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Luckenwalde Gebäudeeinsturz in Luckenwalde: Der Tag danach
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Gebäudeeinsturz in Luckenwalde: Der Tag danach
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00:21 03.05.2019
Der Einsatz wurde in der Nacht zu Dienstag beendet. Das Gelände wurde verschlossen. Quelle: Margrit Hahn
Luckenwalde

Nichts erinnert am Dienstagmorgen mehr an das Großaufgebot an Polizei, Feuerwehr, Sanitäter, THW und Rettungshundestaffeln. Dabei war wenige Stunden zuvor eine dramatische Suche in der Puschkinstraße in Luckenwalde erfolgt. Nach dem Einsturz eines Hallendachs auf einer Industriebrache wurde nach verschütteten Menschen gesucht.

Halle auf Industriebrache eingestürzt

Kurz nach Mitternacht wurde der Einsatz abgebrochen. Die Kameraden hatten letztendlich die Trümmer per Hand beiseite geräumt, weil ein Rettungshund mehrfach angeschlagen hatte. Personen wurden nicht gefunden.

Bürgermeisterin vor Ort

Für die Feuerwehr ist der Fall damit abgeschlossen. Bürgermeisterin Elisabeth Herzog von der Heide hatte sich am Dienstag vor Ort einen Eindruck verschafft und wird entscheiden, wie weiter vorgegangen werden soll. Wie Stadtbrandmeister Jens Reichwehr gegenüber der MAZ berichtete, waren insgesamt 85 Einsatzkräfte vor Ort.

 

Nichts erinnert mehr an den Großeinsatz wenige Stunden zuvor. Quelle: Margrit Hahn

Das Gelände ist verschlossen und es scheint wieder alles beim Alten zu sein. Was bedeuten würde, dass die Gebäude weiter verfallen und nichts passiert. Ursprünglich gehörte der Komplex in dem die Feuerwehr zum Einsatz gerufen wurde, zum VEB Beschläge. Inzwischen befindet er sich in Privatbesitz.

Anwohner wie Jochen Neumann und Peter Oppermann haben den Verfall seit Jahren kritisiert, Fotos an die Stadt Luckenwalde und die Untere Bauaufichtsbehörde des Landkreises geschickt, doch nichts ist passiert. „Das Problem ist, dass sich auf dem Gelände regelmäßig Kinder und Jugendliche aufhalten und auch kurz vor dem Einsturz dort Stimmen vernommen wurden“, sagt Jochen Neumann. Deshalb hatte die Feuerwehr auch Hundestaffeln im Einsatz.

Weitere Gebäude vom Einsturz bedroht.

Nicht nur die Gebäude am Netto-Markt sind einsturzgefährdet. Auch am Schornstein klafft ein mehr als zwei Meter langer Riss. Grund zur Sorge bietet auch das gegenüberliegende ehemalige Gablona-Werk. Es verfällt zusehens. Dort fallen immer wieder Ziegel und Dachpappe auf den Gehweg und es ist eine Frage der Zeit, wann die Einsatzkräfte auch dort wieder anrücken müssen. Am schlimmsten scheint allerdings die Ruine am Haag/Ecke Grabenstraße zu sein, dessen Giebel jederzeit einzustürzen droht. Das Gebäude Haag 12 sollte eigentlich zwangsversteigert sein. Die Stadt hatte die Vorstellung, die Hülle der Industrieruine inmitten des Stadtzentrums zu erhalten und dahinter eine neue Nutzung zu schaffen. Doch bisher ohne Ergebnis. In dem markanten Gebäude wurden zuletzt Formdrehteile hergestellt. Seit der Wende gab es mehrere Eigentümerwechsel. Der jetzige Besitzer kümmert sich seit Jahren nicht um das Areal.

Das ehemalige Gablona-Werk ist ebenfalls eine Gefahrenstelle. Hier mussten Einsatzkräfte in letzter Zeit mehrmals anrücken, weil Dachziegel oder Dachpappe vom Dach gefallen waren. Quelle: Margrit Hahn

Die baufälligen Gebäude in der Stadt erhitzen seit Jahren die Gemüter der Luckenwalder, denn es handelt sich längt nicht mehr nur um Schandflecke, sondern um echte Gefahrenstellen. Architekt Karl-Heinz Prib, kennt das Problem. „Die Gebäude stehen unter Denkmalschutz und sollen mit aller Gewalt erhalten bleiben. Das ist das Hauptproblem“. Zudem befinden sie sich in Privatbesitz und die Eigentümer haben nicht das nötige Kapital.

Die Ruine Haag Ecke Grabenstraße in Luckenwalde –löchriger als ein Schweizer Käse. Quelle: Margrit Hahn

Seiner Ansicht nach sei es wichtig, dass Entscheidungen getroffen werden –auch im Fall der Ruine an der Ecke Haag/Grabenstraße. Es handelt sich um abbruchreife Gebäude, die zur Gefahr werden können, wie man im jüngsten Fall gesehen hat. „Die Interessen des Denkmalschutzes und die der Eigentümer lassen sich auf Grund finanzieller Möglichkeiten oft nicht unter einen Hut bringen“, fügt der Bauingenieur im Ruhestand hinzu.

Von Margrit Hahn

In der Puschkinstraße in Luckenwalde ist ein Gebäude eingestürzt. Anwohner vermuteten Kinder auf dem Industriegelände. Die Einsatzkräfte suchten mit Hunden und Wärmebildkamera nach Verschütteten.

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