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Luckenwalde Herbert Fiedler ist verstorben
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09:07 25.09.2019
Herbert Fiedler ist verstorben. Quelle: Hartmut F. Reck
Luckenwalde

Herbert Fiedler ist am 19. September im Alter von 93 Jahren verstorben. Die letzten zweieinhalb Monate war er im Hospiz in Luckenwalde untergebracht. Er war dankbar, dort aufgenommen zu werden, und sagte zu den Mitarbeitern: „Wenn ich gewusst hätte, wie schön es hier ist, wäre ich schon eher gekommen.“ Dort besuchte ihn sein Weggefährte Harald-Albert Swik. Der DRK-Kreischef hatte Fiedler bei dessen historischen Arbeiten unterstützt. „Luckenwalde hat einen wichtigen Bürger verloren“, so Swik.

Geschichte aufgearbeitet

Herbert Fiedler hatte mit seiner verstorbenen Frau Ruth die Geschichte der Hachschara-Stätte in Ahrensdorf bei Trebbin aufgearbeitet. In dem Jagdschlösschen in Ahrensdorf in der heutigen Gemeinde Nuthe-Urstromtal wurden jüdische Jugendliche während der Zeit der NS-Diktatur vom jüdischen Pfadfinderbund auf das Exil in Palästina vorbereitet – bis auch für sie der Weg nur noch in die Konzentrationslager führte.

Lebensdaten Herbert Fiedler

Am 8. Dezember 1925 wurde Herbert Fiedler in Jüterbog geboren.

Im Herbst 1943 wurde er als 17-Jähriger zur Wehrmacht eingezogen. 1945 kam er in sowjetische Gefangenschaft und verbrachte mehr als vier Jahre im Nord-Ural.

1949 kehrte er nach Jüterbog zurück. Er wurde in der Jugend- und Bildungsarbeit eingesetzt.

1955 übernahm er die Leitung der Volkshochschule Luckenwalde, die er erst 1993 als 67-Jähriger abgab.

1990 wurde er zum 1. Sprecher des neugegründeten ostdeutschen Volkshochschulverbandes gewählt.

1988 erfuhr Fiedler eher durch Zufall von der ehemaligen Einrichtung. Systematisch forschte er zur Geschichte der Hachschara-Bewegung in 1920er und 1930er Jahren in Deutschland. Und er fand heraus, wo diejenigen lebten, die die NS-Zeit überlebt hatten. Die meisten in Israel, aber auch in Schweden, in den USA und sogar in Deutschland.

Freundschaften entstanden

Fiedlers suchten sie alle auf, zumindest in Israel. Dabei stießen sie anfangs nicht auf offene Türen. „Wo kamen wir denn schon her? Aus der DDR!“, erinnerte er sich. Dort stand Israel nicht besonders hoch im Kurs. Und umgekehrt auch nicht.

Doch mit der Zeit löste sich das Misstrauen in Freundschaft auf. Zwischen 1993 und 2006 reisten sie insgesamt zehnmal nach Israel, um persönliche Kontakte zu knüpfen und persönliche Erinnerungen an die Hachschara-Zeit zu sammeln. Ergebnis waren mehrere Publikationen und eine Dauerausstellung zur Geschichte der Hachschara-Stätte in Ahrensdorf und zu den persönlichen Lebenswegen der damals jungen Juden, denen es vergönnt war, noch rechtzeitig aus Hitler-Deutschland herauszukommen oder später das KZ oder die Flucht zu überleben.

„Wichtigen Teil der Lokalgeschichte erhellt“

Herbert Fiedler hat laut Swik „einen ganz wichtigen Teil unserer Lokalgeschichte erhellt“. Ohne Fieders Enthusiasmus hätte dem mittlerweile aufgelösten Hachschara-Förderverein, dessen Vorsitzender Swik war, nach dem Verkauf des „Schlösschens“ in Ahrensdorf der Mut zur Weiterarbeit gefehlt. „Ich persönlich verdanke ihm, dass ich jetzt neugieriger bin, was die Geschichte unserer Region hier in Teltow-Fläming betrifft“, so Swik.

Zu großem Dank verpflichtet

Luckenwaldes Bürgermeisterin Elisabeth Herzog- von der Heide zeigte sich von Herbert Fiedlers Tod ebenfalls betroffen: „Die Erforschung der Hachschara in Ahrensdorf und die dadurch initiierten Begegnungen mit Angehörigen in Israel, die manche persönliche Freundschaft begründeten, werden für mich mit den Namen von Dr. Fiedler und seiner Frau Ruth verbunden bleiben. Sie haben durch Ihre beeindruckende Arbeit und deren Publikation ein wichtiges Kapitel deutscher Geschichte der Vergessenheit entrissen und einen beachtlichen Beitrag für Aussöhnung und Verständigung geleistet, der uns alle zu großem Dank verpflichtet.“

Die Beisetzung findet am 25. Oktober auf dem Baruther Friedhof in Luckenwalde statt.

Von Margrit Hahn

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