

Einfacher Tipp: Kein Futter herumliegen lassen

Den Mitarbeitern der Jagdbehörde empfiehlt er deshalb vor allem, betroffene Anwohner richtig aufzuklären. „Grundsätzlich gilt: Wenn Ihr Garten nicht attraktiv ist für Waschbären, haben Sie auch keine Waschbären“, sagt er.

Attraktiv machen die privaten Grundstücke vor allem das viele Futter. „Unsere Wohlstandsgesellschaft bietet Waschbären ein immenses Nahrungsangebot, was die Tiere in Perfektion zu nutzen wissen“, erklärt Michler. Offener Kompost und unverschlossene Mülltonnen seien quasi das Schlaraffenland für sie. „Der Waschbär zählt zu den intelligentesten Säugetieren, die wir in Mitteleuropa haben“, sagt er, „vor allem dank seiner feinen Sinne.“ Anstatt mit der Nase finden die Tiere ihre Nahrung vor allem mit dem Tastsinn, der fast so gut ist wie bei einer menschlichen Hand.

Einwanderer aus Nordamerika

Um Waschbären loszuwerden, müssen die Menschen deshalb noch cleverer sein als die Einwanderer aus Nordamerika. Eine sinnvolle Maßnahme kann es zum Beispiel sein, die eigenen Katzen nicht mehr draußen zu füttern und Mülltonnen mit einem Schloss zu versehen oder herumliegendes Fallobst regelmäßig aufzusammeln, denn auch das ist eine Leibspeise der Waschbären.

Firmen gibt Rat gegen Waschbären in Wohnhäusern

Wenn die Tiere bereits ins Wohnhaus eingedrungen sind, empfiehlt Experte Michler eine Firma zu Rate zu ziehen. „Eine fachkundige Beratung ist sinnvoll, weil man beispielsweise mit Schutzvorkehrungen an Fallrohren schnell eine noch bessere Kletterhilfe für Waschbären schafft“, erläutert er. Inzwischen haben sich Unternehmen auf das Thema spezialisiert und sogar Patente angemeldet, unter anderem für transparente PET-Manschetten. Sie verhindern, dass Waschbären über die Regenrohre auf Hausdächer klettern können.

Von Victoria Barnack