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Luckenwalde Hoffnung auf Elektro-Tankstellen
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Hoffnung auf Elektro-Tankstellen
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20:21 07.06.2019
Im Luckenwalder Haag am Nuthepark soll eine E-Tankstelle entstehen. Quelle: Elinor Wenke
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Luckenwalde

Wer als Gast in Teltow-Flämings Kreisstadt sein Elektro-Auto auftanken will, hat Pech. In der Stadt Luckenwalde gibt es bislang keine einzige öffentliche Strom-Ladesäule.

Andere Kommunen voraus

Das moniert zum Beispiel der Luckenwalder Klaus Reiche. Er hatte Gäste aus Neuruppin, die sich für die strombetriebene Rückfahrt wappnen wollten. Doch Fehlanzeige. Dafür hat Reiche wenig Verständnis. „Es kann nicht sein, dass es in so einer Stadt keine öffentliche E-Tankstelle gibt“, sagt er. „Andere Kommunen wie Trebbin, Thyrow, Beelitz oder Teltow sind uns da voraus.“ Reiche verweist auf die Verantwortung der Stadtwerke. „In anderen Städten haben sie auf eigene Initiative schon E-Säulen geschaffen.“

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Das Loch in der öffentlichen Lade-Infrastruktur soll nun gestopft werden. „Wir werden die ersten beiden öffentlichen Elektro-Tanksäulen noch in diesem Jahr installieren lassen“, verspricht Peter Mann, Leiter des Stadtplanungsamtes.

Installation durch die Stadtwerke

Den Auftrag zur Installation haben die Städtischen Betriebswerke erhalten. Dessen Geschäftsführer Christian Buddeweg hat mit der Stadt geeignete Standorte auserkoren. „Eine Ladesäule wird an der Fläming-Therme stehen, die andere im Haag am Nuthepark“, kündigt Peter Mann an. An der Therme wird ein Standort am unteren Parkplatz ausgewiesen. Im Haag wird eine Parkbucht gegenüber von Aldi kurz vor der Ampelkreuzung genutzt.

An dieser Stelle auf dem Parkplatz an der Fläming-Therme soll eine E-Tankstelle entstehen. Quelle: Elinor Wenke

„Es macht Sinn, sie dort aufzustellen, wo nicht Dauerparker die Plätze blockieren“, sagt Buddeweg. Wer im Haag auflädt, kann die Innenstadt besuchen. An der Therme nutzt der Kunde das nasse Vergnügen, während sein Auto angestöpselt ist.

Gaswerks-Standort umstritten

Nach den Ideen der Stadt soll auch bei der Sanierung des alten Gaswerksgeländes an die E-Autofahrer gedacht werden. Das sieht Buddeweg skeptisch. „Wer zum Bahnhof fährt, lässt sein Auto meist den ganzen Tag stehen. Das würde den E-Parkplatz blockieren.“ Er plädiert dafür, die Resonanz auf die beiden neuen Tanksäulen abzuwarten. Der Stadtwerke-Chef holt derzeit Angebote ein und geht von einer Kostenschätzung von 10.000 Euro pro Ladesäule aus. Die Stadtwerke hatten sich bisher in Sachen Strom-Tankstelle zurückgehalten, weil es erst seit kurzem Abrechnungsmodelle mit eichrechtlicher Genehmigung gebe.

Musterbeispiel Pension

Im Internet findet man als einzigen Luckenwalder Lade-Standort die Pension Hartmann im Schlehenweg. Inhaber Sven Hartmann muss schmunzeln. „Wir haben vor Jahren einem Gast mit E-Auto unsere Außen-Steckdose angeboten. Der war so begeistert, dass er unseren Standort fürs Netz gemeldet hat“, berichtet Sven Hartmann.

Ab und zu übernachtet dort ein Gast mit E-Auto. „Manche bringen ihr Kabel mit eigenem Zähler mit“, sagt Hartmann. Die Stromquelle ist natürlich hauptsächlich den Pensionsgästen vorbehalten, Hartmann hat aber auch schon anderen aus der Klemmer geholfen. Und: „Wenn die Stadt eine Fläche für eine öffentliche Ladesäule sucht, bin ich gern zur Zusammenarbeit bereit.“

Von Elinor Wenke